2018 haben die Kinos in Deutschland knapp 15% Umsatzverlust im Vergleich zu 2017 gemacht. Ich will gar nicht erst versuchen, dies zu ergründen, stattdessen will ich lieber erklären, warum ich immer noch gerne ins Kino gehe.

Ich war dieses Jahr 20 mal im Kino, jedes mal sah ich eine Werbung für Werbeweischer bei der Prominente über ihren liebsten Kinomoment sprachen. Da spricht Steven Gätjen über ein Autokino in Arizona, Oliver Masucci über die Vorteile des Kinos beim Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ und Bjarne Mädel darüber wie zwei Jugendliche Pulp Fiction nicht leiden konnten. Immer konnte man diese Liebe fürs Kino spüren. Wenn ich mit meinen Freunden rede, merke ich, dass sie entweder das Kino zu teuer finden oder keine Filmaffinität entwickelt haben. Wenn man die nicht hat, wird man das Kino glaube ich nicht lieben. Wenn ich die Wahl habe, einen Film im Kino zu sehen oder zuhause, ich würde das Kino oft bevorzugen. Es gibt zwei Gründe, warum ich nicht häufiger im Kino war. Erstens meine finanzielle Lage zumindest bis zum Studienbeginn. Diese ließ nicht zu, jeden Film, den ich sehen wollte, auch zu gucken. Dadurch habe ich gerade im Sommer, aber auch in Frühjahr, ein paar Streifen verpasst. Zweitens habe ich nicht immer Zeit, vor allem da in meinem Nochwohnort kein Kino ist, ich also immer mit dem ÖV mindestens eine halbe Stunde fahren muss. Deswegen habe ich oft an Unitagen einen Film drangehangen oder gar eingeschoben. Allerdings werde ich Roma auf Netflix sehen, einfach weil ich mir unsicher bin, wie gut ich ihn finden werde und ich weiß jetzt schon, dass es ein Fehler war, aber der Film hatte nur einen limitierten Filmstart.

Da kommen wir zu einem Problem: Während die Avengers, Bohemian Rhapsody oder Grindelwalds Verbrechen gefühlt ein halbes Jahr im Kino laufen, verschwinden manche Filme nach spätestens zwei Wochen wieder aus dem Kinoprogramm, selbst beim Programmkino. Deshalb habe ich mit „Girl“ und „Nach dem Urteil“ zwei Filme nicht im Kino gesehen, was mich immer noch ärgert. Dann höre ich immer wieder klagen, selbst von Filmliebhabern, dass das Kino nervig sein, mit dem respektlosem Verhalten der Zuschauer. Für mich ändert das nichts an der Faszination Kino, in der man in andere Welten versinken kann. Ich schaue einen Film im Kino anders als zuhause, gebannter und fokussierter. Ich liebe es frisch in einen neuen Film zu gehen, auf den man sich freut. Ich mag die Atmosphäre im Saal, ich liebe es im Sessel zu versinken, sich überraschen und mitreißen zu lassen und würde am liebsten viel mehr Filme im Kino sehen.

Wie viele Filme ich nächstes Jahr in Kino sehen werde, hängt davon ab, wie oft ich es ins Kino schaffen werde. Der Januar bietet einen guten Anhaltspunkt, sage und schreibe 11 Filme, die mich teilweise brennend interessieren kommen ins Kino dazu stehen eigentlich noch drei Filme aus dem Dezember ( Mary Poppins Returns, Bumblebee und Der Junge muss an die frische Luft) aus. Ich wäre zufrieden wenn ich die Hälfte der Filme schaffe, vor allem da ich noch ein paar Filme von Netflix (erwähnter Roma, Auslöschung und Bird Box) und die ich auf Amazon Prime geliehen habe bis Ende Januar sehen will. Für 2019 habe ich mit vorgenommen mindestens 50 Filme im Kino zu sehen, ich habe jetzt schon eine Liste mit knapp 70 Filmen, die erfahrungsgemäß im Laufe des Jahres zunimmt.

Mein Filmranking ist zwar in Arbeit, ich möchte jedoch erst ein paar Filme nachholen, sodass es erst Ende Januar erscheint. Bis dahin habe ich hoffentlich ein paar mal die Kinos in der Grenzregion aufgesucht.

16 Kommentare zu „Warum ich immer noch gerne ins Kino gehe

  1. Ja, die „kleinen“ Filme haben es im Kino wirklich schwer, grad dann, wenn man eben nicht in einer Großstadt mit entsprechender Anzahl an Kinos lebt. Das ist sehr schade, war aber vermutlich schon immer so und wird sich auch wohl nicht mehr ändern.
    Ich habe meine Kinobesuche in 2018 auch eingeschränkt. Zum einen, weil das Filmangebot häufig nicht meinen Wünschen entsprach, was sich eventuell im neuen Jahr wieder ändern könnte. Zum anderen – und das ist für mich viel gravierender – nerven mich die sogn. „Kinobesucher“, die keinerlei Rücksicht auf die anderen Leute nehmen, die telefonieren, quatschen, sonstwie laut sind und eigentlich am Film kein wirkliches Interesse haben. Darauf angesprochen, sind sich diese Leute auch keinerlei Schuld bewusst. Im Gegenteil. Fühlen sich dann noch angegriffen und sind beleidigt, weil sie von einem „Spießer zurechtgewiesen“ werden. Verkehrte Welt irgendwie. Nee, das ersparte ich mir inzwischen. Ich gehe dann – wenn es der Job zulässt – am Nachmittag ins Kino, wir es meist sehr entspannt zugeht.
    Vielleicht bin ich aber auch einfach nur dünnhäutiger geworden.

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    1. Komischerweise hab ich diese Nerverscheinungen selbst bei vollen Vorstellungen bisher nicht gehabt. Weit häufiger gehe ich aber auch vor 18 Uhr ins Kino, von daher ist hei mir eher die Regel dass zwischen vier und zwanzig Leute im Kino sitzen. Dieses Jahr war ich nur dreimal in ner vollen Vorstellung, dass war bei Deadpool 2, der Sneak von 25 km/h und Bohemian Rhapsody.

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  2. In den U.S.A. war es ein gutes Jahr, Wobei auch sechs der umsatzstärksten zehn Filme Superhelden-Filme waren. Wenn man dort irgendwo in keiner sehr großen Stadt wohnt, hat man das gleiche Problem, die Indies sind dort entweder gar nicht zu finden oder nur mit Mühe in einem entfernten Programmkino zu sehen. Sehr schwer haben es nicht-englischsprachige Filme.

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    1. Die Ideenarmut des Blockbusterkinos ist auch eine Sache. Ich glaube, dass Deutschland immer ein Markt war, auf dem gut gemachte und gut vermarktete Filme gute Ergebnisse landen konnten. Als Beispiele dafür fallen mir American Beauty, Forrest Gump und einige Tarantinofilme ein. Dieses Jahr sind aber komischerweise Aufbruch zum Mond und A Star is Born gefloppt. Das zeigt für mich, dass das Problem langfristig in Deutschland ist. So richtig gute Blockbuster werden immer weniger oder sie floppen. Das arbeite ich aber später mal ab. Nicht-angloamerikanische Filme haben es ja auch in Deutschland schwer, eigentlich können sonst nur die von dir verhassten französischen Filme punkten. In Aachen gibt es ein Programmkino, welches aber die Filme manchmal zu schnell rausrotiert und dann doch Filme wie Aufbruch zum Mond oder A Star is Born zeigt.

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      1. Gut drei Millionen Besucher haben in Deutschland tatsächlich nur dieser Harry Potter-Ableger und 50 Shades of Grey erzielt. Aber von Flop würde ich bei „A Star is Born“ nicht sprechen, hat ja fast eine 1 Million Besucher in Deutschland gehabt.

        Die Kinobetreiber müssen halt die Filme rausnehmen, wenn sie keine Kasse machen. Sie wollen ja auch überleben, manchmal sind es aber auch vertragliche Bindungen.

        Skandinavische Filme kommen, so weit ich weiß, ganz gut in Deutschland an.

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        1. Im öffentlich rechtlichen sind skandinavische Filme oft zu finden, aber im Kino sind die nur präsent wenn die für die Awards Season präsent sind. A Star is Born hatte doch eine Millionen Zuschauer? Dann scheint der eine gute Mundpropaganda gehabt zu haben, der Start ließ nämlich ein schlechteres Ergebnis erwarten. Ich meine, dass der Avengers Film noch die drei Millionen Zuschauer erreicht hat. Bisher glaube ich, dass es nächstes Jahr auch nur bei Star Wars und dem neuen Avengers und evtl Frozen 2 mehr Zuschauer geben wird.

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          1. Stimmt, hast Recht, Infinity War hatte ich übersehen, die drei Filme. Was das über den Geschmack der Deutschen aussagt? :))
            ASIB hatte über 900 000 Besucher, schon nicht so schlecht.
            Dieses Jahr ist der Star Wars-Solo-Film ja gefloppt (also in den Augen der Produzenten). Es ist immer schwer vorherzusagen, welche Filme am Ende erfolgreich sind. A Quiet Place war beispielsweise ein Überraschungserfolg, vor allen Dingen gemessen an den Produktionskosten.

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            1. Ich habe gerade die Liste angesehen, zB ein Mission Impossible Fallout hatte auch nur 1,2 Millionen Zuschauer, was eigentlich ein Flop ist, den der Film nicht verdient hat. Die Verlegerin war deutlich erfolgreicher als Ready Player One, Love, Simon hatte nicht einmal 300.000 Zuschauer, Til Schweiger hat selbst mit Klassentreffen über eine Million Zuschauer, während sehenswerte deutsche Filme die Marke nicht erreicht haben, vllt schafft das der Hape Kerkeling Film noch. Bohemian Rhapsody hatte fast zwei Millionen Zuschauer, Mamma Mia Zwei sogar etwas mehr. Kurz, die deutschen Kinogeschmäcker sind zwar ganz anders als die anglo-amerikanischen aber ähnlich seltsam. In diesen schwachen Jahr haben sich erstmals die Marvel Filme richtig durchsetzen können, bisher war das ja nicht so der Fall. Ich bin immer wieder überrascht, da ich die Ticketverkäufe nicht als Argument für eine Filmentscheidung sehe, wie seltsam diese Jahresrankings dann sind.

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                1. Ich habe in den letzten zwölf Monaten fünf deutsche Filme im Kino gesehen: Aus dem Nichts, Das schweigende Klassenzimmer, Ballon, Der Vorname und 25 km/h. Das waren alles sehenswerte Filme, die auch beim großen Publikum funktionieren können, was sie spätestens im Fernsehen werden. Aber auf jeden guten deutschen Film, kommen zwei unlustige schweigerartigen Rom Coms oder unlustige Pennälerfilme. Deswegen ist der Ruf des deutschen Films schlechter als er es verdient hat.

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  3. „2018 haben die Kinos in Deutschland knapp 15% Umsatzverlust im Vergleich zu 2018 gemacht.“
    „jedes mal sah ich eine Werbung für Werbeweischer bei der Prominente über ihren liebsten Kinomoment.“

    Hat sich da der Fehlerteufel eingeschlichen, oder verstehe ich da irgendwas nicht richtig?

    „Für 2019 habe ich mit vorgenommen mindestens 50 Filme im Kino zu sehen“

    Dann hoffe ich mal für dich, dass du ein UCI in der Nähe hast und eine Dauerkarte dafür dein eigen nennst. Oder dass du mittlerweile einen Job hast, bei dem du gut verdienst 😉 Denn das liebe Geld versagt mir zunehmend meinen Kinogenuss, weswegen ich mehr und mehr auf Netflix und Prime umsteige. Wenn man alle Filme zeitversetzt sieht, dann ist man eigentlich auch nie hinten dran, rede ich mir ein ^^

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    1. Da hat sich eindeutig der Fehlerteufel eingeschlichen.
      Ich versuche eigentlich immer an den Kino-/Studententagen ins Kino zu gehen und auch meistens kein Getränk und Süßes zu kaufen. Das gehört für mich nicht zwangsläufig zum Kinoerlebnis dazu. Dann geht es eigentlich ins Kino zu gehen.

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      1. Ich habe ein Ticket, bei dem ich für jeden Film 7 Euro bezahle (außer 3D, aber wer schaut schon noch 3D ^^) und das letzte Mal, dass ich mir was an der Theke gegönnt habe, ist mehr als 7 Jahre her, aber 30 € im Monat für den Kinobesuch könnte ich mir zur Zeit nicht leisten. Wie machen das Raucher?!

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