Nein, ich werde nicht Frohe Weihnachten wünschen. Nicht nur, weil damit auch eigentlich der 25./26.12 gemeint sind und nicht der heutige heilige Abend. Höchstwahrscheinlich werde ich mich morgen zu einem solchen Beitrag motivieren, ebenso wie meinen Freunden, dies per Snapchat zu kommunizieren. 

Gerade will ich eigentlich nur heulen, nur noch eine Zeitmaschine anwerfen und die nächsten Tage überspringen. Weihnachten ist dieses Jahr für mich nur katastrophal. Egal, wie groß die Vorfreude war. Meine Gefühle fahren mal wieder Achterbahn. Ich hasse mich für meine Gefühlsduselein, aber ich kann nicht anders. Ich hab mal wieder das Gefühl, diejenigen die mir wichtig sind, mit meiner Zuneigung zu erdrücken. Um von meinen Gedanken abzulenken, habe ich heute Filme geguckt. Zur Ablenkung taugen sie, aber sobald der Abspann läuft, sind die Gedanken wieder da. Die Gedanken, dass ich eigentlich verschwinden sollte. Dann kommt wieder dieses „Wenn du nicht so feige wärst, hättest du dir schon längst die Kugel gegeben. Du bist ein wehleidiges Mehmehchen.“ hoch. Ich fühle mich grausam, ehrlich freuen tue ich mich über gar nichts. Ich weiß nicht, wie ich weitermachen soll. Ich fühle mich allein und machtlos. Ich fühle mich einsam und wertlos, als wäre ich allein Belastung. Warum kann Weihnachten nicht zu Ende sein? Immer dieses schlechte Gewissen, jedes Jahr ein Drama. Jedes Jahr meine grauenvollen Gedanken. Jedes Jahr diese Gedanken, die alles gute, was mir gegeben wurde, als unverdient abtun. Diese Gedanken, die mir sagen, dass ich all das schlechte verdient hätte und endlich eingestehen soll, das alles was ich mache nur der Sucht nach Anerkennung dient, damit ich über meine Verkorsktheit hinweg sehe. Warum holt mich diese depressive Selbstsicht immer wieder ein? Immer wieder, wenn ich ein paar Tage keinen meiner Freunde sehe…

Warum bin ich so unselbständig? Warum kommen diese Gedanken, wenn ich weiß, dass niemand mir helfen kann sie zu bändigen. Würde ich jetzt die Briefe lesen, die ich den Personen geschrieben habe, würde ich denken, dass sie furchtbar egoistisch sind. Warum muss ich mich immer so fertig machen? Jetzt wo ich mich selbst einigermaßen akzeptieren kann, zermartere ich mir immer noch über jeden kleinen Fehler meinen Kopf. Kann ich nicht einfach mit diesem Jahr zufrieden sein und die positiven Worte, die ich in den Briefen fand, auch glauben? Muss ich mich so sehen? Muss ich mich wirklich ausgerechnet danach sehnen jetzt jemanden zu haben, der mich in den Arm nimmt und beruhigend sagt „Du bist viel zu hart zu dir.“ Muss ich Angst haben, die nächsten Tage einsam zu sein? Kann ich nicht einfach Weihnachten weniger emotional betrachten. Kann ich diese Weihnachtstage nicht einfach ohne Suizidgedanken, Selbsthass und selbstgefälliges Klagelied überstehen? 

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