Norwegen hat am Wochenende einen Rednexeuropophybriden als seinen diesjährigen ESC Beitrag auserkoren, es sei schonmal verraten, dass mir der Song zusagt, aber ich ihn für den Fan Favorite Fail halte. Anders war es vor zehn Jahren, als ein junger Mann weißrussischer Abstammung für seine Heimat im hohen Norden antrat. Bis zum Wechsel der Punkteregelung sollte es nie wieder einen überlegeneren Sieger geben als Alexander Rybak, der so sein ganz eigenes „Fairytale“ erlebte.

In den 2000ern gab es einige überraschungssiege, so war selten der Buchmacherfavorit am Ende vorn. Der einzige echte Favorit der Gewann war Alexander Rybak. Jedoch war schon bei seinem Halbfinalauftritt offensichtlich, dass dieser Song gewinnen wird, ein Phänomen, dass ich noch zweimal erlebte 2013 und 2015. Wie haushoch Rybak gewinnen würde, war jedoch nicht absehbar, auch aufgrund starker Konkurrenz und der Unklarheit über die Wieder eingeführte Jury, die als Reaktion auf Lordis Sieg 2006 und dem furchtbaren Ergebnis des 2008er Contests revitalisiert worden ist. Rybak gewann in beiden Wertungen mit immensen Vorsprung, sodass er auch das kombinierte Voting überlegen gewann. Die Punktevergabe war dementsprechend wenig spannend. Wenn man nach dem heutigen Wertungssystem vorgeht, ist Rybaks Punkterekord 2017 von Salvador Sobral geknackt worden, dennoch darf kein Zweifel bestehen, dass Rybaks „Fairytale“ unter nüchterner Betrachtung einer der besten Siegersongs aller Zeiten ist. Auch die Bühnenshow war ausgereift und clever (etwas was den diesjährigen Beitrag aus Norwegen bisher noch fehlt), ohne den Fokus von „Charming Kid“ Rybak zu nehmen. „Fairytale“ ist ein perfekter Popsong mit Höhepunkt im Refrain und der charakteristischen Geige, die dem Song die benötigte Einzigartigkeit beschert. Da konnte man darüber hinwegsehen, dass der junge Mann mit dem Lausbubencharme kein herausragender Sänger ist, vor allem da der ESC eigentlich ein Komponistenwettbewerb ist. Erwähnenswert ist auch, dass Rybak den Song mit dem markanten Geigenintro selbst komponiert und geschrieben hat.

2018 trat Rybak mit dem Witzsong „That´s how to write a song“ beim ESC in Lissabon an, womit er sich beinahe seine gesamte Reputation bei mir verspielt hätte. Glücklicherweise landete der Titel in der zweiten Hälfte des Scoreboards. da Rybak angekündigt hatte, Norwegen weitere male vertreten zu wollen, bleibt nur zu hoffen, dass er sich an seinem Siegsong orientiert oder zumindest keine Blödelnummer schickt, denn dafür ist er als Musiker und Komponist viel zu gut.

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