Es gibt Songs, die kennt jeder. Hotel California ist so einer, genauso wie Imagine oder Smoke on the Water. Der wohl außergewöhnlichste Song dieses erleuchten Kreises ist Bohemian Rhapsody. Dieser Queensong ist so bekannt, dass die Filmbiographie, welche dieses Jahr in die Kinos kommt, denselben Titel trägt.

Bohemian Rhapsody ist eindeutig ein Freddie Mercury Song. Der Mann, der bei Queen für das pompöse, exaltierte Stand, privat aber ein schüchterner Mensch gewesen sein soll, ist für die außergewöhnlichsten Queensongs verantwortlich. Ob der Gospel „Somebody to Love“, die Elvisanbetung „Crazy little thing called love“ der Varietenummer „Killer Queen“ oder der Tour de Force „Don’t stop me now“, alle stammen sie aus Mercurys Feder, doch nichts ist so genial, so außergewöhnlich wie die Bohemian Rhapsody. Streng genommen hat Mercury hier kein Lied geschrieben, da kein Strophe-Refrainschema vorhanden ist.

Der Song beginnt mit einem (auf einem schlecht gestimmten) Piano, bevor Mercury anfängt zu singen „Mama just killed a man“. Das ist der Beginn eines Liedtextes, dessen Sinn wohl für niemanden außer Mercury, der eigentlich Frederic Bulsara hieß, erkennbar ist. Verschiedene Opernversatzstücke sind vom Opernliebhaber beabsichtigt gewesen, doch warum Wörter wie „Galileo“ (dies repetitiv) „Fandango“ oder „Beelzebub“ ihren Weg in den Text fanden, erschließt sich mir nicht. Diese Wörter werden im opernhaften Teil genutzt und durch damals sensationelle (und aufwändige) Overdubs so in Szene gesetzt, dass man meint, ein hundert Mann starker Chor würde singen, dabei sind nur die vier Bandmitglieder von Queen zu hören. Daneben wird der Stereoeffekt gerade beim Galileo ausgereizt. Auffällig ist auch der Tempowechsel, war der Balladenteil noch getragen, ist die Operette überdreht, sodass manche vorschnell urteilen, dass es hierbei um eine Parodie handle, obwohl Mercury seine Liebe zur Oper ausdrückt.

Darauf folgt ein cleverer Übergang in das Gitarrensolo von Brian May, worauf Mercury gesanglich wieder einstimmt, bevor der Song mit einem langsamen, leiseren Outro endet.

Die ohnehin schon große Popularität des Songs wurde gerade in den USA durch den Film „Waynes World“ erhöht. Eine Gruppe performt hierbei im Auto zu dem Song. Obwohl das Studio den Song zunächst ablehnte, wurde Bohemian Rhapsody ein riesiger kommerzieller Erfolg und erreichte zweimal die Nummer 1 im UK. Passend, dass „Boheme“ für einen Künstler steht, der den Konventionen strotzt.

Da die Band nicht für eine Auftritt bei Top of the Pops bereit stand, wurde ein inzwischen legendäres Musikvideo gedreht, welches Pate stand für die Entwicklung des Musikfernsehens. Auch heute fasziniert die Bohemian Rhapsody jung und alt, wer dieses Stück Musik nichts abgewinnen kann, kann kein Musikliebhaber sein.

Ein Kommentar zu „Schräg, aber gut (20) – Queen „Bohemian Rhapsody

  1. Wunderbar! Da kann ich ja endlich mal wieder ein bisschen Werbung machen *grins* Unbedingt anhören und -schauen! Dieses Piano brennt zwar nicht, aber es dampft… 😉

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