Man kann über Sahra Wagenknecht eine Menge sagen, man kann ihr eine Menge vorwerfen, aber eins muss man festhalten: Sie ist eine hochintelligente Frau, die eisern ihre Grundsätze verfolgt. Warum ich sie jetzt trotzdem kritisieren werde? Ein Politiker bzw. eine Politikerin braucht zwar eine leitende Ideologie, aber darf diese nicht zum Dogma werden lassen.

Dies ist bei Wagenknecht der Fall. Das ist der Kardinalfehler der Linken. Denn das führt sie in die doppelte Falle. Die erste Falle ist, dass die Linke mit dieser Handlung keinen Koalitionspartner findet, um ihre Politik umzusetzen. Die zweite Falle ist, dass durch diese fundamentalische Verhalten auch die potenzielle Wählerschaft stark verringert wird. Denn wer wirklich sozialere Politik will, wählt auch eine Partei mit Regierungsanspruch und Chancen. Das ist die Linke nicht. Nicht nur die SPD muss sich auf die Linke zubewegen, auch die Linke muss sich auf die SPD zubewegen. Die Kraft als Protestpartei ist längst nicht mehr existent. Da hat die Linke von der ideologisch extrem weit entfernten AfD die Wählerstimmen „geklaut“ bekommen. 

Die Linke steht am Scheideweg, denn wenn keine Mäßigung des Kurses eingeleitet wird und gezeigt wird, dass man nicht nur in Thüringen und Berlin Regierungsverantwortung übernehmen kann, ist die Linke eventuell sogar existenziell bedroht. Ob eine ideologische Sahra Wagenknecht, da die richtige Fraktionsvorsitzende ist, darf bezweifelt werden. Ein gemäßigter Linker wie Dietmar Bartsch wäre alleine besser geeignet. Wagenknecht könnte den Parteivorsitz von den fehlbesetzten Kipping und Riexinger übernehmen.

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