Lange Zeit war ich unsicher, welchen Song ich diese Woche nehmen soll, nicht weil die Auswahl eingeschränkt ist, sondern weil ich ja auch Lust haben muss, über einen Song zu schreiben. Außerdem sollten sich nicht immer 80er Synthiepopper und 90er Eurodance Nummern wiederholen. Über die Ärzte hab ich bisher nicht geschrieben, nun also dieser Song.

Es ist recht selten, dass ich über Songs schreibe, die in meiner Kindheit erschienen. 2008, ich war zehn Jahre alt, erschien dieser Song als dritte Singleaukopplung aus den Album „Jazz ist anders“. Die Ärzte gab es da trotz einer zwischenzeitlichen Auflösung über zwanzig Jahre lang. Spätestens mit „Männer sind Schweine“ haben sie gezeigt, dass sie gute Popsongs machen können. Neben diesem ist „Lasse red’n“ sicherlich einer der stärksten Songs von Farin Urlaub, Bela B und Rodrigo Gonzalez.

Oftmals ist der Text bei den Ärzten besonders stark, so auch hier, wo Vorurteile und Rufmord ironisch aufgearbeitet werden. Die Botschaft des Songs ist, dass man die Leute reden lassen soll und über solche Dingen drüber stehen soll. Exemplarisch sei der vorletzte Refrain genannt:

Lass die Leute reden und lächle einfach mild
Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild
Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht
Aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht

Daneben ist das Instrumental für Ärzte Verhältnisse popnah ohne zu sehr am kommerziellen Pop zu sein. Der Song baut sich mit nem Synthie und ner einfachen Gitarre auf und steigert sich im Refrain zu einem Pop-Rock Refrain. Auch deswegen war der Song ein Liebling des Formatradios und ist es auch heute noch. Danach waren die Ärzte nicht mehr so stark und nahmen noch mehr kommerziellen Sound an.

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