Wer jetzt dachte, ich würde heute den vollkommen zurecht mit dem Oscar ausgezeichneten Song „Shallow“ aus A Star Is Born würdigen, dem sei gesagt ich war kurz davor, aber es gibt zwei Gründe dagegen, einer davon ist die Oscarverleihung, die dieses Jahr darum gebettelt hat, auf die Schippe genommen zu werden. In meinem Frust wollte ich nicht einen Text über einen aktuellen Song schreiben. Stattdessen ein Klassiker, der durch einen Liebesfilm bekannt wurde.

Es ist für mich immer noch überraschend, dass viele Leute denken, dass der Song für den Film komponiert worden war. Dabei starb Roy Orbison einem Jahr vor Drehbeginn im Alter von 52 Jahren. Orbison war Anfang der 60er einer der vielseitigsten Sänger, der sowohl Balladen, Rockabillynummern als auch Country singen konnte. Neben seinem gleichermäßen beherrschten Tenor und Falsett wurde sein langgerolltes „R“ zum Markenzeichen. Auch sein Auftreten war speziell, so trat er seitdem er seine Brille in einem Flugzeug vergaß immer mit einer angepassten Sonnenbrille auf. Wie viele Stars der 60er nahm auch Roy Orbison 1963 zwei Songs auf Deutsch auf, bevor er 1964 den Song komponieren sollte, der ihn unsterblich machen sollte. Sein neuer Autorenpartner war zu Gast bei ihm, als Orbisons erste Ehefrau Claudette zum Einkaufen ging und auf Orbisons Frage, ob sie noch Geld brauche antwortete: „Pretty Woman never Needs any Money“. vierzig Minuten später war der Song „Oh, Pretty Woman“ getextet und komponiert. Eine Woche später aufgenommen, zwei Wochen später veröffentlicht wurde der Song zu Orbisons größten Hit. Der Song stellte einen Wechsel zu den melancholischen Balladen zuvor dar. Das Gitarrenintro zum rockigen „Oh, Pretty Woman“ inspirierte die Rolling Stones zu dem Intro für „(I can´t get no) Satisfaction“. „Oh, Pretty Woman“ wurde sowohl in den U.S.A. als auch in Deutschland zu Orbisons erstem Nummer Eins Hit.

Bis kurz vor seinem Tod sollte dies auch Orbisons letztem Erfolg darstellen, erst 1987 gelang es ihm mit einer Neuaufnahme seiner Hits wieder aufs Radar zu treten. Den Erfolg des folgenden Albums „Mystery Girl“ erlebte Orbison nicht mehr. Der seit 1969 in zweiter Ehe mit der Deutschen Barbara Jakobs (die später seine Managerin wurde) verheiratet starb Roy Orbison am 6.Dezember 1988 nach jahrelangen Herzproblemen an einem Herzinfarkt.

Sein Song „Oh, Pretty Woman“ (Platz 222 der Rolling Stone Top 500) wurde ein Jahr später in einem Film Garry Marshalls verwendet. Der ursprünglich „3000“ betitelte Film wurde durch die Nutzung des Songs sogar in „Pretty Woman“ umbenannt und wurde zu einem der größten Liebesfilme aller Zeiten. Der Film mit Richard Gere und der damals nur Insidern bekannten Julia Roberts verwendet „Oh, Pretty Woman“ in einer inzwischen legendären Szene, in der Julia Roberts durch die Straßen tingelt. Dabei war Julia Roberts nur die vierte Wahl für diese Rolle, die wohl auf ewig die Rolle ihres Lebens sein wird. Die damals noch blutjunge Jennifer Connelly war die Erstwahl des Regisseurs, auch Molly Ringwald und Daryl Hannah wurden angefragt. Ob der Film mit ihnen auch so erfolgreich gewesen wäre, man weiß es nicht. Roy Orbisons Song wäre sonst wohl weniger präsent, auch wenn er fabelhaft ist.

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