Bon Jovi hat jahrelang nichts ausgelöst, mehr noch ich fand die Musik größtenteils ätzend (Anm. Mit den Balladen geht es mir immer noch so). Dann machten sich zwei der wenigen Personen deren Musikaussagen ich ernst nehme daran, mir zu zeigen, dass Bon Jovi doch einiges an guter Musik zu bieten hat. Die erste Person war meine beste Freundin, die eindeutig eine Präferenz für Musik von Jon Bon Jovi und seine Kompanen hat. Bei der Gartenarbeit tauchte irgendwann in ihrer Playlist ein Song auf, der mit einem prägnanten und langem Keyboardintro anfängt und sich dann als Rocksong entfaltet. Als Jon Bon Jovi anfängt zu singen, war ich perplex und fragte sie: „Ist das Bon Jovi?“, worauf sie wissend um Bon Jovi Aversion mit „Ja“ antwortete und ich nur noch sagte: „Der Song gefällt mir, ernsthaft.“

Dies ist noch erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass „Runaway“ Pionier des typischen Bon Jovi Sounds sein sollte. Als zweite kommerzielle Veröffentlichung der Band, erwies sich „Runaway“ als Türöffner. Dabei wäre der Song beinahe „auf dem Müll“ (O-Ton: Bon Jovi) gelandet, da keine Plattenfirma an den Erfolg glaubte. Bon Jovi gab dem Radio-DJ Chip Hobart den Song, mit der bitte ihn zu spielen. Hobart packte den Song in einen nur fürs Radio bestimmten Sampler und der Song wurde zum lokalen Hit. Daraufhin gab ein New Yorker Majorlabel der Band einen Plattendeal, sodass „Runaway“ leicht überarbeitet (und mit der richtigen ersten Bandbesetzung) zwei Jahre nach den ersten Aufnahmen im Jahr 1984 als Single zum Debütalbum erschien. Der Song beinhaltet die prägenden Keyboards, die so stark in keiner kommerziellen Single der Band zum Ausdruck kommen, ebenso wie die Hard Rock Stilmittel von Gitarrist Richie Sambora, welche er später durch technische Hilfsmittel ergänzen sollte. Dazu singt Jon leidenschaftlich, verletzlich, was bei Rocksongs deutlich authentischer klingt als bei den Balladen.

Sambora meinte, dass „Runaway“ eine sichere Nummer 1 gewesen wäre, wenn Bon Jovi keine Newcomerband gewesen wären. Gerade in den Achtzigern war der Rockmarkt umkämpft und Popsongs dominierten die Charts, sodass die Billboardspitze nur etablierte Rockgrößen ergreifen konnten. Erst mit dem dritten Album „Slippery when wet“ und den daraus herausgekoppelten Singles „You give love a bad name“ und „Livin´ on a prayer“ zwei Jahre später konnten Bon Jovi die Chartspitze in den U.S.A. erobern, aber Sambora hatte Recht, „Runaway“ ist ein verdammt guter Song, der natürlich in meiner Lieblingssongs Playlist auf Spotify ist.

Die zweite Geschichte, die mich zu der Musik von Bon Jovi brachte, gibt es im Laufe der nächsten Woche.

 

Ein Kommentar zu „Schräg, aber gut (46) – Bon Jovi „Runaway“

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