Ich hasse meine Launen. Nach ein paar vernünftigen Tagen, was heute wieder der Tag an dem alles daneben lief. Ausgelöst hat das ganze mein Geschichtslehrer. Ich frage mich immer, warum er, wenn er unter meine Klausuren sehr gut minus bzw. jetzt sehr gut drunterschreibt, mich immer wieder kritisiert. Statt denen zu helfen, die ihr mächtig erlernten Faktenwissen zu konsequent anwenden wollen und dadurch vollkommen an der Quelle vorbeischreiben. Er trifft damit diesen seltsamen Reiz, dass es die Menschen gut mit mir meinen und deswegen die Wahrheit so gut wie möglich verpacken. Wenn ihm die von mir erbrachte Leistung nicht passt, kann er einfach ne schlechtere Note festlegen. Dann würde ich seine Kritik zumindest mehr verstehen, auch wenn sich dadurch die Probleme anderer Kursteilnehmer nicht lösen lassen…

Stattdessen löst dies eine Verkettung von Gedanken aus, die mich in einen leisen Heulkrampf während des Physikunterrichts zurückliessen. Ich war einfach nur noch konstaniert, während ein vernichtenden Gedanke nach dem anderen durch mein Hirn schoss. Ich hab dann immer das Gefühl, immer zu versagen, mir meine Taten schönzureden, eine wandelnde Katastrophe zu sein. Ich brauchte eigentlich jemanden, der mich in den Arm nimmt, der mir meine Angst nimmt. Ich hab das Gefühl Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein. Ich hab die Angst in meinem Leben grundlegend zu versagen. Ich hab Angst niemanden zu haben, der mich liebt geschweige denn mag, weil ich alle Menschen vertreibe.

Was ich dagegen tun konnte? Ich hätte aus dem Unterricht rausgehen können, aber allein hätte das nichts gebracht. Die einzigen beiden Personen aus meinem Physikkurs, denen ich vertraue, machen in Physik Abitur. Ich wollte ihnen diese Zeit nicht stehlen und in einen parallel laufenden Kurs mach jemandem zu fragen, dazu hatte ich keinen Mut. Also blieb ich im Kurs sitzen, versuchte zu funktionieren und auf die nächste Pause zu warten.

Dann allerdings, alle entweder nicht da oder beschäftigt. Wieder will ich keinen belästigen und trage meinen Ballast mit mir herum. Ich wollte reden, doch es fand sich keine Gelegenheit, weil ich mich nicht zu wichtig nehmen wollte. Vielleicht nehme ich mich gerade deshalb auch zu wichtig. Ich bin einfach verzweifelt. Ich verstehe es einfach nicht mehr. Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Ich verstehe nicht, wie meine Launen so schnell wechseln oder sich intensivieren können.

Ich hätte heute irgendeine Ablenkung gebraucht, fernab von Pflichten. Irgendwas, was ich aus purer Freude mache. Doch irgendwie lief heute gar nichts zusammen.

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