Beeinflusst (51) – Of Monsters and Men „Little Talks“

Zum Auftakt eine kleine Denksportleistung, wie viele isländische Musiker fallen einem ein? Björk, das ein oder andere isländische ESC-Sternchen und seit 2012 Of Monsters and Men. Diese sind eine sechsköpfige Folk-Rock Band, die sich 2007 als Qaurtett gegründet hat. 2010 kamen ein Bassist und eine Pianist hinzu, ebenso wird das Sextett oft von einer Trompeterin unterstützt. Im Frühjahr 2011 unterschrieben sie ihren ersten Plattenvertrag in Reykjavik, im Sommer veröffentlichten sie ihre erste Single „Little Talks“.

Ein Radiosender aus Philadelphia fing im Spätsommer 2011 an den Song in seine Heavy Rotation aufzunehmen.  Damit begann der internationale Siegeszug dieser isländischen Produktion, der seinen Höhepunkt im Frühjahr 2012 fand, als „Little Talks“ in die Top 10 der internationalen Hitparaden. In Australien erhielt die Single sogar sechsfach Platin, in Island und Irland erlangte der Song die Topposition der Charts.

„Little Talks“ besticht durch eine kraftvollen Instrumentalisierung ebenso wie durch einen einprägsamen Chor. Geschrieben von den Sängern Nanna Hilmirsdottir und Ragnar Polharsson handelt der Text von zwei liebevollen Menschen, die miteinander reden, wobei impliziert wird, dass einer der beiden tot ist. Trotz dieser fast schon düsteren Thematik hat der Song einen fröhlichen Charakter, während das Musikvideo zumindest etwas seltsam ist oder wie der kleine Bruder meiner besten Freundin meinte, es sei leicht „verstörend“. Dieser hatte deswegen eine Art Sperre für den Titel, wohingegen einer meiner besten Freunde diesen Song wohl aufgrund seiner positiven Energie sehr gerne mag, bis heute. Zu seinem Geburtstag wird heute dieser Titel von mir beschrieben. Warum gerade dieser Titel? Ich hatte eine große Auswahl an Titeln, aber dieser Song wirkt auf mich wie der Song, der ihn am besten charakterisiert. Außerdem ist „Little Talks“ einer der besten Popsongs des letzten Jahrzehnts.

Danach haben Of Monsters and Men einen Majorplattenvertrag unterschrieben, konnten bis jetzt jedoch keinen weiteren Hit wie „Little Talks“ vorlegen, vielleicht ja mit dem isländischen ESC-Beitrag 2020, wobei da eher der Wunsch Vater des Gedanken ist.

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Schräg, aber gut (59) – Bronski Beat „Smalltown Boy“

Eine weitere Folge der Subthematik „Homosexuelle Emanzipation in der Popmusik der Achtziger“ mit den Herren von Bronski Beat. Bevor man aufgrund des Namens denkt, dass die Gruppe aus Polen oder einem anderen osteuropäischen Land stammt, kläre ich auf, dass das Trio aus Großbritannien stammt. 1983 gegründet benannte sich die Truppe nach Steve Bronski, der mit Larry Steinbachek für die Keyboards und Percussion verantwortlich war. Sänger der Band war Jimmy Somerville, der eine sehr charakteristische hohe Stimme hatte, die im ersten Hit des Trios zu Tage trat: Smalltown Boy.

Besonders war an Bronski Beat, dass alle Mitglieder offen homosexuell waren und dies offen in ihren Songs ansprachen und verarbeiteten. Die Debütsingle „Smalltown Boy“ trägt autobiographische Züge, da Sänger Jimmy Somerville sich wegen seiner Homosexualität in seiner Heimatstadt Glasgow nicht wohlgefühlt hat. Der Songtext dreht sich um einen jungen Mann, der wegen seiner Homosexualität seine Heimatstadt verlassen hat, allerdings betrachtet aus der Perspektive eines kommentierenden Außenstehenden, der mit dem jungen Mann mitfühlen kann.

Zu Beginn singt Somerville zu einer charakteristischen Synthiemelodie, die sich mehr oder weniger durch das ganze Stück zieht. Dies ist mit einer eigenwilligen Bassline unterlegt. Erst nach diesem Auftakt beginnt das Strophe Refrain Schema, das zumindest gefühlt ein wenig Tempo zu Gunsten von größerer klanglicher Tiefe rausnimmt. Im ersten Refrain wird das Tempo aufgenommen, woraufhin ein starker Kick den Song durchdringt. Der Song wirkt als Klagelied nach, obwohl er passend zum Synth-Pop der Achtziger trotz der Rhythmuswechsel auch tanzbar gehalten ist. „Smallton Boy“ hat sowohl eine melodische als auch textliche Tiefe, die man irgendwie spüren kann, selbst wenn man den Text nicht versteht. Um dies zu unterstreichen wurde ein Musikvideo gedreht, dass die Probleme, die ein Homosexueller in den Achtzigern gespürt hat, deutlich zeigt und auch mit dem Songtext interagiert. Für die prüden U.S.A. musste ein zweites Musikvideo gedreht werden, dennoch floppten Bronski Beat dort im Vergleich zu ihrem Erfolg in Europa zumindest in den Mainstreamcharts, „Smalltown Boy“ belegte immerhin Platz Eins der Dancecharts.

Nach dem ersten Album und zwei weiteren Hits stieg Jimmy Somerville aus Bronski Beat aus, um die Communards zu gründen. Nachfolger John Foster war weder so politisch wie Somerville, der sich auch bei „Lesbians and Gays support the Miners“ im Bergwerkerstreit gegen Margaret Thatcher engagiert hat, noch hatte er eine ähnlich charakteristische Stimme, weswegen Bronski Beat nur noch ein ziemlich typischer 80er Hit mit „Hit The Perfect Beat“ vergönnt war.

Beeinflusst (50) – Toto „Africa“

Nachdem gefühlt die ganze Welt wollte, dass ich über diesen Klassiker schreibe, nehme ich das Jubiläum dieses Formats zum Anlass um über den vielleicht zweitbeliebtesten Song aller Zeiten (nach Bohemian Rhapsody) zu schreiben. Ich möchte jedoch anmerken, dass der beste Toto Song „Rosanna“ ist, der auf denselben Album wie „Africa“ veröffentlicht wurde: Toto IV.

Toto IV wurde mit vier Grammys ausgezeichnet, für Rosanna erhielten Toto 1983 noch zwei weitere. „Africa“ war sowohl der zweite Song, der für das Erfolgsalbum geschrieben worden ist als auch die zweite Singleveröffentlichung nach (das kann man sich wohl denken). Auf dem Album wurde der Song mit der eindringlichen Botschaft jedoch ans Ende platziert. Keyboarder David Paich wurde zum Song von der UNICEF Werbekampagne für hungernde Kinder inspiriert. Er werkelte sechs Monate am Text, während er die charakteristische Melodie innerhalb weniger Minuten schrieb. Damit ging er zu Schlagzeugmastermind Jeff Porcaro, der für ihn die ihm vorschwebenden Congas und Marimbas für das Rhythmusgerüst finden und erstellen sollte. Dies geschah durch ausprobieren und loopen von einem fünfminütigen Grundband aus dem die besten Teile für den Song genutzt wurden. Dadurch hat der Song auch einen sehr eigenen Aufbau, bis zum ersten Refrain dauert es eine Ewigkeit (mehr als anderthalb Minuten). Der Refrain des Liedes ist sehr eigen, da er nicht mit der Catchphrase anfängt oder endet sondern den ganzen Refrain zur Catchphrase macht. Der Song explodiert mit dem Refrain, wodurch dieser zum mitsingen einlädt. Gegen Ende des Liedes wird dann die Leadzeile öfters gesungen, was auch ungewöhnlich ist. Überhaupt ist der Text ungewöhnlich arrangiert, so hat „Africa“ trotz knapp fünf Minuten Länge nur eine Strophe und einen sich leicht verändernden Refrain, die Bridge ist rein instrumental. Der Song hat daneben noch ein ausschweifendes Keyboardsolo.

Durch die ganzen Eigenschaften, das lange Intro, den explosiven Refrain, den ungewöhnlichen Aufbau, der emotionalen Texte erfreut sich „Africa“ bis heute großer Beliebtheit, auch in meiner Generation. Auch auf Partys eignet sich der Song als emotionaler Song, wie der Instagramaccount der heute-Show nahelegt, der zwei Memes mit Gags über den Song kreiert hat. Daneben kenne ich glaube ich keinen Menschen der diesen Song schlecht findet, eine Eigenschaft, die wenige Musikstücke haben. Vielleicht auch deswegen hat sich der Rapper Pitbull gedacht, dass es eine gute Idee wäre den Refrain in einen seiner Songs zu packen. Das Ergebnis wurde dann wohl im Film „Aquaman“ verwendet, ich kann jedoch sagen, dass ich lauthals über dieses Musikstück lachen musste, es ist das wahrscheinlich schlechteste Cover seit Giselle Bündchens „Heart of Glass“ Versuch. Daher verlinke ich nur das hundertmillionenfach geklickte Originalvideo von Toto.

Unicorn Store & The Perfect Date

Da ich in der letzten Woche nicht dazu gekommen bin die Kritiken hierzu zu schreiben und ich finde, dass das Filme sind bei denen eine kurze Kritik genügt fasse ich diese beiden Netflixfilme in einem Beitrag zusammen.

Unicorn Store

Inhalt

Kit (Brie Larson, auch Regie) ist trotz ihrer knapp dreißig Jahre immer noch kindisch träumerisch. Die ausgefallene kreative junge Frau muss jedoch bei ihren Eltern wieder einziehen, da sie nicht auf der Kunsthochschule angenommen wird. Gerade als sie einen Zeitarbeitsjob angenommen hat, bietet ihr der Verkäufer (Samuel L. Jackson) ihren großen Traum von einem eigenen Einhorn zu erfüllen.

Kritik

Jeder kennt bestimmt diese Filme, die zwar nicht besonders innovativ sind, aber einen irgendwie mitnehmen. „Unicorn Store“, der schon 2017 abgedreht wurde, ist genauso so ein Film. Hier wird eine Coming-Of Age Geschichte einer kindlich gebliebenen erzählt, die um einen Kindheitstraum zu erfüllen, psychisch erwachsen werden muss. Kit macht die stereotypische Charakterentwicklung durch, wird jedoch durch Brie Larsons liebevolle Darstellung zum Leben erweckt. Auch als Regisseurin macht Larson einen mehr als soliden Job, so inszeniert sie den Film smart, herzlich, witzig und im richtigen Tempo. Der vorhersehbare Love Interest wird von Mamadou Athie (The Front Runner) verkörpert, der dieser Rolle mehr abringt, als das Drehbuch vorsieht.

So bleibt ein positiver Eindruck von „Unicorn Store“ hängen, einen Film den ich guten Gewissens empfhelen kann. 7/10

The Perfect Date

Inhalt

Brooks (Noah Centineo) möchte auf eine Eliteuni, materiellen Wohlstand und eine hübsche Freundin, weswegen er mit seinem Kumpel an einer App arbeitet. Als er, um den BMW i8 eines Schulkameraden fahren zu dürfen, dessen Cousine Celia (Laura Marano) ausführt, kommt ihn die Idee für seine Träume als perfektes Date zu arbeiten…

Kritik

Ich wundere mich, dass dieser Film so schlecht ankommt, denn ich finde ihn mehr als passabel. Nachdem er in „To all the Boys I´ve loved before“ einen der beiden Love Interests spielte, bekommt Noah Centineo hier die Hauptrolle. Der junge Mann hat neben seinem Aussehen und seinem Lächeln auch schauspielerische Argumente. Hier spielt er überzeugend einen arroganten, oberflächlichen jungen Mann, der im Laufe des Drehbuchs geläutert wird. Daneben ist auch Laura Marano als clevere aber auch zynische Celia sehr gut, die Chemie zwischen den beiden stimmt auch. Allein Camila Mendes (Riverdale) überzeugt nicht wirklich, da sie eine schlechtere Version ihrer Serienfigur darstellt. „The Perfect Date“ ist kein Film von der Qualität der besten John Hughes Filme, aber der Film hat einige starke Momente, weswegen man diese doch vorhersehbare Story gern sieht. 7/10

 

Schräg, aber gut (58) – Aqua „Barbie Girl“

Bevor die Spiegelfeuilletonleser aufschreien, dass dieses Lied furchtbar sei, möchte ich anmerken, dass ich Spiegelfeuilletonleser nicht für bare Münze nehme, denn der wohl polarisierendste Song der Welt ist herrlicher 90er-Trashpop kunterbunt, fröhlich, witzig und eigen.

„Aqua“ ist eine vierköpfige Band deren Mitglieder aus Dänemark und Norwegen stammen. Bestehend aus Sängerin Lene Nyström, Rapper Rene Dif und den Technikspezialistin Claus Noreen und Sören Rastaad gründeten sie sich 1989 als Joyspeed, ihr erster Song war jedoch ein Misserfolg. Sieben Jahre später probierten sie es als „Aqua“ benannt nach einem Aquarium erneut. Die ersten Singles „Roses are Red“ und „My Oh My“ wurden in ihrer Heimat zu großen Erfolgen bevor mit der dritten Single „Barbie Girl“ 1997 der internationale Durchbruch erfolgte.

„Barbie Girl“ ist eine sexualisierte Parodie auf die berühmte Puppe von Martel, weswegen die Gruppe sogar von dem Puppenhersteller verklagt wurden. Abseits der sexuellen Anspielungen ist der Song übertriebener Bubblegum-Pop angereichert mit Eurodanceelementen (wie zum Beispiel dem Rappart). Perfekt arrangiert ist ein Ohrwurm garantiert, egal ob man den Song mag oder nicht. „Barbie Girl“ ist die Blaupause für das Debütalbum „Aquarium“, welches voller Bubblegumeuropopnummern ist. Kein weiterer der heute fast vergessenen Songs sollte den Erfolg von „Barbie Girl“ wiederholen, dennoch erreichte der direkte Nachfolger „Doctor Jones“ Platz 1 in Großbritannien.

Das zweite Album „Aquarius“ sollte seriöser werden und floppte genauso wie die am ersten Album nachgeschobene dritte Single „Bumble Bees“ nachdem zumindest die erste Auskopplung „Cartoon Heroes“ akzeptable Platzierungen erreichte. Vor ihrer Trennung 2001 traten Aqua noch als Intervallact beim Eurovision Song Contest 2001 auf. Sängerin Nyström und Keyboarder Rasteed hatten da gerade geheiratet. Seit 2007 tourt die Band wieder seit 2016 ohne Noreen und seit letztem Jahr sind auch die beiden liebenden getrennt. Die Klage von Mattel wurde übrigens 2003 endgültig abgewiesen.

Wir

Inhalt

Als achtjährige hat Adelaide ein traumatisches Erlebnis. Mehr als dreißig Jahre später kehrt sie mit ihrer Familie an den Ort zurück, erneut erlebt sie etwas ungewöhnliches, als eine vierköpfige Familie in ihrer Einfahrt steht…

Kritik

Normalerweise schaue ich keine Horrorfilme im Kino, da sie meistens ziemlich simpel und billig sind, Jordan Peele hat sich hingegen etwas anderes auf die Fahne geschrieben. Wie sein Erstlingswerk „Get Out“ vermischt „US“ (Originaltitel) den Horror mit gesellschaftskritischen Untertönen. Jedoch wird dieser Film gefühlt deutlich kritischer betrachtet als „Get Out“.

„Wir“ nimmt sich viel Zeit für seine Exposition, ich empfehle den Filmbeginn im Hinterkopf zu behalten, denn dieser wird im Verlauf des Films noch einmal aufgegriffen. Jordan Peele inszeniert das ganze routiniert, jedoch nimmt der Film mit dem erscheinen der vierköpfigen Familie an Fahrt auf. Schnell stellt sich heraus, dass diese wie Spiegelbilder der Protagonistenfamilie sind. Peele inszeniert die Horrormomente ungewöhnlich, verzichtet auf Jump Scares, wodurch mir diese Momente besser gefallen haben als bei einem üblichen Horrorfilm.

Viele Einzelteile des Films funktionieren hervorragend, dazu gehören der hochgelobte Soundtrack, ich kann weder „I Got 5 on it“ noch „Good Vibrations“ hören ohne an den Film denken zu müssen. Ersterer wird noch umfunktioniert und bearbeitet, sodass Teile wie spannungsaufbauende Filmmusik wirken. Daneben ist das Drehbuch sehr durchdacht und clever und meistert alle Herausforderungen. Hauptdarstellerin Lupita Nyongo gibt hier nichts geringeres als eine Oscarwürdige Performance in ihrer Doppelrolle.

„US“ kritisiert die us-amerikanische Gesellschaft, wenn auch subtil, auf sehr scharfe Weise. Alleine die Scheren, die die rotgekleidete Familienmitglieder haben, sind auf mehrere Weisen gesellschaftskritisch zu interpretieren. Die Erklärung für das Horrorphänomen ist kurz und wirft Fragen auf, was ich aber besser als eine Übererklärung finde. Peele ordnet alles seiner Message unter, wodurch der Film einige Twists hat, wovon der letzte zwar folgerichtig, konsequent und fast schon unabdingbar für die Message des Films ist, jedoch zu spät platziert wird, obwohl er schon angedeutet wird. Daneben empfand ich Winston Dukes Comic-Relief als übertrieben, sein Charakter verhält sich selten dämlich, was zu diesem durchdachten Film nicht passt.

„Wir“ ist einer dieser Filme, die einen mit den eigenen Subtexten noch weit nach Filmende beschäftigen, wodurch der Film im Rückblick besser wird.

Fazit

Nicht jeder wird Jordan Peeles Zweitlingswerk mögen, aber „Wir“ ist ein empfehlenswerter Film mit einer beeindruckenden Hauptdarstellerin, einer starken subtil vorgetragenen Message und einer durchdachten Inszenierung. 8/10

Das ESC-Powerranking 2019

Seit dem 10.03 sind alle Beiträge des diesjährigen Eurovision Song Contests veröffentlicht. Dieses Jahr habe ich ein ausgeklügeltes System ausgearbeitet, um die Erfolgschancen so objektiv wie möglich darzustellen. Daher wird dieses Ranking auf fünf Säulen basieren. Zum einen wäre da die Siegwette der Buchmacher, die Internetseite eurovisionworld.com gibt da einen Überblick über die Quoten der britischen Wettbüros. Die Seite ESC-Kompakt hat den EKI-Index erstellt, der sich aus den ersten Reaktionen der deutschsprachigen ESC-Bubble errechnet. Daneben sammelt die Seite Eurovision Tops die Rankings von YouTubern und Eurovisionsfans und spuckt ein Ranking mithilfe des Douze Points Systems aus (die Beiträge werden nach dem System gerankt). Das sind die Schwarmsäulen, daneben gibt es einen Kommentar von mir mit entsprechendem Ranking sowie von meinem treuen Leser und Hardcore-ESC Fan Johannes alias ESCFan2009, so viel sei vorab verraten, wir warum uns selten einig. Diese fünf Säulen, beziehungsweise die Platzierungen darin habe ich unter jedem Song (seht es mir nach, dass sie nicht mit dem YouTube Video verlinkt sind) aufgedröselt. Das Gesamtranking der sechs Säulen ergibt das Powerranking. Dabei werden aber nicht alle sechs Kriterien gleich gewertet, die Wettquoten (Odds), der EKI sowie das Eurovision Tops (E-Tops) Ranking werden doppelt gewertet. Dabei werden die Platzierungen einfach multipliziert, sodass ein niedriger Score erstrebenswert ist. Der theoretische Bestwert wäre 8 (in jeder Säule Platz Eins), der theoretische Worst Case wären 328 (in jeder Säule Platz 41). Die Wettquoten und die Eurovision Tops wurden am 28.03 gegen 12:00 abgenommen und für das Ranking ausgewertet. Zu jeden Song gibt es noch eine Genreinformation, genauso wie die Sprache(n) in der der Text ist.

Platz 41: Montenegro
D Mol – Heaven
Englisch
Ballade, Ethno
Odds: Platz 41
EKI: Platz 40
E-Tops: Platz 39
„Wenn man bei einem der „Popstars“ Produzenten diesen Song gefunden hätte, hätte ich das sofort geglaubt. Der Song klingt wie ein ganz billiger Füllsong von Brosis (dieser Castingband, die Ross Anthony, Indira Weiß und Giovanni Zarella zu Fernsehpersönlichkeiten machten). Immerhin haben sie es nochmal mit Ethnoelementen gerevampt, gebracht hat das aber auch nicht viel.“ 2 (Platz 37)                                            „Die Mehrstimmigkeit und die Idee der Sänger, lebendige Noten auf der Bühne darzustellen ist süß. Aber trotzdem ist der Song einfach zu oldschool.“ 4 (Platz 39)
Score: 316

Platz 40: Georgien
Oto Nemsadze – Sul Tsin Tare
Georgisch
Ethno
Odds: Platz 40
EKI: Platz 32
E-Tops: Platz 41
„Georgien geht mit landestypischen Nummern einen eigenen Weg beim ESC. Das wird Punkte von Nachbarn und osteurpäischen Jurys geben. Auf jeden Fall besser als seelenlose Balladen. Hoffentlich darf Oto zweimal singen.“ 6 (Platz 22)                            „Das Instrumental inklusive Trommler ist ganz gut, aber mich langweilt diese Ballade unglaublich.“ 3 (Platz 40)
Score: 288

Platz 39: Moldawien
Ana Odobescu – Stay
Englisch
Ballade
Odds: Platz 36
EKI: Platz 41
E-Tops: Platz 37
„Nach den Partysongs der letzten beiden Jahre schickt Moldawien wieder ne Frau mit dramatischer Ballade. Insgesamt ist das etwas blass, weswegen die Finalqualifikation unwahrscheinlich ist.“ 4 (Platz 33)
„Eine wundervolle klassische Ballade mit tollen Streichern und schöner Stimme. Guter Aufbau. Schön dramatisch.“ 6 (Platz 23)
Score: 282

Platz 38: Kroatien
Roko – The Dream
Englisch
Ballade
Odds: Platz 34
EKI: Platz 31
E-Tops: Platz 39
„Bis zum ersten Refrain habe ich gehofft, dass das ne Disconummer im Stil von Cher wird. Erschütternderweise ist das jedoch eine ganz ganz schlimme Ballade, die sofort auf den Scheiterhaufen gehört. Ich hoffe Kroatien macht doch ne Dancenummer draus, so ist das ja grauenvoll.“ 1 (Platz 41)
„Warum gibt man einem so gutaussehenden Sänger mit sehr schöner Stimme so einen kitschigen Song – und warum zieht man ihm Engelsflügel an?“ 5 (Platz30)
Score: 279

Platz 37: Lettland
Caroussel – That Night
Englisch
Easy Listening
Odds: Platz 39
EKI: Platz 38
E-Tops: Platz 32
„Phasenweise erinnert mich das an Norah Jones und Katie Melua. Allerdings ist das nicht ganz auf diesem Niveau, wenigstens ist die Nummer nicht unnötig überproduziert. Die Finalchancen sind schwierig einzuschätzen.“ 6,5 (Platz 19)
„Tolle Atmosphäre, eingängig, schöne Melodie, trotzdem etwas monoton.“ 6 (Platz 24)
Score: 260

Platz 36: Litauen
Jurijus – Run with the Lions
Englisch
Midtempo, Ballade
Odds: Platz 33
EKI: Platz 33
E-Tops: Platz 35
„Wieder einer dieser Songs, die leicht überproduziert sind. Natürlich sollen da Wolfsgeräusche nachgeahmt werden, allerdings auf Kosten von Melodie und Gefühl. Der Sänger sieht zwar gut aus, singt aber auch nicht besonders. Ist so ein typischer Schön-Hörsong.“ 6,5 (Platz 17)
„Der Refrain ist sehr eingängig und das „Löwengeheule“ wurde musikalisch gut umgesetzt.“ 6 (Platz 25)
Score: 244

Platz 35: Weißrussland
Zena – Like It
Englisch
Pop, Dance-Pop
Odds: Platz 35
EKI: Platz 36
E-Tops: Platz 27
„Klingt so ein bisschen nach schwedischer Exilprodduktion. Ist an sich nicht schlecht, aber da fehlt ein wenig Schliff. Zena ist gesanglich auch keine Granate, dennoch gefällt es mir irgendwie. “ 7,5 (Platz 11)
„Solider Uptempo-Song, der mir etwas zu technisiert rüberkommt.“ 4,5 (Platz 35)
Score: 242

Platz 34: Serbien
Nevena Bozovic – Kruna
Serbisch, Englisch
Ballade
Odds: Platz 37
EKI: Platz 35
E-Tops: Platz 24
„Wieder eine Ballade, die größtenteils in Landessprache gehalten ist. Eindeutig ein Song, den man öfter als einmal gehört haben sollte, denn das Instrumental und das Verständnis für Nevenas Song wächst mit jedem hören. Das könnte zum Problem werden.“ 6 (Platz 21)
„Schöne Ballade, toll gesungen, mit englischer Textzeile für die Verständlichkeit der Message.“ 6 (Platz 22)
Score: 235

Platz 33: Israel
Kobi Marimi – Home
Englisch
Ballade, Musicalballade
Odds: Platz 23
EKI: Platz 34
E-Tops: Platz 26
„Das ist der russische Beitrag in weniger glatt und noch schlechter. Das Englisch ist eigen, man merkt, dass man nicht wild darauf war wieder zu gewinnen.“ 3,5 (Platz 35)
„Israel liefert eine schöne emotionale Ballade über Selbstanerkennung. Ist ein solides Werk, mehr aber leider auch nicht. Zweimal hintereinander wollten sie vermutlich nicht gewinnen, trotzdem blamiert es das Gastgeberland auch nicht.“ 5 (Platz 33)
Score: 234

Platz 32: San Marino
Serhat – Say Na Na Na
Englisch, Türkisch
Pop, Disco
Odds: Platz 38
EKI: Platz 15
E-Tops: Platz 34
„Ich mochte „I didn´t know“ vor drei Jahren mit seinem trashigen Charme. Das hier ist nur noch Trash und zwar ganz schlimm. Sorgt immerhin dafür, dass nicht nur Balladen ganz unten bei mir stehen.“ 2 (Platz 39)
„Die (für ESC-Fans) Legende Serhat! Selbstverständlich ist sein Englisch mittelmäßig und der Song ein Retro-Produkt, aber das Feeling ist einfach sensationell. Darum geht es auch beim ESC: Kleine (Staaten) werden groß. Go Serhat! Go San Marino!“ 7 (Platz 17)
Score: 230

Platz 31: Rumänien
Ester Peony – On a Sunday
Englisch
Pop, Midtempo
Odds: Platz 29
EKI: Platz 39
E-Tops: Platz 20
„Einer dieser überproduzierten Songs, bei denen ich mich frage, wer das gut findet. Hat keinerlei Rhythmus und Gefühl, nur unnötige Gimmicks. Ester Peony hat sich im skandalösen Vorentscheid damit zwar durchgesetzt, doch ins Finale geht’s damit hoffentlich nicht.“ 3,5 (Platz 34)
„Ein sehr faszinierendes Lied: mysteriös und atmosphärisch. Dazu ein geheimnisvolles Staging wie beim Vorentscheid bzw. noch deutlicher im Musikvideo und fertig ist ein qualitativ hochwertiger Beitrag.“ 9 (Platz 4)
Score: 214

Platz 30: Polen
Tulia – Pali Sie (Fire of Love)
Polnisch, Englisch
Ethno-Rock
Odds: Platz 30
EKI: Platz 28
E-Tops: Platz 25
„Gefällt mir ausgesprochen gut. Die Nummer mixt Rockelemente mit landestypischer Musik. Wenn die Stimmen der Sängerinnen nicht furchtbar nervig wären, wäre das in meiner Top Five gelandet.“ 7 (Platz 14)
„Hier kommt eine spezielle, typisch polnische mehrstimmige Gesangstechnik zum Einsatz. Trotzdem etwas eintönig und verstörend zugleich.“ 5 (Platz 34)
Score: 214

Platz 29: Finnland
Darude feat. Sebastian Rejman – Look Away
Englisch
Dancefloor, Dance-Pop
Odds: Platz 26
EKI: Platz 38
E-Tops: Platz 33
„Auch wenn viele Unken finde ich Darude für Finnland mehr als solide. Sein Song ist eingängig und auch nicht aus der Zeit gefallen. Das ist mal ein Song mit Tempo, Rhythmus und Feuer und vor allem eskalierenden Synthies. Natürlich gefällt mir das, auch wenn das wohl nicht die Top 10 für Finnland werden.“ 7,5 (Platz 10)
„Darude hat nicht unbedingt die innovativsten Songs für den finnischen Vorentscheid komponiert, aber „Look Away“ überzeugt mich auf ganzer Linie durch die Message, die Melodie, den dramatischen Vortrag und die grandiose Bühnenshow. Großes Lob an Sebastian, endlich auch mal vulnerability bei einem Mann :D“ 9,5 (Platz 3)
Score: 207

Platz 28: Österreich
Paenda – Limits
Englisch
Elektronica, Ballade, Indie
Odds: Platz 32
EKI: Platz 24
E-Tops: Platz 38
„Irgendwas macht den Song besser als den ähnlich gelagerten niederländischen Song. Paenda haucht zwar mehr als sie singt, aber ich glaube dass sie Finalchancen hat, auch wenn es schwierig wird.“ 7,5 (Platz 9)
„Sehr berührend. Ein tolles künstlerisches Lied, wunderschön gesungen. Dazu eine ganz leichte Inszenierung bitte und fertig ist derjenige Titel des Jahres, welcher am ehesten mein Plagiat „künstlerisch besonders wertvoll“ bekommt.“ 8,5 (Platz 8)
Score: 205

Platz 27: Albanien
Jonida Maliqi – Ktheju Tokes
Albanisch
Ballade
Odds: Platz 28
EKI: Platz 29
E-Tops: Platz 16
„Wieder Landessprache bei Albanien, letztes Jahr war ich jedoch gegen die Wettquoten deutlich mehr überzeugt als dieses Jahr. Der Song huscht durch und bleibt nicht hängen. Immerhin kein Totalausfall, daran hat auch der Revamp nichts geändert.“ 5,5 (Platz 28)
„Das ist eine schöne Ballade, die mich einfach nicht zu 100% erreicht, weil es nicht ganz mein Genre und zudem in Landessprache ist.“ 5,5 (Platz 29)
Score: 203

Platz 26: Irland
Sarah McTiernan – 22
Englisch
Pop
Odds: Platz 27
EKI: Platz 30
E-Tops: Platz 29
„Das ist eine Feelgoodnummer. Mir fehlt da so ein bisschen die Ecken und Kanten im Refrain und vielleicht ne Base Drum, die dem ganzen ein bisschen mehr Tiefe gibt. Ist aber dennoch richtig gut.“ 8 (Platz 7)
„Harmonisch, tanzbar, guter Rhythmus. Besondere Gesangsstimme. Mit dem richtigen Staging kann das weit nach oben gehen.“ 7,5 (Platz 13)
Score: 192

Platz 25: Deutschland
S!sters – Sister
Englisch
Ballade
Odds: Platz 24
EKI: Platz 25
E-Tops: Platz 30
„Im Vergleich zu UK die deutlich bessere Laurell Barker Ballade. Der Refrain ist eigenwillig, aber einprägsam, mir gefallen das Intro und die Tonsprünge. Carlotta wird stärker singen als beim Vorentscheid.“ 8 (Platz 8)
„Ein solider Beitrag aus dem eigenen Land! Es standen zwar aus meiner Sicht deutlich stärkere Songs und somit bessere Möglichkeiten im Vorentscheid zur Auswahl, aber man kann mit diesem Lied arbeiten. Nur bitte kauft Carlotta eine andere Hose!“ 7 (Platz 14)
Score: 180

Platz 24: Tschechien
Lake Malawi – Friend of a Friend
Englisch
Synth-Pop
Odds: Platz 20
EKI: Platz 26
E-Tops: Platz 35
„Das ist modern und catchy, allein der Synthesizer ist besser als so mancher Song im Wettbewerb. Da kann ich auch mit dem Midtempo leben, der Song ist ein Ohrwurm. „She´s only a Friend of a Friend“ könnte auch von Max Martin stammen. “ 9 (Platz 2)
„Ein melodisch-schwungvoller Beitrag (mit sehr aufwändigem und kreativem Musikvideo btw). Geht sofort ins Ohr.“ 7,5 (Platz 12)
Score: 176

Platz 23: Großbritannien
Michael Rice – Bigger than Us
Englisch
Ballade
Odds: Platz 22
EKI: Platz 18
E-Tops: Platz 27
„Ein typischer britischer ESC-Beitrag. Nicht schlimm, aber auch überraschungsarm. Der Song hätte leicht noch besser sein können. Immerhin wird UK damit nicht in den Bottom Five landen“ 6 (Platz 24)
„Textlich etwas arg beschränkt und bei weitem nicht mein Favorit im Vorentscheid, aber ein guter hymnenhafter Song mit „X Factor Gewinnersingle“-Feeling.“ 7 (Platz 15)
Score: 173

Platz 22: Estland
Victor Crone – Storm
Englisch
Dance-Pop, Country-Pop
Odds: Platz 25
EKI: Platz 21
E-Tops: Platz 19
„Auch wenn der Refrain fast schon eine 1 zu1 Kopie von Aviciis (Gott habe ihn selig) „Without You“ ist, mag ich den estischen Beitrag. Auch der Sänger ist Schwede, das hat letztes Jahr in Polen super geklappt – nicht. Dieses Jahr jedoch wird das ein solider Platz für Estland.“ 7 (Platz 13)
„„A storm like this can break a man like this“. Ernsthaft jetzt? Dazu noch diese ganz schlimmen technischen Effekte, damit Victor in einem animierten Sturm steht. Die Melodie ist ganz schön, der Rest leider nicht.“ 5,5 (Platz 28)
Score: 171

Platz 21: Ungarn
Joci Papai – Az en apam
Ungarisch
Ballade
Odds: Platz 31
EKI: Platz 13
E-Tops: Platz 21
„Nicht so gut wie sein Song von vor zwei Jahren, aber eine hochwertige, tiefgreifende Komposition. Der Song könnte an der Landessprache und der eher leisen Art scheitern, könnte aber auch eine Überraschung werden.“ 8,5 (Platz 5)
„Ein gefühlvoller Beitrag in Landessprache. Nett, aber Jocis Song 2017 war um Meilen besser. Das ist schon wieder so etwas Langweiliges wie Georgien. Aber das Pfeifen ist cool!“ 4 (Platz 36)
Score: 171

Platz 20: Australien
Kate Miller-Heidke – Zero Gravity
Englisch
Popopera
Odds: Platz 17
EKI: Platz 23
E-Tops: Platz 22
„Ich möchte beantragen, dass der ESC nie wieder mit Popopera belästigt wird. Ich hoffe inständig, dass dieser Schrott nicht ins Finale kommt. Wenn doch muss ich den Ton abdrehen oder eine Packung Aspirin während des Auftritts schlucken. Dafür sind grandiose Songs im australischen Vorentscheid rausgeflogen. Immerhin ist das ganze sauber produziert.“ 1,5 (Platz 40)
„„Zero Gravity“ ist exzeptionell gut! Oper trifft Pop. Ruhiger Start, beeindruckende vocals, grandiose Komposition, episches Finale. Das Staging im Vorentscheid war etwas over the top, aber es hatte eine Bedeutung: Depressionen überwinden. Dieser Beitrag ist unglaublich großes Kino für mich. Noch dazu von einer der renommiertesten und erfolgreichsten Sängerinnen des Landes. Absolute Gewinner-Vibes!“ 10 (Platz 1)
Score: 165

Platz 19: Frankreich
Bilal Hassani – Roi
Französisch
Ballade, Pop
Odds: Platz 14
EKI: Platz 27
E-Tops: Platz 17
„Da schickt Frankreich einen hochinterressanten Typ (wenn auch hochnarzisstisch) allerdings mit einem furchtbaren Song. Roi ist nervig und selbstgefällig. Der schlechteste französische Beitrag seit Moustache, wobei der wenigstens amüsant war. Dass da Madame Monsieur ihre Finger drin hatten, schockiert mich.“ 2 (Platz 38)
„Bilal ist ein charismatischer Sänger und „Roi“ ein hervorragender Mix aus Französisch und Englisch mit einer Botschaft von Selbstbewusstsein und Akzeptanz, die auch im Jahr 2019 noch höchst aktuell ist. Der Livegesang wird auch von Auftritt zu Auftritt besser. Go Bilal!“ 9 (Platz 5)
Score: 159

Platz 18: Nord Mazedonien
Tamara Todevska – Proud
Englisch
Ballade
Odds: Platz 19
EKI: Platz 14
E-Tops: Platz 23
„Eine Enpovermentnummer als Ballade, Gab es beim ESC so noch nicht und ich glaube nicht, dass die chronisch erfolgslosen Mazedonier hiermit das Finale entern, da haben sie es bei besseren Songs schon versaut.“ 5,5 (Platz 25)
„Eine grundsätzlich starke Ballade mit Empowerment Message! Tamara kommt kraftvoller zurück, als sie es 2013 als Teil einer Gruppe war.“ 6 (Platz 21)
Score: 158

Platz 17: Spanien
Miki – La Venda
Spanisch
Spanischer Schlager, Stimmungsmusik
Odds: Platz 21
EKI: Platz 22
E-Tops: Platz 12
„Bis zum Revamp fand ich diese Stimmungsnummer richtig gut. Jetzt etwas glatter ist die Nummer nichts besonderes mehr, hat einiges an Charme eingebüßt und die gesanglichen Schwächen Mikis treten zu Tage.“ 5 (Platz 30)
„Ein guter Sommerhit zum Mittanzen. Wird auf eine mitreißende Bühnenshow ankommen…“ 7 (Platz 18)
Score: 158

Platz 16: Dänemark
Leonora – Love is Forever
Englisch, Französisch, Dänisch, Deutsch
Pop, Ballade
Odds: Platz 15
EKI: Platz 9
E-Tops: Platz 31
„Klingt wie ein mittelmäßiger Hybrid aus Fools Gardens „Lemon Tree“ und diesen Lenka Song aus der Microsoft Werbung vor einigen Jahren. Warum Leonora immer so streng guckt, hat sich mir auch nicht erschlossen.“ 4,5 (Platz 32)
„Ein wunderschönes Lied, das unglaublich harmonisch und positiv gehalten ist. Und dann auch multilingual! Ein Traum!“ 8,5 (Platz 6)
Score: 148

Platz 15: Slowenien
Zala Kralj & Gasper Santl – Sebi
Slowenisch
Indie-Pop, Downtempo, Electronica
Odds: Platz 13
EKI: Platz 12
E-Tops: Platz 18
„Die erste Minute dachte ich, dass das ein Supersong ist, aber es passiert einfach gar nichts, Immer dieselben drei Töne, kann hypnotisch wirken, kann aber auch einschläfernd sein. Daneben wirken die beiden für mich wie ein Psychopaar. Wirken sie nur auf mich so, kann das weit nach vorne gehen.“ 6 (Platz 23)
„Der Funke springt einfach nicht über. Könnte an der Landessprache liegen – eintönigemotionale Songs liegen mir einfach mehr, wenn ich den Text verstehe. Hier toucht es mich nicht.“ 5 (Platz 32)
Score: 141

Platz 14: Portugal
Conan Osiris – Telemoveis
Portugiesisch
Independent
Odds: Platz 11
EKI: Platz 16
E-Tops: Platz 14
„Endlich mal ein portugiesischer Song, der nicht nach tiefer Depression klingt. Dennoch ist das Ergebnis eigenwillig. Das wird sicher seine Fans haben, auch wenn sich mir das ganze nicht komplett erschließt.“ 7 (Platz 15)
„Das hat etwas sehr Künstlerisches und es wurden ein paar ausgefallene Geräusche eingebaut, aber meins ist es am Ende des Tages nicht.“ 4 (Platz 38)
Score: 135

Platz 13: Armenien
Srbuk – Walking Out
Englisch
Pop, Midbeat
Odds: Platz 12
EKI: Platz 19
E-Tops: Platz 15
„Ich suche immer noch nach der musikalischen Assoziation, aber mir gefällt das gut. Schrammt mit dem Rhythmus knapp an der Überproduktion vorbei. Sicherer Finalteilnehmer.“ 7 (Platz 16)
„Stark produzierter Uptempo-Song mit selbstbewusster Message. War mir nach dem ersten Hören zu aggressiv und fast schon „überproduziert“, was allerdings auch am Video lag (too much). Ist aber ein absouter Grower.“ (Platz 19)
Score: 127

Platz 12: Russland
Sergei Lazarev – Scream
Englisch
Ballade, Musicalnummer
Odds: Platz 2
EKI: Platz 20
E-Tops: Platz 11
„Ne, damit wird der Sergei den Sieg nicht ins homophobe Russland holen. Das werden diesmal nicht nur die Jurys verhindern. Der Song wirkt aalglatter als „You are the only one“.“ 5 (Platz 29)
„Eine gut produzierte Power-Ballade, aber am Ende des Tages zu seelenlos für mich.“ 5,5 (Platz 26)
Score: 121

Platz 11: Belgien
Eliot – Wake Up
Englisch
Pop
Odds: Platz 18
EKI: Platz 17
E-Tops: Platz 12
„Könnte genauso im Formatradio laufen ohne groß aufzufallen. Wie man das interessant auf die ESC Bühne bringen kann, weiß ich nicht. Der Refrain huscht durch und lässt den Song ein wenig verblassen, denn der sorgfältige Aufbau und der sehr gute Anfang verpuffen dadurch“ 6,5 (Platz 18)
„Das ist ein Song, der eine besonders magische Atmosphäre kreiert und gleichzeitig sehr dynamisch auftritt. Und dazu ein junger gutaussehender Sänger – was möchte man mehr? :D“ 8,5 (Platz 7)
Score: 119

Platz 10: Island
Hatari – Hatrio mun sigra
Isländisch
Electronica
Odds: Platz 5
EKI: Platz 10
E-Tops: Platz 10
„Kaum definierbar ist dieser Song, weswegen meine Genreeinordnung hier auch mit Vorsicht zu genießen ist. Der Song ist eigentlich gar nicht so besonders, allerdings sind die Bondage Guys, die das interpretieren, schon auffällig. Die meisten werden es vergöttern oder abgrundtief hassen. Ich finde es musikalisch fast schon langweilig.“ 5,5 (Platz 26)
„Ein Protestsong? Gut! Viel Gegröhle und eine verstörende Bühnenshow? Thank you, next!“ 3 (Platz 41)
Score: 117

Platz 9: Griechenland
Katerine Duska – Better Love
Englisch
Ballade, Midtempo
Odds: Platz 8
EKI: Platz 8
E-Tops: Platz 9
„Weil es ja nicht schon genug seelenlose Balladen gibt, hat Griechenland auch eine ausgepackt. Das ist langweilig, berechenbar und einfach nervig. Hoffentlich bleibt das im Semi kleben.“ 2,5 (Platz 36)
„Die Stimme von Jess Glynne, das Aussehen von Dua Lipa, ein moderner englischsprachiger Track. Endlich ist Griechenland wieder im Spiel!“ 7 (Platz 16)
Score: 102

Platz 8: Aserbaidschan
Chingiz – Truth
Englisch
Pop, Indie-Pop, Pop-Rock
Odds: Platz 16
EKI: Platz 6
E-Tops: Platz 8
„Kritiker werden wieder mäkeln, dass das zu mainstreamig ist. Ich finde das aber besser als so manchen landestypischen Beitrag und besser als den Song letztes Jahr, bei dem ich bis heute vermute, dass der Google Übersetzer den Text geschrieben hat. Hier ist der Text vernünftig, der Song auch. Aserbaidschan ist eine Art Dark Horse.“ 8 (Platz 6)
„Der Meermann in einer Atlantis-Welt. Solide produziert, aber auch hier wieder zu technisiert und künstlich. Autotune sagt hallo…“ 5,5 (Platz 27)
Score: 93

Platz 7: Malta
Michela Pace – Chameleon
Englisch
Dance-Pop, Pop
Odds: Platz 9
EKI: Platz 11
E-Tops: Platz 6
„Klingt wie eine obskure Mischung aus Latin-Pop und einer Feelgoodnummer. Das ist mir zu unharmonisch und hat zu ähnliche Konkurrenz, die dazu noch besser ist.“ 5 (Platz 31)
„Was für ein Knaller! Passend zum Songtitel eine Komposition aus sehr eingängigen Strophen mit lyrischen „Farbspielchen“, einer klasse Bridge und einem Refrain, der ganz anders ist, aber sich ins Gesamtpuzzle ziemlich cool einfügt. Richtig tolle moderne Nummer!“ 8 (Platz 9)
Score: 92

Platz 6: Norwegen
KEiiNO – Spirit In The Sky
Englisch
Dance-Pop, Europop, Ethno
Odds: Platz 10
EKI: Platz 3
E-Tops: Platz 5
„Hat nichts mit dem Norman Greenbaum Klassiker zu tun, klingt eher wie typischer ESC-Euroclub Beitrag mit ein bisschen zu wenig Wumms. Insgesamt gefällt mir das zwar ungemein, ich habe auch einen heftigen Ohrwurm, jedoch ist das ganz klar der Fan Favorite Fail.“ 9 (Platz 4)
„Ein ganz schlimmer Rednex-Abklatsch, bei dem ein durchaus eingängiger Refrain mit Anlehnung an Saara Aaltos Monsters (die Arme!) mit einer „ethnical“ klingenden Stimme gepaart wurde. Das einzig Positive daran ist, dass ich es Tom Hugo gönne, weil ich seinen letztjährigen Beitrag beim norwegischen Vorentscheid mochte.“ 4 (Platz 37)
Score: 77

Platz 5: Italien
Mahmood – Soldi
Italienisch, Arabisch
Rap, Italo-Pop
Odds: Platz 6
EKI: Platz 5
E-Tops: Platz 3
„Ist das ein potenzieller Siegertitel? Vielleicht, es ist auf jeden Fall ein herausragender persönlicher Song. Eingängig, aber nicht monoton. „Soldi“ verbindet Italo-Pop Elemente mit Rapgesang und modernen Mitteln. Der Refrain hat mit seinen Hand-Claps Ohrwurmcharkter.“ 9 (Platz 3)
„Der erste Fanfavorit ist eindeutig nicht meiner! Das Beste an diesem Song ist das „clap clap“.“ 5 (Platz 31)
Score: 62

Platz 4: Zypern
Tamta – Replay
Englisch
Dance-Pop
Odds: Platz 7
EKI: Platz 4
E-Tops: Platz 4
„Fast wie „Fuego“ nur ohne Feuer. Tamta singt vielleicht besser, performt aber nicht so gut. Außerdem kann man beim ESC ein Erfolgskonzept nicht jährlich wiederholen. Nikosia 2020 gibt es sicher nicht.“ 6,5 (Platz 20)
„Der Nachfolger von „Fuego“ mit einigen Anleihen hieran, aber unterm Strich eine tolle Uptempo-Nummer, die auf Tamta zugeschnitten und somit eleganter gehalten ist als der Song für die jüngere, wildere Eleni.“ 7,5 (Platz 11)
Score: 61

Platz 3: Schweden
John Lundvik – Too Late For Love
Englisch
Soul, Pop, Ballade
Odds: Platz 4
EKI: Platz 7
E-Tops: Platz 7
„Hier stand eindeutig der letztjährige Jurysieger „Nobody but You“ Pate, das ist gut gemacht und John Lundvik ist ein hervorragender Live-Sänger, auch wenn es nicht mein persönlicher Favorit beim Melodifestivalen war.“ 7,5 (Platz 12)
„Charismatischer Sänger, tolle Backings, Gospelfeeling. Überzeugender Songaufbau.“ 8 (Platz 10)
Score: 58

Platz 2: Niederlande
Duncan Lawrence – Arcade
Englisch
Ballade, Electronica
Odds: Platz 1
EKI: Platz 2
E-Tops: Platz 1
„Ich bin nicht hinter diesen Song gestiegen. Ich finde ihn einfach schrecklich langweilig, ganz furchtbares Elektrogeblubber ohne Sinn. Warum ich ihn dann nicht schlechter bewerte? Irgendwas Gutes hat der Song dann doch.“ 5,5 (Platz 27) (Nachanmerkung: Ist ein Song der mit jeden Hören besser wird, finde ihn inzwischen deutlich besser…)
„Der zweite Fanfavorit ist eindeutig auch nicht meiner! Gefühlvoller Song, modern und innovativ. Aber es erreicht mich nicht so ganz.“ 6,5 (Platz 20)
Score: 55

Platz 1: Schweiz
Luca Hänni – She got me
Englisch
Dance-Pop, Latin-Pop
Odds: Platz 3
EKI: Platz 1
E-Tops: Platz 2
„Sowas hätte man von der Schweiz nicht erwartet. Eigentlich hätten ZIBBZ schon ein Top Resultat verdient gehabt. Hoffentlich kann der Ex-DSDS Sieger die Schweiz in verdiente Gefilde führen. Sein Song ist nämlich ausgezeichnet.“ 10 (Platz 1)
„Ein sehr guter Uptempo-Dance-Song aus der Schweiz, gepaart mit Luca Hännis Charme (und gutem Aussehen). Ein sogenannter „Bop“ fürs Ohr und fürs Auge. Großes Kino aus der Eidgenossenschaft!“ 9,5 (Platz 2)
Score: 15

 

 

Das Imageproblem des deutschen Kinos

Til Schweigers Eigenreboot „Head Full Of Honey“ ist nun auch in Deutschland ein historischer Flop. Ein Teil von mir freut das diebisch, ein anderer jedoch trauert um die Chance, dem deutschen Film ein besseres Image zu geben (wobei Schweiger der letzte wäre, der dies auslösen könnte…). Denn der deutsche Film ist genauso wenig schlecht wie das deutsche Fernsehen, beide haben ein gewaltiges Imageproblem.

Dazu hat Til Schweiger eine ganze Menge beigetragen, wie weltfremd dieser Mann ist, zeigt die Tatsache, dass er geglaubt hat Nick Nolte zum Oscar führen zu können. Allerdings macht Til Schweiger nur zwei-drei Kinofilme pro Jahr sowie immer wieder seinen seltsamen Möchtegern US-Achtzigeractionkino Tatort, jedoch starten pro Woche im Schnitt fünf deutsche Filme im Kino. Knapp jede Vierte Kinokarte wird im Schnitt für einen deutschen Film gekauft, eine Quote, die hoch erscheint, wenn man das schlechte Image des deutschen Films bedenkt. Denn sobald ein Trailer hochgeladen wird, wird über die fehlende Qualität der Filme gemäkelt, egal ob es eine Schweigerhöfer Komödie ist oder nicht.

Letztes Jahr habe ich vier deutsche Filme im Kino gesehen (insgesamt achtzehn), dieses Jahr bisher einen (insgesamt siebzehn). Ich liege also bisher unter der Quote und der Trend spricht eine deutliche Frage, aber warum eigentlich? Zum einen bin ich wählerisch und renne nicht in Hot Dog (einem Film, bei dem selbst der Titel Product Placement ist) oder Klassentreffen 1.0 (von dem es dieses Jahr noch eine Fortsetzung geben wird), zum anderen werden deutsche Filme schlecht beworben. Bis auf Schweiger, Schweighöfer und M´Barek werden eigentlich nur noch die Regisseure Sönke Wortmann und Michael Bully Herbig mit großen Marketingbudgets berücksichtigt. Gerade Herbig hat gezeigt, dass er auch ernste Filme inszenieren kann, hiermit sei jedem sein Historienthriller „Ballon“ ans Herz gelegt. Wortmann hat eine wechselbare Biographie doch neben den wirklich guten Fußball trifft auf Familiendrama „Das Wunder von Bern“ waren vor allem „Frau Müller muss weg“ (trotz einiger Schwächen) und „Der Vorname“ sehenswerte intelligente Komödien. Daneben gibt es in Deutschland mehr als genug fähige Darsteller, packt man zwei von ihnen in ein Roadmovie gelingt sogar mal eine richtig gute Komödie ohne Subtöne wie bei „25 km/h“ mit den großartigen Bjarne Mädel und den ebenso fabelhaften Lars Eidinger. Das Problem ist, der Film hatte eine furchtbare Marketingkampagne inklusive Trailer, weswegen ich den Film nicht gesehen hätte, wenn er nicht in einer Sneak gelaufen wäre.

Diese wirklich guten Filme können jedoch nicht über ein weiteres Problem hinwegtäuschen. Wann gab es zuletzt einen richtig guten Genrefilm aus Deutschland? Familiendramen, Historiendramen aus Deutschland haben oft hohe internationale Klasse, aber ein guter Horrorfilm, Actionfilm, reiner Thriller oder gar etwas wie Science-Fiction oder Mystery? Fehlanzeige, wegen der Filmförderung, die nicht wagemutig ist, aber nahezu jeden Schweigerhöfer Müll produziert, anstatt jungen visionären Köpfen eine Chance zu geben.

Viele kleine Filme schaffen es nur unter widrigsten Umständen für kurze Zeit ins Programmkino, von den großen Multiplexen braucht man gar nicht zu reden. Das dennoch mehr als zwanzig Prozent der Kinokarten für deutsche Filme gelöst werden erstaunt da, trotz Megahits wie „Fack Ju Goethe“, „Honig im Kopf“ oder „Keinohrhasen“. Diese haben selten gute Ansätze und noch seltener eine gute Umsetzung, eigentlich fällt mir nur „Der Junge muss an die frische Luft“ ein, weswegen ich mich auch sehr über den Erfolg des Films freue. Der Film ist ein Beispiel für das gute deutsche Kino und selbst Elyas M´Barek hat jetzt in „Der Fall Collini“ die Chance zu zeigen, dass er mehr kann als ewig mittelmäßige Komödien zu machen. Bei Matthias Schweighöfer, den man auch mal als Schauspieler ernst nehmen konnte, ist dieser Zug allerdings schon abgefahren.

Eingangs sagte ich, der deutsche Film habe ein Imageproblem, das aber hausgemacht ist, da immer wieder dieselbe Art von meist mittelmäßigen bis schlechten Komödien genauso wie qualitativ hochwertige (Historien)Dramen gefördert werden, nahezu alles andere einen schweren Stand hat, dabei galt deutsches Kino doch bis in die Achtziger noch als hochwertiges Kino. Die Wahrheit ist, es gibt mehr als genug richtig gute deutsche Filme, die aber schnell in Vergessenheit geraten. Allerdings befürchte ich, dass sich das auf absehbare Zeit nicht ändern wird. Ich werde versuchen mehr deutsche Filme im Kino zu sehen, auch wenn ich zuletzt „Der Goldene Handschuh“ (der aber ohnehin ein eher schwächerer Film von Faith Akin sein soll) verpasst habe.

Schräg, aber gut (57) – The Proclaimers „I´m gonna be (500 Miles)

Eigentlich müsste ich eine Umfrage einfügen, woher die Leute dieses Lied kennen, ein nicht unerheblicher Teil wird How I Met Your Mother antworten. Was es damit auf sich hat und was der Fußballverein SV Werder Bremen mit dem Song verbindet, kläre ich hier auf.

The Proclaimers bestehen aus den eineiigen Zwillingen Charlie und Craig Reed, die im schottischen Leath geboren wurden. Die beiden schrägen Twins gründeten 1983 das Pop-Duo The Proclaimers. Craig übernahm das Tamborin, während Charlie Gitarre spielte. Gemeinsam sangen sie ihre Songs, wie ihren größten Hit „I´m gonna be“ 1988. Ich wage die Prognose, dass das nach Don´t You von den Simple Minds der wohl erfolgreichste Song aus Schottland in den U.S.A. ist. Der Song erreichte nämlich Platz Drei der Billboard Hot 100. Diesen Erfolg erreichte er dort jedoch erst fünf Jahre nach Veröffentlichung in der britischen Heimat, da „I´m gonna be“ für den Film Benny und Joon verwendet worden war.

Der Song war von einer Freundin, die ganz in der Nähe der beiden wohnte inspiriert. Er handelt davon für jemanden alles mögliche zu tun. Musikalisch klingt der Song ultraschräg und lässt sich am ehesten dem Folk-Rock zuordnen. Gerade dieser Umstand hat den Song zu einer Sporthymne gemacht, so wird der Song immer bei Erfolgen schottischer Nationalmannschaften gespielt, genauso hat der schottische Dartspieler Robert Thornton den Song zu seiner Einlaufhymne gewählt. Auch in Bremen wird der Song als Torjingle bei Heimspielen des SV Werder benutzt, wozu sich der nahezu textbefreite Refrain (Tadada…) ja auch eignet.

Daneben hat der Song in der Sitcom How I Met Your Mother eine große Bedeutung, da Marshalls Jugendauto nur noch diese eine Kassette abspielen kann, weswegen er in einer Folge mehrmals zu hören war und auch Rückblenden begleitet. Der Film wird in weiteren Filmen und Werbungen verwendet, weswegen er weiterhin eine sehr große Bekanntheit hat. So wird der Song auch in dem von Dexter Fletcher (sein neuer Film Rocketman, dreht sich um Elton John) gedrehten Filmmusical „Sunshine on Leith“, benannt nach dem zweitem Album des Duos, in der Schlussszene verwendet. 2010 hat Matthew Wilkening den Song auf Platz 50 der schlechtesten Songs aller Zeiten gepackt, vollkommen unverdient, aber jetzt bin ich neugierig, was man dort noch findet. Eine Liste der schlechtesten Songs aller Zeiten werde ich auch demnächst veröffentlichen, aber sicher ohne „I´m gonna be (500 Miles)“.

Captain Marvel

Inhalt

Vers (Brie Larson) gehört einer Kampfeinheit der Kree unter der Leitung von Yon-Rogg (Jude Law) an. Bei einem Einsatz gegen die Torfas wird sie gefangen genommen und verschollene Erinnerungen werden geweckt, diese verstärken sich, als sie auf der Erde landet, wo Nick Fury (Samuel L Jackson) ihr bei ihrer Vergangenheitsbewältigung hilfreich ist.

Kritik

„Captain Marvel“ stößt auf ein breites Echo, von begeisternd bis langweilig von clever bis mau von humorvoll bis unlustig ist alles dabei. Der erste Marvel Fan mit einer weiblichen Titelheldin krankt weniger an den typischen Schwächen von Marvel Filmen, hat allerdings andere Baustellen.

Ich bin bekanntlich kein großer Fan der Superheldenfilminvasion, von den inzwischen 21 Marvelfilmen würde ich die wenigsten als qualitativ gut beurteilen, die irrsinnigen Zusammenhänge sind mir fremd, für mich muss jeder einzelne Fan für sich funktionieren und nicht nur als Beiwerk in einem gigantischen Filmuniversum. „Captain Marvel“ funktioniert für mich als eigenständiger Film.

Zunächst einmal hatte ich mal wieder das Gefühl eine nicht vollkommen schablonenhafte Origin Story zu sehen, so hat „Captain Marvel“ einen ziemlich guten Twist. Ebenso gelungen fand ich die Erzählweise, die sich nah an der Heldin orientiert, die selbst zunächst nichts über ihre irdische Vergangenheit weiß. Dafür entsteht ein anderes Problem, denn die Charakterisierung von „Captain Marvel“ ist mangelhaft, mehr als nur eine dicke Lippe zu riskieren darf Brie Larson in den meisten Szenen nicht machen. Nur in zwei Szenen darf sie mehr Emotion zeigen, da kann ich verstehen, wenn Menschen Carol Danvers alias Captain Marvel unsympathisch finden. Das wäre weniger auffällig, wenn man nicht den ganzen Film zeigen würde, dass „Captain Marvel“ zu emotional handeln würde. Allerdings handelt sie eher kopflos als emotional. Die mangelnde Emotionalität sollte mit Humor kaschiert werden, der allerdings in der ersten Hälfte überhaupt nicht zündet. In der zweiten Hälfte des Films wird das etwas besser, auch weil die Chemie zwischen Brie Larson und Samuel L Jackson stimmt. Die meisten humoristischen Momente vereint jedoch die Katze Goose auf sich.

Eine eher kleine Sache, die mich gestört hat war die Musikauswahl, so wird gezeigt, dass Carol Danvers großer Guns n Roses Fan war und dennoch spielt man einen Nirvanasong (obwohl Danvers 1989 also vor Nirvanas Durchbruch die Welt verlassen hatte). Daneben gab es ein Wiederhören mit dem Ford Focus Werbesong „You Gotta Be“ von Des´ree und eine vollkommen unnötige Einspielung von No Doubts „Just a Girl“ während der entscheidenden Actionsequenz. Da hatte ich auch das einzige mal das Gefühl, dass die feministische Botschaft übertrieben wurde. Das größte Neunzigerfeeling tritt im Film bei der Ankunft auf der Erde, Vers landet in einer Bibliothek und zerschießt einen Pappaufsteller mit Arnold Schwarzenegger Konterfei. Daneben setzt der Film auf Buddy Cop Momente alla Lethal Weapon, dessen Brillanz zu keinem Zeitpunkt erreicht wird. Das von Kevin Feige propagierte Ninetysfeeling war also marginal, was den Film an sich nicht schlechter macht, Enttäuschung jedoch greifbar macht.

Die Actionsequenzen des Films sind für Marvelverhältnisse unterdurchschnittlich, gerade die Zugszene empfand ich schwach, der Endkampf entschädigt dafür allerdings. Die Schauspielleistungen von einem exzellentem Cast sind so gut, wie es das Drehbuch zulässt, so kann Brie Larson deutlich mehr ebenso wie Anette Benning, dennoch ist der Cast ein deutliches Plus. Ebenso war ich über das Pacing überrascht, denn trotz der Schwächen hat mich der film zu keinem Zeitpunkt geärgert oder gelangweilt, nach anderthalb Stunden war ich überrascht, wie weit der Film schon fortgeschritten war.

Fazit

Als Einzelfilm funktioniert „Captain Marvel“ auch wenn er für Filme des Marvel Cinematic Universe ungewöhnliche Schwächen (Action, Humor) aufweist. Brie Larson ist unterfordert und dennoch hatte ich Spaß am Film, was bei Superheldenfilmen nicht immer der Fall ist. Das hervorragende Tempo des Films federt die Schwächen ab, sodass „Captain Marvel“ zu einem soliden Film wird. 6/10