Ich muss zugeben, dass ich mit den wenigsten Songs der teilweise kultisch verehrten Pop-Rock Gruppe Talking Heads aus New York meistens wenig anfangen kann. War ihr kommerzieller Erfolg in den Anfangsjahren zumindest in den U.S.A. solide (obwohl sie auch da nur einen Top 10 Hit hatten) hatten sie in Deutschland nur einen Hit. Es war weder „Psycho Killer“ noch „Burning down the House“ und auch nicht „Once in a Lifetime“, sondern das von einigen Kritikern verschmähte Stück „Road to Nowhere“. Das für einige zu kommerziell geratene Popstück wurde im Sommer 1985 zum einzigen Top 10 Hit des Quartetts in Deutschland und in Großbritannien.

„Road to Nowhere“ schafft die Verbindung des typisch verschrobenen Talking Heads Sounds mit den Ansprüchen des kommerziellen Mainstreams, obwohl der Song dennoch davon abweicht, weswegen er heute von mir für diese Rubrik ausgewählt wurde. Der Song beginnt mit einem A-Capella Part der sowohl die Planlosigkeit als auch den freien Willen bzw die Ziele des lyrischen Ichs bzw Wirs ausdrückt:

Well, we know where we’re goin‘
But we don’t know where we’ve been
And we know what we’re knowin‘
But we can’t say what we’ve seen
And we’re not little children
And we know what we want
And the future is certain
Give us time to work it out

Daraufhin beginnt das Instrumental einzusetzen, während Sänger David Byrne zum ersten Refrain einsetzt. Das „Nowhere“ bezieht sich dabei wohl auf die Zukunft, sodass der Text sowohl eine positive Grundstimmung aufkommen lässt, als auch Zweifel über den eingeschlagenen Weg aufgibt. Dazu passend ist das ganze mit einem Rhythmus unterlegt, der mich immer irgendwie an Marschmusik erinnert. Dieser wird durch eine Reihe von Instrumenten ergänzt, so sind neben Keyboard, Gitarre und Schlagzeug auch Handclaps und eine Mundharmonika, vielleicht im Hintergrund noch weitere Instrumente zu hören. Vorausdeutend klingt diese Wall of Sound leicht nach rockigen Country, in dessen Richtung sich der Talking Heads Sound in den letzten Alben vor der Trennung 1991 entwickelt.

Erstaunlicherweise passte „Road to Nowhere“ in den musikalischen Mainstream – okay, es sind die Achtziger, aber selbst dafür ist der Song außergewöhnlich – und wurde völlig verdient zum größten Erfolg der Talking Heads, auch wenn mancher Musikkritiker das anders sieht. Selbstverständlich ist „Road to Nowhere“ in meiner Lieblingssongs-Playlist auf Spotify.

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3 Kommentare zu „Schräg, aber gut (48) – Talking Heads „Road to Nowhere“

  1. Die Talking Heads gehören zu meinen absoluten Lieblingsbands. Der neurotische Gesang von David Byrne passte wunderbar zu den hypnotischen Rhythmen der Begleitband. Die seltsamen Texte waren für die damalige Popwelt außergewöhnlich. Als junger Mensch habe ich Road to Nowhere rauf und runter gehört. Danke für die Erinnerung an dieses Popjuwel.

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    1. „Road to Nowhere“ ist einer meiner Lieblings-80er-Songs, auch wenn es davon einige gibt, aber ja es ist ein außergewöhnlich guter Song. Bitte sehr

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  2. Ein toller Song. Dabei interessiert es mich nicht, ob er nun kommerziell oder Mainstream oder was auch immer ist. Die Melodie, der Rhythmus und die Kombination der involvierten Instrumente berühren mich. Das langt.

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