Ist es nun die Trendwende? Es schien als sei Deutschland zu Jamaika verdammt. Doch gestern Nacht der Paukenschlag: Christian Lindner verkündet die Sondierungsgespräche für gescheitert. Bisher fiel die FDP immer um. Bis in die 80er interessierte ihre Wähler nur, wen sie zum Kanzler machen. Spätestens seit der Ära Kohl fielen die Liberalen immer um. Jetzt verkündet Lindner „Besser nicht regieren als schlecht regieren.“. 

Für diesen Satz wird Lindner gerügt, Wähler fühlen sich betrogen. Aber die FDP wurde für ihr Programm, für ihr Profil für ihren Spitzenkandidaten gewählt, nicht um Teil einer Jamaikaregierung zu sein. Regieren um jeden Preis? Nein sagt Lindner. Egal ob kalkuliert und spontan, das verdient Anerkennung. Lindner geht ins Risiko. Ich gehe wirklich kaum Dakor mit seinen politischen Vorstellungen, aber Lindner hat gezeigt, dass ein Politikwechsel für ihn wichtig ist, nicht ein Regierungsamt. In Deutschland allerdings herrscht eine stur-konservative politische Gesinnung. Risiko wie Lindner es eingeht wird gescheut, der wahrscheinlich einzige Grund warum Merkel überhaupt 12 Jahre Bundeskanzlerin ist. Das Lindner auf ein besseres Ergebnis bei Neuwahlen spekuliert, erscheint abwegig, denn das Volk wird die Verweigerer, die partout nicht mehr mit Merkel wollen, wohl abstrafen. Die FDP könnte neben der SPD der große Verlierer von Neuwahlen werden.

Die SPD ihrerseits steckt in der Klemme, seit Monaten. Im letzten Wahlkampf wurde der Fehler gemacht, eine Große Koalition nicht auszuschließen. Dies erst nach einem desaströsen Wahlergebnis zu machen, lässt die SPD wie schlechte Verlierer dastehen. Doch ist eine Große Koalition eine sinnvolle Option? Nein, da das Stillstand bedeuten würde, eine weitere Annäherung der Volksparteien, obwohl sie sich ideologisch deutlich unterscheiden, eine weiteres Erstarken der politischen Ränder. Doch die SPD schafft es sich wie in der großen Koalition schlecht zu verkaufen. Damit hat sie ein Problem, ein Neuanfang muss mit neuen GroKo unvorbelasteten Politikern gestartet werden. Nur so kann glaubhaft dafür geworben werden, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands mehr ist als Juniorpartner in einer GroKo.

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