Aufbruch zum Mond

Inhalt

Neil Armstrong (Ryan Gosling) wird Anfang der Sechziger ausgewählt am Gemini-Projekt teilzunehmen, welche die erste Mondlandung vorbereiten soll. Je näher ein möglicher Flug zum Mond rückt, desto weiter entfernt sich Armstrong, den der Tod seiner Tochter Karen mitnimmt, von seiner Familie.

Kritik

Was bei einigen der Höhepunkt ihres Daseins als Filmregisseur wäre, ist bei Damien Chazelle der bisher schlechteste Film. Dabei muss man berücksichtigen, dass „Whiplash“ und „La La Land“ zwei Instantklassiker sind. Dennoch ist „First Man“ (Originaltitel) der bisher wichtigste Film Chazelles, da er hier beweist, dass er mehr kann als von kompromisslosen Musikern, hier erzählt er von einem kompromisslosen Astronauten, zu erzählen.

„Aufbruch zum Mond“ hat alle Stärken der bisherigen Chazellefilme: einen fesselnden, bombastischen Auftakt, ein bittersüßes Ende sowie einen starken Fokus auf den Protagonisten. Ryan Gosling schafft es in seiner eigenen Art Neil Armstrong glaubhaft zu verkörpern, während Claire Foy auch durch das Drehbuch etwas hinter ihm zurückbleibt. Positiv ist mir auch Corey Stoll (House of Cards) aufgefallen, dessen Buzz Aldrin mit seiner draufgängerischen, lautsprecherischen Art einen Gegenpol zu Armstrong verkörpert. Drehbuchautor Josh Singer (Spotlight, Die Verlegerin) legt gemeinsam mit Chazelle einen Fokus auf die Person Neil Armstrong. Technische Fragen werden beiläufig erwähnt und auch nicht erklärt. Während einige Details stark sind, zieht sich der Film gegen Mitte leicht. Positiv ist ebenso die Erwähnung der Kritik an den Gemini & Apollo Programmen, die es in der Bevölkerung gab, sowie den Film nicht auf dem Mond enden zu lassen.

Die größte Stärke des Films liegt allerdings auf technischer Seite. Audiovisuell ist der Film ein Meisterwerk, welches unbedingt in einem großen Kino mit sehr guten HiFi-System gesehen werden sollte. Die Weltraumszenen sind meisterhaft inszeniert, genauso wie die Testflüge, wie jener Auftakt. Linus Sandgren dreht diese Szenen durch ein grobes Korn, was den Film einen authentischeren Look verleiht.

Was die Oscarchancen angeht, schwanke ich immens. Auf der einen Seite ist es ein Film, der der Academy gefallen sollte, aber ob er den Hauptpreis gewinnen kann, bezweifele ich. Die bewusst unpatriotische Inszenierung Chazelles könnte in heutigen Zeiten punkten. Eine Regienominierung für den Regisseur, Hauptdarsteller Gosling sowie das Drehbuch sind genauso wie einige technische Kategorien sicher. Aber Chazelle präsentierte schon einmal einen Oscarfavoriten…

Fazit

Damien Chazelle gelingt mit seinem dritten Langfilm erneut ein großer Wurf, auch wenn „Aufbruch zum Mond“ ein sehr guter Film mit kleinen Schwächen ist. Ryan Gosling brilliert als stoischer Astronaut, während kleine Schwächen, dem Film hätten 10-15 Minuten weniger Laufzeit nicht geschadet, durch eine hervorragende Inszenierung beinahe komplett kaschiert werden. 9/10

Epilog

Ich sah den Film passenderweise im Aachener Apollo, welches Arthousekino und Bar/Disco kombiniert. Der Saal 1 ist an der Seite auch noch mit Sternen dekoriert.

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Beeinflusst (43) – DJ Sammy & Yanou feat. Do „Heaven“

Indirekt durch meine beste Freundin schaue ich jetzt auf Netflix endlich How I met your mother in chronologischer Reihenfolge. In Folge fünf wird bei einem Discobesuch der Protagonisten ein mir bekannter Song gespielt: Heaven in der Version von DJ Sammy.

Normalerweise tue ich mich mit im Dancestil gecoverten Balladen schwer, doch diese aus dem Jahr 2001 stammende Version des Bryan Adams Klassikers hat es mir getan und HIMYM hat ihn mir wieder in die Erinnerung gerufen.

DJ Sammy ist in den Neunzigern Resident DJ auf Ibiza und mit der Sängerin Carisma liiert, mit der er das Projekt Loona gründete. Solo war „Heaven“ sein großer Wurf. Der deutsche DJ und Produzent Yanou, der später mit Cascada und R.I.O. Erfolge feiern sollte, sowie die niederländische Sängerin Dominique van Holst unterstützten ihn. Der Song wurde eine #1 in Großbritannien und stieg sogar in die Top 10 der Billboard Hot 100.

Musikalisch ist „Heaven“ am ehesten dem Hands Up zuzuordnen, ein dröhnender Bass sowie ein Sägezahnsynthie bilden Leitmotiv und musikalischen Background für den Refrain. Der Song macht für einen Dancesong viele kleine Entwicklungen, sodass er nicht nur ruhig angefängt sondern auch ein kleines Ruheintermezzo einlegt, bevor der finale Refrain den Song enden lässt.

Während Yanou wie oben schon erwähnt in Folge einige Erfolge verbuchen konnte, gelangen DJ Sammy nur noch kleinere Hits und von Sängerin Do hörte man gar nichts mehr.

Nur ein kleiner Gefallen

Inhalt

Helikoptermutter Stephanie (Anna Kendrick) trifft im Kindergarten auf Karrierepowerfrau Emily (Blake Lively). Die beiden unterschiedlichen Frauen gehen eine Freundschaft ein bis Emily Stephanie bittet wieder einmal auf ihren Sohn aufzupassen. Emily verschwindet und alles scheint möglich…

Kritik

Paul Feig war bisher vor allem Melissa McCarthy Komödienregisseur, jetzt macht er einen Thriller im Stil von Gone Girl. Das wirkt unpassend, jedoch inszeniert Feig diesen Film mehr als solide und der ein oder andere Lacher ist auch im Film zu finden. Dennoch ist der Film nicht so stark, wie jener „Gone Girl“ oder der meiner Meinung nach vollkommen unterschätze „Girl on the Train“, was vor allem an einigen Erzähltechniken liegt. Der Zuschauer erfährt in der ersten Szene, dass Emily verschwindet, die folgende Rückblende erscheint zu lang und zieht den Film. Dabei liegen zwischen Beginn der Freundschaft und Emilys Verschwinden nur wenige Tage. Wenn man sich das nicht vor Augen führt, scheint das deutlich länger zu wirken.

Als Emily dann verschwindet dreht der Film auf. Einige teilweise obligatorische Plottwists, die bei mir die verschiedensten Theorien über Emilys Verschwinden ausgelöst haben, sorgen für den Aufbau an Spannung. Der Film funktioniert vor allem dank Anna Kendrick, die sich für mich fast durch ihr Mitwirken am vollkommen desolaten Pitch Perfect 3 verbrannt hat. Ihre Performance ist stark, man nimmt ihr alle Facetten der Rolle ab. Blake Lively fällt hingegen ab, sie sieht zwar gut aus, aber ihr Spiel ist ziemlich mittelmäßig. Der Film wurde in jeder Szene, außer ihrer Einführungsszene sowie der fabelhaften Endszene schlechter. Die Regiearbeit ist wie oben aufgeführt solide, positiv möchte ich die modische Ausstattung hervorheben, es lohnt sich einen Blick darauf zu werfen. Einige Übersetzungsspiele funktionieren nur im Englischen, weswegen eine Szene , welche für mich eine der besten des Films ist, auch in der deutschen Fassung nur mit Englischkenntnissen funktioniert.

Im Gegensatz zu den Erzählschwächen sowie der schwachen Blake Lively möchte ich das nicht beanstanden. Nur ein kleiner Gefallen ist ein guter Thriller, mit einigen interressanten Ideen sowie einer starken Anna Kendrick. 8/10

Schräg, aber gut (36) – Modern Talking „You’re My heart, you’re my soul“

Die Achtziger waren musikalisch wagemutig und sie haben der Welt Dieter Bohlen, der heute jünger aussieht als in den Achtzigern, gebracht. Während der „Pop-Titan“ sich inzwischen auf seine Casting-One-Hit-Wonder konzentriert, sollte er in den Achtzigern als Schlagerproduzent den Sänger Thomas Anders unterstützen.

Testweise schrieb Bohlen innerhalb von einer halben Stunde einen englischsprachigen Synthpopsong, der erstaunlicherweise in Moll gehalten war. Anders sang ihn schlagerhaft ein und Bohlen und sein Chor gaben noch einen Eierab Chorus dazu. Der Song hat dazu im Originalmix ein ellenlanges Intro. Die Plattenfirma brachte zeitgleich die Schlagernummer und den in einfachsten Englisch gehaltenen Italodiscoverschnitt „You’re my heart, you’re my soul“ heraus. Während Modern Talking durch die Decke gingen, war Anders als Schlagersänger gefloppt. Modern Talking produzierten in der Folge vier Alben, aus denen die möglichst gleich klingenden Songs als Singles ausgekoppelt worden. Dazu produzierte Bohlen Bad Boys Blue und die Norderländerin C.C. Catch mit den exakt gleichen Sound. Die Streitigkeiten zwischen Bohlen, Anders und dessen Freundin Nora, viele werden die Norakette kennen, die Anders immer trug, wurden heftiger und Bohlen wollte zeigen, dass er mehr kann, als gleichklingende Molldiscofoxnummern.

1987, drei Jahre nach dem Durchbruch war Modern Talking Geschichte, bis Bohlen und Anders sich 1998 zu einem Comeback bewegen konnten. Bohlen produzierte in der Zwischenzeit mehrere Künstler und hatte zumindest in Osteuropa mit seinem etwas wagemutigeren Soloprojekt Blue System ähnlichen Erfolg.

Die glorreichen Sieben (27) – Filme mit Ryan Gosling

Heute läuft „Aufbruch zum Mond“ mit Ryan Gosling in der Hauptrolle im Kino an. Deswegen gibt es heute die bisher sieben besten Filme mit Gosling. Dabei muss ich anmerken, dass ich Blade Runner 2049 noch nicht gesehen habe.

7: Gangster Squad

Dieser Gangsterfilm hat alles was man braucht. Spannende Charaktere und eine durchdachte Handlung.

6: The Ideas of March

Starkes Politdrama um einen idealistischen Wahlkampfmanager. Das kann nicht gut enden.

5: Lars und die Frauen

Ein herrlich komischer Film über einen Mann, der mit einer Gummipuppe zusammenlebt.

4: Half Nelson

Ein idealistischer Lehrer am Rande des Kollaps. Gosling spielt hier in der Intensität, die seine Kritiker ihm gerne absprechen wollen.

3: Drive

Mehr Drama als Actionfilm. Dennoch ist der Film brutal intensiv in der Gewaltdarstellung.

2: The Big Short

Die Dauerwelle ist uncool, der Rest des Films tut zwar weh, ist aber unglaublich gut.

1: La La Land

Ich liebe diesen Film einfach und dazu gehört auch Gosling als Träumer und Jazzliebhaber Sebastian.

ESC Perlen (29) – Frankreich 2008 Sebastien Tellier „Devine“

Obwohl Sebastien Tellier nur den achtzehnten Platz beim Eurovision Song Contest belegt hatte, war sein Auftritt denkwürdig. Sein Song ist der einzige ESC Song, der es in das Buch „1001 Songs, die sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist.

Beim Eurovision Song Contest einem großartigen Song zu hören, passiert einem wahrscheinlich nur einmal im Leben. 2008 war einer dieser seltenen Momente, als Sebastien Tellier im Belgrader Grand-Prix Finale „Divine“ sang.

Auch wenn ich den ersten Teil der Aussage widerspreche, stimmt es. Divine ist ein außergewöhnlich guter Song, allerdings auch ein ziemlich seltsamer. Der Song, der von einem erotischen Konzeptalbum stammt, mischt Daft Punk Attitüde mit Trevor Horn Produktionen im Gewand der Beach Boys. Skandalös war für die patriotischen Franzosen, dass der Song auf Englisch gesungen werden sollte. Tellier mischte ein paar französische Zeilen in die Lyrics, widerwillig versteht sich.

Während der Song noch ein paar mal als Werbemusik genutzt wurde, setzte Tellier einen Trend der erst fünf Jahre später zum Trend wird. Mit einem seltsam blauen Anzug, Sonnenbrille, Bart und blonden Stränchen sah er wie ein Hipster aus, bevor das Wort geschaffen wurde.

Warum ich die Kritik an „Tote Mädchen lügen nicht“ für überzogen halte

Endlich habe ich es geschafft die erste Staffel der umstrittenen Netflixserie „Tote Mädchen lügen nicht“ anzusehen. Wer hier eine Standard Serienkritik erwartet, sollte nicht weiter lesen. Hier geht es um die heftige Kritik und warum ich sie für ungerechtfertigt halte. Hierbei kann es zu spoilern, sollte jemand noch langsamer als ich sein, kommen!

Vor allem Ärzte und Psychologen kritisieren die Serie für einen romantischen Umgang mit Selbstmord sowie der Verstärkung der Probleme bei psychisch labilen Jugendlichen. Begründet worden ist dies durch eine Zunahme von Suizidversuchen.

Allerdings glaube ich, dass es eine Serie geben muss, die dieses Thema adäquat darstellt, denn schon vor 13 Reasons Why (englischer Titel) war Suizid die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen. Die High School wird hier als Haifischbecken dargestellt, ohne satirische Überhöhung aber auch ohne Beschönigungen. Die in der Serie thematisierten Probleme wie Mobbing, Ausgrenzung, die Art Kastensystem werden hier so weit gezeigt, dass es weh tut. Jeder Charakter macht Fehler, jeder Charakter selbst Bryce Walker, ein Triebtäter der mindestens zwei Mädchen vergewaltigt hat, hat gute Seiten. Die Serie ist harter Tobak, wenn eine Vergewaltigung gezeigt wird, aber sie ist realistisch.

Hannah Baker gibt dreizehn Gründe an, manche mögen Bagatellen sein, doch die Kombination der Dinge forcierte ihre Entscheidung. Sie war verleumdet, gemobbt, schikaniert und vergewaltigt worden, war zum Schluss nicht mehr fähig richtig zu lieben. Hannah Baker ist kein leichtfertiges Opfer, sie hätte sich retten können, doch sie hatte keine Kraft mehr. Der Selbstmord wird intensiv dargestellt, so dass es einen den Magen umdreht. Hannah wählt einen schmerzvollen, qualvollen Tod. Die Vorstellung des romantischen Selbstmord wird nicht vermittelt. Im Gegenteil, dadurch dass die Folgen gezeigt werden, wird das vermieden. Die wenigsten bereuen ihre Taten, einzig Alex, Tony und Protagonist Clay trauern aufrichtig. Hier ist die Serie deutlich besser als das Buch. Denn das Buch schildert nur Hannahs Wahrheit, während die Serie andere Sichtweisen oft andeutet.

Das Buch sorgte 2007 schon für eine kleinere Kontroverse, aber damals legten sich die Wogen schneller. Mir wurde das Buch mal von einer Schulkameradin empfohlen, ich war damals zu meiner Heimzeit fasziniert von der Geschichte. Zur Einordnung, die Klassenkameradin war damals 12. Ich habe das Buch erst drei Jahre später gelesen und dann meiner besten Freunden ein Exemplar zum 16. Geburtstag geschenkt.

Was keiner geahnt hat, ich hatte damals erste Gedanken an Selbstmord. Einmal ging es soweit, dass ich zu einem Betreuer sagte „Ich würde mich lieber umbringen als hier zu leben, ich würde dich am liebsten mit umbringen.“ Die Selbstmordgedanken kamen und gingen, zuletzt hatte ich sie Anfang des Jahres. Ich glaube ich bin die Definition eines psychisch labilen Menschens auch wenn es das letzte halbe Jahr wirklich aufwärts geht. Ich hatte kein Gefühl, dass die Serie mich dahin leitet Selbstmord zu begehen. Eher im Gegenteil, ich hatte mehr und mehr das Gefühl dass ich in Vergleich zu Hannah Baker keinerlei Gründe für Suizid hätte. Die Selbstmordszene war eine Bestätigung, ich fühlte Ekel und die Scham vor Selbstverletzung, die mich bisher abhielt, zeigte sich besonders stark. Deswegen denke ich, dass die Kritik überzogen ist, auch wenn der „Werther Effekt“ (Selbstmordhäufung nach Vorkommen in Literatur oder Theater) hier zum tragen kommt. Die Serie ist nicht Auslöser, sie kann aber Mittel dagegen sein.

Beeinflusst (42) – Journey „Don’t stop believin“

Bis vor einigen Jahren war das ein vergessener Klassiker. Zumindest war das in Deutschland so, jedoch haben zwei Fernsehserien den Song zu neuen, verdienten Ruhm geführt. Zum einen die Untermalung des Serienendes der preisgekrönten HBO-Serie „Die Sopranos“, zum anderen die Nutzung in der Musicalserie „Glee“. Dadurch lernte ich mit zwölf Jahren den Journeyklassiker kennen. Auch wenn so ziemlich jeder Journeysong einmal zur Anwendung kam, nur der Aufhängersong traf mich sofort in der Version des Glee Clubs.

Der Song wurde in der Auftaktfolge das erste mal performt und spielt zum Abschluss der ersten Staffel eine wichtige Rolle. Die Hoffnung, die der Song verbreitet, wurde sehr schön übernommen, auch wenn sich die Glee-Version sich instrumental deutlich von jener Journeys unterscheidet. Journey war bis zum Eintritt Steve Perrys eine hoch komplexe aber ziemlich erfolglose Progressive Rock Band. Unter Führung des neuen Frontmanns wandelten sie sich zu typischen Stadionrockern. Eine Entwicklung, die die Band zwar fast zerreißt, aber Früchte trägt. Songs wie „Faithfully“, „Open Arms“ und „Seperate Ways“ werden zu Hits, doch die stehen alle im Schatten von „Don’t stop believin“.

Dieser Song ist größer als seine Schaffer und mehr als ein Rocksong. „Don’t stop believin“ ist eine Motivationshymne im großen wie im kleinen. Ein Song der, wenn an sich darauf einlässt, Hoffnung und Zuversicht gibt. Das liegt natürlich am Text und am Titel, jedoch auch am Instrumental. Der Song baut sich über eine Keyboardschleife langsam auf, bis die Gitarre und das Schlagzeug einsteigen. Danach ist der Song gerade zu an der Grenze zu rockig zu werden, schafft es jedoch, dass sich das treibende Instrumental der Botschaft unterordnet.

Deswegen ist „Don’t stop believin“ der meist gedownloadete Song, der vor 2000 erschien und deswegen wird der Song gerne in Fernsehserien genutzt. Ein in Europa, wo Journey bei weitem nicht so erfolgreich, wie in den USA waren, fast vergessener Song kommt so zu seiner gerechten Renaissance.

Gedankenschallplatte

Meine Kommunikationsfähigkeit gleicht gerade einer Schallplatte, die verschiedene Titel abspielt und diese Titel bestimmen meine Gedanken, was ja auch logisch ist, da ich sonst über andere Dinge reden würde. Im folgenden ein Auszug aus der Gedankenschallplatte:

1.: Ich will endlich ausziehen

Es ist der am häufigsten gespielte Titel, sobald jemand länger mit mir spricht und es nicht nur um Nonsens geht, kommt dieses Thema mit all seinen Facetten zur Sprache. Warum ich ausziehen möchte, was meine Lieblingslösung ist, nur dass ich Angst habe es nicht zu schaffen sage ich nicht.

2.: Wie soll ich meinen Geburtstag feiern?

Die Frage beschäftigt mich viel schon viel zulange, obwohl mein Geburtstag erst im Januar ist. Wo kann ich feiern? Wie viel Geld muss ich dafür einplanen? Wen lade ich eigentlich ein? Lohnt es sich später zu feiern? Dafür, dass ich jahrelang gar nicht gefeiert habe, beschäftigt mich dieses Spektakel ganz schön oft. Aktuell denke ich sogar darüber nach, einmal im kleinen Kreis etwas zu machen und später dann groß zu feiern.

3. Mein Studium macht mir keine Probleme.

Zunächst die erfreulichste Nachricht, der Umkehrschluss ist aber, dass ich deutlich weniger Aufwand betreiben muss und dass sich vielleicht nachhaltig auf meine Motivation auswirkt. Ergo warte ich mit einem Urteil ab, bis die ersten Klausurergebnisse veröffentlicht sind.

4.: Ich suche Kontakt zu den Schulfreunden.

Ein fast schon definierender Charakterzug ist, dass ich meistens sehr lange brauche, um eine Freundschaft aufzubauen. Im Studium scheint das ein hinderlicher Charakterzug zu sein, sodass ich mich noch stärker als so an meine „alten“ Freunde wende. Die Angst sie aus den Augen zu verlieren scheint omsnipräsent, vor allem weil ich mit einigen erst gegen Ende der Schulzeit richtig gut verstand. Also versuche ich mit so vielen wie möglich in Kontakt zu treten, nur was mit ihnen zu unternehmen, dazu fehlt mir der Mut sie zu fragen. Ich bins verdammt kompliziert.

Es gibt noch weitere Dinge, die mich beschäftigen, doch dieser Einblick reicht erstmal. Jetzt darf ich erstmal sparchliche und darstellerische Merkmale eines Sammelbandes verschriftlichen.