Mitte der 2000er erreichte die Popebbe ihren Höhepunkt, ein paar gute Hip-Hop Songs, das Comeback von Robbie Williams und ein paar vereinzelte One-Hit-Wonder sind nur der Rede Wert. Die Speerspitze dieser One-Hit-Wonder ist Gnarls Barkley.

Gnarls Barkley hat sich nach dem Basketballer Charls Barkley, zu dem Sänger Cee-Lo eine optische Ähnlichkeit aufweist, benannt und das dann mit dem Ausdruck „to gnarl (engl. knurren)“ verbunden. Cee-Lo bildete mit dem DJ Danger Mouse, welcher 2004 mit einem inoffiziellen Mash-Up Album von Jay-Z und den Beatles für Furore sorgte, zusammen. Die erste und wie sich dann herausstellte einzige Hitsingle sollte „Crazy“ werden.

Crazy wurde so veröffentlicht wie es Cee-Lo beim allerersten Take eingesungen hat. Danger Mouse beschrieb es als wäre Cee-Lo bei jenem Take in einem „außerkörperlichen Zustand“ gewesen. Neben den außergewöhnlichen androgyn klingenden Gesang ließen die Mischung aus Motownsoul und modernen Hip-Hop/Housebeats aufhorchen. Für eine noch stimmigere Atmosphäre wurden dezente Streicher eingefügt. Die Hitgarantie gab der einmalige Mitsingrefrain, weshalb die Summe der Teile einen Song ergab, der sofort das zu bewerbende Album unter sich ergrub. „Crazy“ war zu Zeiten popmusikalischer Dürre mehr als ein Farbklecks.

Der von Cee-Lo als „Elektro-Industrial-Euro-Soul“ beschriebene Sound war neu und innovativ aber gleichzeitig so hörbar, dass der Song auf dem Popradar explodierte. „Crazy“ wurde der erste Nummer 1 Hit in Großbritannien, der noch vor Veröffentlichung der physischen Maxi nur durch Downloads und Vorbestellungen jenen Platz belegte.

Nach zwei Alben, die nicht an die Klasse des ersten großen Hits heranreichten, war das Musikprojekt Gnarls Barkley dem Ende geweiht. Cee-Lo hatte mit „Fuck You“ einen ordentlichen Hit und wurde für zwei Staffeln bei der us-amerikanischen Version von The Voice, während Danger Mouse Rockbands wie The Black Keys, Red Hot Chili Peppers und U2 produzierte. Ihr musikalisches Vermächtnis wird jedoch immer „Crazy“ bleiben, einer der fünf besten Songs der letzten zwanzig Jahre…

Ein Kommentar zu „Schräg, aber gut (28) – Gnarls Barkley „Crazy“

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