Inhalt

Vers (Brie Larson) gehört einer Kampfeinheit der Kree unter der Leitung von Yon-Rogg (Jude Law) an. Bei einem Einsatz gegen die Torfas wird sie gefangen genommen und verschollene Erinnerungen werden geweckt, diese verstärken sich, als sie auf der Erde landet, wo Nick Fury (Samuel L Jackson) ihr bei ihrer Vergangenheitsbewältigung hilfreich ist.

Kritik

„Captain Marvel“ stößt auf ein breites Echo, von begeisternd bis langweilig von clever bis mau von humorvoll bis unlustig ist alles dabei. Der erste Marvel Fan mit einer weiblichen Titelheldin krankt weniger an den typischen Schwächen von Marvel Filmen, hat allerdings andere Baustellen.

Ich bin bekanntlich kein großer Fan der Superheldenfilminvasion, von den inzwischen 21 Marvelfilmen würde ich die wenigsten als qualitativ gut beurteilen, die irrsinnigen Zusammenhänge sind mir fremd, für mich muss jeder einzelne Fan für sich funktionieren und nicht nur als Beiwerk in einem gigantischen Filmuniversum. „Captain Marvel“ funktioniert für mich als eigenständiger Film.

Zunächst einmal hatte ich mal wieder das Gefühl eine nicht vollkommen schablonenhafte Origin Story zu sehen, so hat „Captain Marvel“ einen ziemlich guten Twist. Ebenso gelungen fand ich die Erzählweise, die sich nah an der Heldin orientiert, die selbst zunächst nichts über ihre irdische Vergangenheit weiß. Dafür entsteht ein anderes Problem, denn die Charakterisierung von „Captain Marvel“ ist mangelhaft, mehr als nur eine dicke Lippe zu riskieren darf Brie Larson in den meisten Szenen nicht machen. Nur in zwei Szenen darf sie mehr Emotion zeigen, da kann ich verstehen, wenn Menschen Carol Danvers alias Captain Marvel unsympathisch finden. Das wäre weniger auffällig, wenn man nicht den ganzen Film zeigen würde, dass „Captain Marvel“ zu emotional handeln würde. Allerdings handelt sie eher kopflos als emotional. Die mangelnde Emotionalität sollte mit Humor kaschiert werden, der allerdings in der ersten Hälfte überhaupt nicht zündet. In der zweiten Hälfte des Films wird das etwas besser, auch weil die Chemie zwischen Brie Larson und Samuel L Jackson stimmt. Die meisten humoristischen Momente vereint jedoch die Katze Goose auf sich.

Eine eher kleine Sache, die mich gestört hat war die Musikauswahl, so wird gezeigt, dass Carol Danvers großer Guns n Roses Fan war und dennoch spielt man einen Nirvanasong (obwohl Danvers 1989 also vor Nirvanas Durchbruch die Welt verlassen hatte). Daneben gab es ein Wiederhören mit dem Ford Focus Werbesong „You Gotta Be“ von Des´ree und eine vollkommen unnötige Einspielung von No Doubts „Just a Girl“ während der entscheidenden Actionsequenz. Da hatte ich auch das einzige mal das Gefühl, dass die feministische Botschaft übertrieben wurde. Das größte Neunzigerfeeling tritt im Film bei der Ankunft auf der Erde, Vers landet in einer Bibliothek und zerschießt einen Pappaufsteller mit Arnold Schwarzenegger Konterfei. Daneben setzt der Film auf Buddy Cop Momente alla Lethal Weapon, dessen Brillanz zu keinem Zeitpunkt erreicht wird. Das von Kevin Feige propagierte Ninetysfeeling war also marginal, was den Film an sich nicht schlechter macht, Enttäuschung jedoch greifbar macht.

Die Actionsequenzen des Films sind für Marvelverhältnisse unterdurchschnittlich, gerade die Zugszene empfand ich schwach, der Endkampf entschädigt dafür allerdings. Die Schauspielleistungen von einem exzellentem Cast sind so gut, wie es das Drehbuch zulässt, so kann Brie Larson deutlich mehr ebenso wie Anette Benning, dennoch ist der Cast ein deutliches Plus. Ebenso war ich über das Pacing überrascht, denn trotz der Schwächen hat mich der film zu keinem Zeitpunkt geärgert oder gelangweilt, nach anderthalb Stunden war ich überrascht, wie weit der Film schon fortgeschritten war.

Fazit

Als Einzelfilm funktioniert „Captain Marvel“ auch wenn er für Filme des Marvel Cinematic Universe ungewöhnliche Schwächen (Action, Humor) aufweist. Brie Larson ist unterfordert und dennoch hatte ich Spaß am Film, was bei Superheldenfilmen nicht immer der Fall ist. Das hervorragende Tempo des Films federt die Schwächen ab, sodass „Captain Marvel“ zu einem soliden Film wird. 6/10

 

4 Kommentare zu „Captain Marvel

  1. Ich hab gerade eben nen Kommi geschrieben, aber den scheint die Internetverbindung der Deutschen Bahn gekillt zu haben (24 min Verspätung übrigens, just sayin’…).
    Wollte sagen, dass ich gelesen hab, dass Captain Marvel wohl nach dem Avengers-Ende mit Endgame das neue Zugpferd des Marvel-Universums werden soll…

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    1. Die Deutsche Bahn ist ja auch ne Katastrophe was das angeht…
      Dafür muss Captain Marvel aber besser charakterisiert werden. Ich glaube aber, dass der Superheldenhype abflauen wird.

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      1. Bei Langeweile in der Bahn fällt mir ein: Ich sollte mal wieder eine Perle schreiben! Die letzte war Mitte Januar. Da die jetzt „nur“ noch alle 2 Wochen kommen, würde ich meinen Rhythmus auch verlangsamen. Ich dachte nach Albanien Mitte Januar an Mitte April, Mitte Juli und Mitte Oktober, dann kommt alle 3 Monate eine, viermal im Jahr. Bemerkungen, Meinungen, andere Vorschläge? 😊
        Ich habe soviele Ideen ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht, welche ich zuerst schreiben soll. United Kingdom 2009, Frankreich 2013, Italien 2014, Deutschland 2015, Niederlande 2015, Dänemark 2016, Schweiz 2017, Dänemark 2017 😂 Solltest du also mal keine Lust mehr haben 😂😂 Ich denke mir da auch was aus für meinen kommenden eigenen Blog ^^

        Gefällt 1 Person

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