Ich habe am Mittwoch 09.01.2019 in der Sneakpreview den Film Plötzlich Familie gesehen.

Inhalt

Pete (Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Bryne) nehmen nach kurzer Überlegungsphase und einem Crashkurs insgesamt drei Kinder zur Pflege auf. Neben lustigen Momenten fangen damit auch große Probleme an…

Kritik

Mark Wahlberg, der als Rapper in den Neunzigern Erfolge feierte, betätigt sich inzwischen als Schauspieler. Während er meistens Actiondramen mit Peter Berg dreht, hat er jetzt eine Tragikomödie abgedreht. Meistens finde ich ihn eintönig, in „Plötzlich Familie“ passt das aber ganz gut. Denn seine Rolle ist eigentlich ein ganz cooler Daddy, den man irgendwie mag und man weiß nicht warum. Ähnlich geht es mir mit dem gesamten Film, der einige Schwächen hat, aber mich dennoch irgendwie überzeugt hat.

Fangen wir mit den Charakteren an: Die sind nämlich bis auf Teenager Lizzy ziemlich flach gezeichnet. Die Eltern sind amerikanisch-durchschnittlicher Mittelstand, wobei Rose Bryne in manchen Szenen nervt. Daneben gibt es noch zwei Damen von Kinderschutzbehörde – aus denen Octavia Spencer und Tig Nogaro das beste machen – und eine Reihe von Eltern, die Alleinerziehende auf der Suche nach dem Sportlertalent, das homosexuelle Paar, das ethnisch-gemischte Paar usw. Trotz einiger schwarzhumoriger Sequenzen will dieser Film eindeutig politisch korrekt sein. Das führt dazu, dass auf sehr lustige Momente das volle Drama folgt. Das wirkt zwar irgendwie authentisch, bricht aber an manchen Stellen den Film. Daneben ist das ganze doch sehr rührselig vorgetragen.

Warum ich den Film dennoch mochte? Zunächst einmal ist der Film angenehm witzig und zeigt dennoch authentisch Probleme bei der Aufnahme von Pflegekindern. Der Film zeigt, wie schwierig der Zugang gerade zu Lizzy für Ellie und Pete ist. Zeitweise ist sie sogar die Antagonistin des Films. Daneben ist der Film flott erzählt und enthält trotz der Rhythmusbrechungen keine Längen. Gegen Ende des Films wird noch der Song „Nothing´s gonna stop us now“ von Starship gespielt, was ich als gelungen erachtete.

Am wichtigsten jedoch ist, dass der Film etwas in mir bewirkt hat. Trotz der Überdramatisierung hat mich der Film abgeholt und mitgenommen. Ich konnte die Gedankengänge und Aussagen von Pete, Ellie und Lizzy verstehen. Pete und Ellie wurden nicht durch ihre Tat zu Sympathieträgern, sondern dadurch, dass sie zutiefst menschlich agierten, mehrmals kurz vorm aufgeben standen und dennoch die Kinder am liebsten adoptieren wollen, obwohl jene es ihren Pflegeeltern nicht leicht machen. Der Film hat mich dazu zurückgeführt, dass ich wohl nie leibliche Kinder haben kann und mir nochmal vor Augen geführt, was für eine Herausforderung ein Pflegekind ist.

Fazit

Der Film hat ein wichtiges Anliegen, nämlich, dass viele Kinder ohne Familie groß werden und dass man dagegen etwas tun könnte. Deswegen verzeihe ich dem Film auch die Überdramatisierung und die leichte Unausgegorenheit. Auch als Komödie funktioniert der Film. 7/10

 

2 Kommentare zu „Plötzlich Familie

  1. Mark Wahlberg war auch mal ein berühmtes Calvin Klein-Unterwäschemodel, aber das liegt auch schon so lange zurück, dass es kaum noch wahr ist. :))

    Er läuft auch nicht gerade Gefahr, irgendwann mal einen Oscar zu gewinnen, aber hin und wieder sehe ich ihn ganz gerne. Den Film gucke ich mir vielleicht mal auf Netflix o.ä. an. 🙂

    Gefällt 1 Person

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