Nachdem sich diese Rubrik zuletzt eher der elektronischen Tanzmusik gewidmet hat, wird heute ein Klassiker gewürdigt. Ein Song der größer als sein Schöpfer ist „Music“ von John Miles. Der damals siebenundzwanzig jährige Multiinstrumentalist Miles arbeitete mit seinem Bassisten Bob Marshall und dem Produzenten Alan Parsons, für dessen Projekt Miles auch Studiosänger war an neuen Songs für sein Album „Rebel“. Meistens schrieb Marshall die Texte jedoch nicht bei „Music“, dessen kurzen einprägsamen Text Miles selbst verfasste.

Dieser befasst sich mit der großen Liebe zur Musik, wie die ersten Zeilen schon ausdrücken: „Music was my first love and it would be my last“. Der Song beginnt mit einem Klavierinstrumental und dem Text über die Liebe zur Musik, jedoch bleibt der Song keine gefühlvolle Klavierballade. Schon nach etwa einer Minute wird der Song ausgesprochen rhythmisch mit Gitarrenakzenten, bevor mit Bläsern eine Spannung aufgebaut wird, die sich in eine Rückbesinnung auf das Klavierintro und den Text entlädt. Miles singt sehr hoch und einfühlsam bis zu einem getragenen Teil mit Dominanz der Bläser und des präsenten Klaviers übergeleitet wird. Nach etwas mehr als dreieinhalb Minuten wird der rhythmische Teil wiederaufgenommen, der immer wieder kommerziell genutzt wird. Daraufhin deutet sich das Finale an, indem das Tempo gedrosselt wird und die Bläser eine Rückkehr des Balladenteils ankündigen, der jetzt üppig orchestral arrangiert ist und Miles nochmal den Text singt. So kann man grob diese knapp sechs Minuten beschreiben, aber eigentlich muss man John Miles Liebeserklärung an die Musik hören, um ihren Zauber zu verstehen.

Vielleicht auch deswegen habe ich mich seit Wochen irgendwie gesträubt einen Text zu diesem Meisterwerk zu verfassen. „Music“ ist eines dieser Lieder bei denen ich immer Gänsehaut bekomme, auch als ich den Song gerade während des Schreibens dieses Artikels gehört habe. Ein Bekannter findet den Song großartig, seitdem er ihn LIVE auf der „Night of the Proms“ gehört hat. Bei diesem Event ist John Miles einer der Stammgäste und jede „Night of the Proms“ endet mit John Miles und „Music“. Mein bester Freund singt im Chor und sie wollen diesen Song demnächst aufführen, laut ihm das ultimative Argument dieser Aufführung beizuwohnen. Man kommt nicht um diesen Song herum, selbst als RTL Zuschauer, da der Kölner Sender ihn als Jingle für seine Sonja Zietlow Rankingshow nutzt, wofür ich RTL am liebsten verklagen würde.

Vor der Recherche wusste ich gar nicht, dass „Music“ seinerzeit schon ein großer Hit in Großbritannien und auch in Deutschland war, in den USA jedoch unterging. Genauso wenig wusste ich nicht, dass die von mir geschätzte belgische Tranceformation Sylver eine Neuinterpretation mit John Miles 2009 aufgenommen hat. Produziert von John Miles Sohn John Miles Junior hat das irgendwie Charme kommt aber nicht an das Original heran.

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