Der Streamingrückblick kommt diesmal ein paar Tage später, da es noch mehr Filme asl letzten Monat zu besprechen gibt.

Netflix

Folgende Serien habe ich auf Netflix gesehen:

Bonding

C+ Mit sieben Folgen a ca fünfzehn Minuten schaut man die erste Staffel von „Bonding“  auch nicht länger als einen Spielfilm. Das merkt man dem ganzen auch an, so ist zwar der Ton zwischen den Folgen unterschiedlich, aber sonst hat die Serie nichts, was ein guter Spielfilm mit der Thematik auch gehabt hätte, außer dass man eine Serie etwas anders erzählen kann als einen Film. Die Hauptcharaktere sind solide gezeichnet, auch wenn der schwule Freund gerne etwas weniger tuntig hätte sein können. Irgendwie hat mich Bonding ein wenig ratlos zurückgelassen, als Einzelfolgen fand ich alle Episoden gut, im Zusammenhang jedoch erschienen sie schwächer.

Folgende Filme habe ich auf Netflix gesehen:

Vergiss mein nicht

6/10 Der Film genießt unter Cineasten einen hohen Ruf, warum erschließt sich mir nicht ganz. Die Prämisse des Films ist interessant, jedoch wechselten sich sehr gute Phasen mit schwachen ab. Ich mochte auch Jim Carrey und Kate Winslet (mit bunten Haaren) hier nicht besonders, da war die andere Erzählebene um die Mitarbeiter der Erinnerungsentfernungsfirma besser. Ich weiß gar nicht mehr, wie der Film ausging, so egal war mir das Ende…

Moneyball – Die Kunst zu gewinnen

7/10 Stand lange auf meiner Watchlist, jetzt habe ich ihn endlich gesehen und muss sagen, dass der Film gut ist, jedoch einiges an Potenzial verschenkt. Brad Pitt hat hier zwar eine seiner besten Rollen, doch der Film wäre aus der Sicht Peter Brands (großartig Jonah Hill) noch faszinierender gewirkt. Dann hätten die Schnellfeuerdialoge geschrieben von Aaron Sorkin noch besser gewirkt, diese belebten auch die besten Passagen des Films. Mir ist immer noch die Diskussionsszene, ob man auf Sabermetics setzen sollte präsent, genauso wie die in der Pitts Billy Beane den Trademarkt innerhalb von drei Minuten durcheinanderwirbelt, um seinen Wunschspieler zu erhalten. „Moneyball“ ist ein Film über Sport, aber kein Sportfilm, da praktisch keine Baseballszenen im Film vorkommen.

Kick it like Beckham

6/10 Deutlich mehr Sportfilm als „Moneyball“ ist „Kick it like Beckham“. Dieser britische Film mischt Coming-Of-Age Komödie, Culture Clash Film und Fußballfilm. Zumindest die ersten beiden hat man schon oft besser gesehen. Keira Knightley sieht hier fast aus wie ein Typ, was auch in einer Szene genutzt wird. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die entscheidende Drehbuchänderung (beide Fußballerinnen verlieben sich in den gutaussehenden Trainer anstatt ineinander) nicht den ganzen Film durchzogen hat, so hätte ich eine lesbische Liebesgeschichte glaubwürdiger und aufgrund des Culture Clash Hintergrundes auch mutiger gefunden. Dennoch ist der Film solide, unterhält und hat einige Lacher parat.

Das fünfte Element

6/10 In den Neunzigern hatte Luc Besson mit „Leon-Der Profi“ seinen endgültigen Durchbruch, weswegen er diesen Science-Fiction Film drehen durfte, der zum damals teuersten europäischen Film aller Zeiten wurde. Besson konnte den Actionstar Bruce Willis für diesen Film gewinnen, genauso wie die damals junge, aber auch schon da schauspielerisch mittelmäßige Mila Jovovich. „Das fünfte Element“ ist ein typischer Style-Over-Substance Film und das kann ich besonders bei diesem Genre nicht ab. Ich kann mir vorstellen, wie frisch der Film in den Neunzigern gewirkt hat, allerdings sehe ich in „Das fünfte Element“ nicht mehr als einen typischen Durchschnittsblockbuster.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

8/10 Die wahrscheinlich größte Überraschung des Monats war dieses Harry Potter Spin-Off um Newt Scamander (Eddie Redmayne). Es entspinnt sich eine fabelhafte Geschichte im New York der Dreißigerjahre mit kleineren Schwachpunkten, aber sehr sympathischen Charakteren. Selbst Eddie Redmayne konnte mich hier mal überzeugen. Die beste Rolle war jedoch Kowalski.

Der Wixxer

7/10 Machen wir es kurz, wer Pastewka, Kalkofe, Wortwitze und Parodien mag, wird diesen Film mögen. Was der alles verballhornt ist unglaublich, ich hab mich totgelacht. Egal ob Mrs. Pennymarket, der Earl of Cockwood oder das sächsiche Ehepaar, fast alle Gags sitzen.

The Highwaymen

4/10 Theoretisch passt hier alles, guter Regisseur, Top Protagonistenduo, starkes authentisches Setdesign, interessante Geschichte, aber dieser Film nutzt sein Potential nicht und ist absolut schnarchig. Da helfen auch zwei meiner Lieblingsschauspieler nicht weiter.

Trainspotting (OmU)

9/10 Danny Boyle hat mich bislang eher enttäuscht, aber dieser Film ist ein purer Rausch. Ewan McGregor magert sich nicht nur runter sondern gibt ein nie eingelöstes Versprechen, dass er das Zeug zum großen Charakterdarsteller habe. „Trainspotting“ ist ein Film für Cineastin, in anderthalb Stunden hat er trotz rasantem Tempo eine derart große Tiefe, dass es anstrengend ist, dem ganzen zu folgen. Aber es lohnt sich, wie der phänomenale Anfang am Ende umgekehrt wird, zeigt die gewünschte Entwicklung des Protagonisten, die im Film aber nicht eintritt. Daneben hat der Film großartige Settings und Bilder, allein die berühmt-berücksichtigte Toilettenszene, teilweise schwarzen Humor (auch wenn der teilweise simpel ist) und großartige Musik von Iggy Pop über Underworld, Pulp hin zu Ice MC(!).

Good Will Hunting – Der gute Will Hunting

7/10 Hochgelobter Film von Gus Van Sant, geschrieben von Ben Affleck und Matt Damon und ein weiterer Beweis, dass Ben Affleck ein besser als Filmmacher (hier Autor) als Schauspieler ist. Allerdings fand ich „Good Will Hunting“ nur gut, da der Hauptcharakter unsympathisch, wenn auch gut verkörpert von Matt Damon, ist. Robin Williams gibt hier einer seiner besten Vorstellungen, ebenso mochte ich die Darstellung von Stellan Skarsgard.

Hugo Cabret

6/10 Guter Anfang, gutes Ende, zwischendrin solala, da alles irgendwie künstlich wirkte. Da nützte die Sympathie für Hugo (Asa Butterfield) und Isabelle (Chloe Grace Moretz) wenig. Immerhin fand ich Sascha Baron Cohen hier nicht schlimm und Ben Kingsley hat hier auch den guten Schauspieler gezeigt.

Amazon Prime

Folgende Serien habe ich auf Amazon Prime gesehen:

Pastewka (Staffel Vier)

B+ Ich mag den Humor von Bastian Pastewka einfach, sodass ich mich auch in Staffel Vier über seine Sendung „Pastewka“ mächtig amüsiert habe. Egal, ob er sich von seinem Bruder breitschlagen lässt in Glühbirnen zu investieren, Michael Kessler den Roseninder aufzwingt, er aus Prinzip einen anderen Handy-Tarif will oder mit Anke Engelke im Fahrstuhl festhängt. Daneben gibt es zwischenzeitlich veränderte Vorzeichen. Bastians Freundin Anne trennt sich von ihm und er kommt bei Hugo Egon Balder unter. Seine Nichte steuert aufs Abi zu und seine Managerin vermurkst ihn einen Auftritt im neuen Tarantinofilm.

Pastewka (Staffel Fünf)

A- In der fünften Staffel finden sich einige der besten Episoden der Serie (Die Entschuldigung, Die Sitcom, Das Brot, Die Laudatio), die Pastewkas schlechte Eigenschaften perfekt ausnutzen und ihn in Teufelsküche bringen. Staffel Fünf ist der Höhepunkt des sich umwinden Pastewka, der trotz aller Fettnäpfchen am Ende noch milde Konsequenzen trägt. Glücklicherweise sagt er seiner Freundin nicht, warum er sie heiraten will, sonst hätte er wohl größeren Ärger am Hals.

Folgende Filme habe ich auf Prime Video gesehen:

Lady Bird (gekauft für 4,99€)

8/10 Sicherlich einer der richtig guten Filme des letzten Jahres. Saiorse Ronan und Laurie Metcalf spielen hervorragend ein Mutter-Tochter Duo. Daneben dürfen in kleinen Rollen Lucas Hedges und Timothee Chalamet ihr können aufzeigen. „Lady Bird“ ist wohl ein sehr autobiographischer Film von Greta Gerwig, auch wenn diese einschränkt. So war die Regisseurin nie so rebellig, wie „Lady Bird“ im Film. Diese ist ein richtiger Snob und muss erstmal erkennen, dass ihre Mutter gar nicht so selten mit ihren mal bissigen, mal warmherzigen Kommentaren hat. Der Film wirkt wie ein authentisches Teenagerbiopic und macht eine Menge richtig.

Das Leben ist ein Fest

8/10 Da ich diesen Film sowohl eine Filmkritik als auch eine Erwähnung bei meinen geheimen Filmtipps gegeben habe, halte ich mich auch hier kurz. Sehr witzige Persiflage auf französische Großhochzeiten, bei der alles schief geht, was schief gehen kann inklusive eines Schrecklichen Gattens.

The Guilty (geliehen für 0,99€)

8/10 Der Film im Kopf funktioniert, auch weil man die Einschränkungen, die diese Geschichte aus der Rettungszentralenperspektive hat, perfekt ausspielt, um die ein oder andere Wendung in diesem Krimi zu platzieren. Dabei ist auch der einzige Schauspieler Jakob Cedergren, ob seine Rolle auch der Hauptprotagonist ist lasse ich bewusst offen, behilflich, der die Rolle des Asgar Holm sehr gut umsetzt. Holm ist nämlich genauso ambivalent gezeichnet, wie die Personen am Telefon.

Back to the Future (OV)

10/10 Jetzt habe ich mir den – meiner Meinung nach – perfekten Popcornkinofilm auch mal auf Englisch angesehen. Michael J. Fox ist einfach großartig, Christopher Lloyd wirkt etwas normaler als in der deutschen Synchro und das Pacing, der Humor, das Drehbuch sind eh über alle Zweifel erhaben.

Wenn ich bleibe

7/10 Nachdem einer meiner Kumpel mir x-mal diesen Film mit Chloe Grace Moretz empfohlen hat, habe ich dieser Teen-Romanze eine Chance gegeben (ist ja nicht so, als dass ich was gegen das Genre hätte). Besser als „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist er nicht, dafür ist mir der Freund zu oberflächlich und die Beziehung nicht interessant genug. Der Film zieht das Interesse eher über den Familienpart auf sich, schließlich stirbt die Familie bei einem Autounfall und Mia kämpft ums Überleben. währenddessen macht der Film eine Metaebene auf, die dank Ms. Moretz, die für die Rolle gelernt hat Cello zu spielen, sehr gut funktioniert.

Searching (geliehen für 0,99€)

8/10 Noch ein eher experimenteller Thriller, diesmal wird das ganze aus der Computerbildschirm Perspektive erzählt, was erstaunlich gut klappt. Zunächst führt der Film in einer Anfangssequenz das Leben der Familie Kim ein, wodurch der Zuschauer schnell an die Familie gekoppelt wird. Mit dem Verschwinden von Tochter Margot zeigt der Film dann, wie wenig Vater David Kim von seiner Tochter weiß. Dabei schafft der Film eine Balance aus spannenden Thriller und Vater-Tochter-Drama zu sein. Der kleine Twist am Ende wertet das ganze noch ein wenig auf.

Monsieur Claude und seine Töchter

6/10 In Vorbereitung auf einen eventuellen Kinobesuch von Monsieur Claude 2 habe ich mir nochmal den ersten Teil zu Gemüte geführt und festgestellt, dass der Film eigentlich gar nicht so gut ist, er ist solide und besser als fast alle Komödien aus den USA, aber ich habe schon deutlich bessere französische Komödien gesehen. Der Humor ist teilweise dunkel, aber immer noch im Rahmen und einige Szenen, wie die in der Bäckerei oder die am Essenstisch sind köstlich amüsierend.

I feel Pretty

4/10 Amerikanische Komödien sind oft generisch, langweilig, zäh und selten komisch. Zumindest für Mainstreamkomödien der letzten Jahre gilt das sehr oft, da ist dieses Stück mit Amy Schumer nicht anders. Eine ähnliche Prämisse, wie in „I feel Pretty“ hatte auch schon „Schwer Verliebt“ mit Jack Black und Gwyneth Paltrow. Auch wenn ich letzteren vor x-Jahren gesehen habe, kann ich sagen, dass „I feel Pretty“ deutlich schwächer ist, da alle eingangs genannten Prädikate auch auf diesen Film zutreffen. Natürlich hat der hier seine Momente, die lustig und interessant sind, aber verglichen mit knapp zwei Stunden Laufzeit sind das zu wenige und zu viele Ärgernisse.

Downsizing

7/10 Alexander Payne macht in der Regel gute Filme, die oft Rampe für starke Darstellerleistungen sind. „Downsizing“ ist da kaum anders, außer, dass er viele Genres und Tonalitäten in seinen etwas mehr als zwei Stunden Laufzeit vermischt. So hätte „Downsizing“ genau so gut eine Miniserie sein können. Die sehr interessante Prämisse wird auch gut ausgespielt, allerdings ist der Film manchmal mit seinen Tonalitäten überfordert und endet mit dem schwächsten Part.

Lola rennt

8/10 Tom Tykwers Debütfilm ist Techno. Irrsinniges Tempo, schneller Beat, Schnitttechniken, die sonst nur Darren Aronufsky nutzt: Technisch ist der Film brillant, vielleicht das beste aus dem deutschen Kino. „Lola rennt“ ist jedoch „nur“ sehr gut, da die Story sehr dünn ist, was durch den ungewöhnlichen Aufbau kaschiert wird. Für Filmstudenten ist dieser Film ein Fest, für alle anderen je nach Sicht positiv oder negativ anstrengend. Es wird sich mir wohl nie erschließen, warum Franka Potente danach groß Karriere machte, Tykwer hatte all sein Mojo hiernach verbraten.

Die Verurteilten

10/10 Bei IMDb ist dieser Film seit Ewigkeiten auf Platz Eins der besten Filme aller Zeiten. So sehr ich diese Liste manchmal zum Teufel schere, dieser Platz ist berechtigt. „Die Verurteilten“ ist einer dieser Filme, die einen lange nicht mehr loslassen. Morgan Freemans Voice-Over sind zum hinschmelzen, seine Darstellung wie (fast) immer großartig, Tim Robbins in der Hauptrolle ist ebenso phänomenal. Dieser Film nach einer Kurzgeschichte von Stephen King ist großes Kino. Narrativ erlaubt sich dieser Film keine Längen, hat jedoch trotz einer Abdeckung von zwanzig Jahren Leben im Gefängnis keine Substanzschwächen. Obwohl das Setting einen sehr traurigen Film vermuten lässt, hat dieser Film nicht nur tragische Momente, sondern zeigt eine wunderbare Freundschaft zwischen Andrey Dufrasne und Red. Dazu hat dieser Film einen im wahrsten Sinne des Wortes „Hammer-Twist“ und eins der besten und schönsten Filmenden der Filmgeschichte. Dieser Film ist wie ganz wenige Filme (nahezu) perfekt, packt einem an Hirn und Herzen. Wer „Die Verurteilten“ noch nicht gesehen hat, soll es sofort nachholen!

Runner Runner

4/10 Wenn Ben Affleck als Schauspieler das beste an einen Film ist, kann der nicht besonders gut sein. Wenn ich jetzt noch sage, dass Affleck hier nicht in „Gone Girl“ Form sondern eher in „Argo“ Form spielt, brauche ich nicht mehr viel zu „Runner Runner“ zu sagen. Wobei dieser Pokerfilm ist nichts weiter als ein großer Bluff, nur weiß der Zuschauer das schon sehr früh in diesem Film der Online-Poker als Vehikel für einen vorhersehbaren Thrillerplot nimmt.

Beverly Hills Cop

8/10 In den Achtzigern hat Eddie Murphy noch gute Filme gemacht, auch wenn die Fortsetzungen zu diesen Klassiker nur solide sind. Diese Actionkomödie besticht durch Tempo, gute Gags, eine solide Handlung, guter Musik und vor allem Eddie Murphy. Hier spielt das Plappermaul den Cop Axel Foley, der vom spröden Detroit sich ins sonnige Beverly Hills aufmacht, um den Mord an seinem besten Freund aufzuklären. Dort eckt er nicht nur bei den Gangstern, sondern auch bei seinen Kollegen an. Dabei nähern sich die Cops im Verlauf der Geschichte immer weiter an, die Mischung aus Star-Vehikel und Buddycopfilm funktioniert hier.

Die Unglaublichen 2 (geliehen für 0,99€)

6/10 Je überraschender die Pixarfilme von der Idee her sind, desto besser sind sie. Damit ist eigentlich logisch, dass „Die Unglaublichen 2“ ein Dip nach unten in der Filmographie des Studios ist. Dennoch ist es enttäuschend. Dabei ist das kein schlechter Film, er macht sogar einiges richtig, so ist der Plot rund um Mr. Incredible, der sich jetzt um den Haushalt kümmern muss und vollkommen überfordert ist, gelungen. Der andere Plot leidet jedoch unter großer Vorhersehbarkeit. Daneben ist das ganze irgendwie nicht magisch, wie es beim ersten teil noch der Fall war. War der erste Film noch frisch, ist das hier schon fast Stangenware. Selbst Edna Mode, auch wenn sie wieder hinreißend witzig ist, passt hier kaum in den Film.

Leave No Trace  (geliehen für 0,99€)

8/10 Kleiner Indie, der von Sony sträflich behandelt wird. Debra Granik hat hiermit einen wirklich starken Film abgeliefert. Thematisch dreht sich der Film um eine Vater-Tochter Beziehung, die langsam zerbricht, als die beiden aus der Isolation der Wildnis in ein normales Leben gedrängt werden. Ben Foster ist sowieso eine Bank, auch als Isolation bevorzugender Vater ist er eine Wucht. Thomasin McKenzie ist ein Name den man sich merken muss, auch wenn mir das bisher nicht gelungen ist. Als Tochter Tom liefert sie hier eine besondere Performance. Ihr Gesicht ist mir immer noch präsent. Schon zu Beginn werden kleine Hinweise gegeben, dass sie sich manchmal ein normaleres Leben wünscht, was im weiteren Verlauf immer offensichtlicher wird. Dabei haben Vater und Tochter eine besonders innige Beziehung, die aber immer weiter aufweicht. Dieser sehr langsam (teilweise zu langsam) erzählte Film ist aber auch großartig gefilmt, vor allem die Waldszenen kreieren schöne, einprägsame Bilder.

Kids in Love

3/10 Unsympathische Teenies machen unsympathische Dinge aus seltsamen Motivationen. Will Poulter spielt hier die Hauptrolle und selbst das reißt den Film nicht raus. Die Motivation, die sein Charakter hat, ist vollkommen dämlich, aber das kommt davon, wenn Spießer einen Jugendfilm machen.

Love, Rosie – Für immer vielleicht

7/10 Überraschend gut fand ich diese Fast-Food-Variante von „How I Met Your Mother“. Rosie und ihr bester Freund Alex merken auf ihrem Abschlussball, dass sie sich eigentlich nicht nur freundschaftlich lieben. Dennoch bleiben sie bei ihren Lebensgefährtin und warten darauf gemeinsam in die U.S.A. zu gehen. Dann wird Rosie von ihrem Freund Greg schwanger und die Wege der beiden trennen sich. Allerdings auch nicht wirklich, da die beiden immer im Kontakt bleiben. Wenn er eine jedoch frei ist, ist sie wieder vergeben und umgekehrt. So entwickelt sich ein Kriegen sie sich oder Kriegen sie sich nicht im Höchsttempo. Dabei entspinnen sich lustige Szenen (z.B. Rosies Tochter erwischt ihre Eltern bei Sexspielchen) und eine eigene Spannung, obwohl die beiden sich am Ende kriegen. Dabei schlägt der Film in anderthalb Stunden mehrere Haken, die daran zweifeln lassen, obwohl Lily Collins und Sam Claflin eine großartige Chemie haben. Kritiker fanden diesen Film spießig, was ich wirklich nicht nachvollziehen konnte.

Sonstige

Suicide Squad

3/10 Viola Davis, was hast du dir da nur gedacht? Logikfreies Drehbuch, mittelmäßiges Setdesign, strunzdoofe Dialoge, kaum erwähnenswerte Action, uninteressante Antihelden (abgesehen von Margot Robbies Harley Quinn) und die Verschandelung einiger der besten Songs aller Zeiten für einen Mistfilm. Jared Leto gibt einen Joker, den jeder Jeck an Karneval besser spielen könnte.

John Wick

8/10 Konsequenter Aufbau, atemberaubende Action, bierernste Atmosphäre. Ich mag „John Wick“ gerade deswegen. Ein emotionales Setting wird zu Beginn sorgfältig aufgebaut, sodass einem die Figur sympathisch ist, wodurch man mit John Wick mitfiebert, danach wird grandios gefilmte Action geboten, an dessen Ende Wick sein Ziel erreicht und sich in die Untergrundwelt wieder einfindet, was Fortsetzungen erst möglich macht.

Welche der Filme habt ihr gesehen? Bei welchen seid ihr anderer Meinung? Welche der genannten Filme wollt ihr noch sehen?

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11 Kommentare zu „Streamingrückblick Mai: Die Nummer Eins von IMDb

  1. Stimme dir bei Vergiss mein nicht definitiv zu, der hatte mich irgendwie auch nicht gekriegt, und Moneyball auch, da hatte ich noch etwas mehr erwartet.
    Das fünfte Element habe ich halt als Kind gesehen, erinnere mich aber noch kaum, daher äußer ich mich da nochmal vorsichtig. Der könnte durchaus schlecht gealtert sein, würde ihn mir definitiv nochmal anschauen. Aber interessant, dass du Style-Over-Substance anbringst, der ist ja schon fast sowas wie Kult. Wo ich Style-Over-Substance viel eher anbringen würde wäre bei Phantastische Tierwesen 😀 Der sah echt phänomenal aus, aber da steckte für mich einfach nichts dahinter (die platte Story mal ganz abgesehen..)
    Good Will Hunting stimme ich dir dann wieder zu, den ich aber noch einen Tick stärker finde, weil er die ein oder andere wirklich starke und memorable Szenen beinhaltet (Wenn Damon und Williams im Park auf einer Bank sitzen oder die beiden in seiner Praxis über seine Frau sprechen). Bei dem Film ist erst meine Liebe für Robin Williams übergesprungen (da ich auch noch nicht so viel von ihm gesehen hatte).
    Hugo Cabret stimme ich dir ebenfalls zu, der hätte so viel toller sein können, wirkt aber genau so wie du sagst künstlich und einfach nicht ganz rund.
    So hier kürz ich mal noch ein wenig ab: Lady Bird hab ich ebenso geliebt, The Guilty war echt gut, Searching ebenfalls – wenn auch nicht ganz mein Ding -, Monsieur Claude bin ich voll auf deiner Seite (und das trotz meiner französischen Seite und dass ich ihm auch im Original gesehen habe), Die Unglaublichen 2 war ich auch ziemlich underwhelmed, Leave No Trace hat mir auch gut gefallen und schließlich John Wick, wo ich ja nicht so ein Fan bin und in den ich damals einfach überhaupt nicht hineingefunden habe.
    Wo wir bei Back to the Future wären. Lustigerweise habe ich mir auch vorgenommen, sie mir als nächstes in englisch anzuschauen und ich bin aber riesen Fan der deutschen Synchro, die einen ganz eigenen Charme hat und natürlich meine Kindheit geprägt hat. Von daher bin ich gespannt und kann mir aber den Originalton zum Anlass nehmen, ihn nochmal zu sehen.
    So, bleibt nur noch das Streitthema 😀 Die Verurteilten ist definitiv ein guter Film. Bei all seinen Vorschusslorbeeren fand ich ihn aber dann ziemlich überschätzt. Stimme dir aber zu, dass man mit ihm nichts falsch machen kann und ihn gesehen haben sollte, werde ihn mir sicherlich auch nochmal anschauen.

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    1. Phantastische Tierwesen ist auch etwas Style Over Substance, aber der bessere Film. Das war mal wieder ein guter Blockbuster, der hat mich mitgenommen, obwohl ich sowas normalerweise nicht mag.
      Das fünfte Element fand ich auch vom Pacing nicht ideal, weswegen das nochmal reingehauen hat.
      Robin Williams ist auch das beste an Good Will Hunting.
      Die Synchro zu Zurück in die Zukunft ist perfekt, der fängt das perfekt an. Lutz Mackensy gibt sogar noch einen Tick mehr in der Stummleistung als Christopher Lloyd.
      Die Verurteilten ist einer dieser ganz wenigen Filme, die mich voll mitgenommen haben. Ich wüsste nicht, wie man das besser machen kann.

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    1. Wenn man die Serie und den Film auf die Grundprämisse herunterbricht, haben sie beide dieselbe, nämlich „Zwei Liebende kriegen sich über Jahre durch diverse Gründe nicht“.
      Während HIMYM dafür neun Staffeln in Anspruch nimmt, inklusive ironischer Nebenfiguren und vielen Aspekten, die weit von dieser Grundprämisse abweichen, bietet „Love, Rosie“ eine entschlackte, emotional weniger tiefe, auf Filmlänge verdichtete Variation nahezu ohne Nebenfiguren und ohne eine tote Frau. Vom Charme her ist es vielleicht sogar ähnlich, auch wenn die beiden liebenden ganz andere Charaktere sind als in der Vergleichsserie. Auch ist der hier deutlich vorhersehbarer, aber unterhaltsam.

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      1. Die Beziehung und Zusammengehörigkeit unterscheidet sich aber schon daher würde ich sagen „hat Ähnlichkeiten“ mehr aber auch wirklich nicht. Und „tote Frau“?

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        1. Ich musste während des Films tatsächlich an HIMYM denken, sonst fällt mir nur noch „Harry & Sally“ ein, der vielleicht sogar einen Tick ähnlicher ist. Aber das ist natürlich keine 1 zu 1 Kopie, sondern eine Variante dieses Schemas mit eigenem Spin.
          In HIMYM spielt gegen Ende eine Frau ne Rolle, die stirbt, wodurch das Ende möglich wird.

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  2. Erst mal sehr löblich, dass Du beginnst, Dir die Filme im Original anzuschauen. Die Entscheidung ist bei so vielen Filmen unausweichlich. ::)

    „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ (Vergiss mein nicht – was für ein blöder deutscher Titel) war seinerzeit einer meiner Lieblingsfilme. Habe ihn aber nicht noch mal gesehen. Gerade, dass Jim Carrey und Kate Winslet damals so gegensätzlich besetzt waren, fand ich eine tolle Idee, wie überhaupt die Idee und komplette Umsetzung des Films. „Moneyball“ fand ich auch klasse. „The Fifth Element“ ist ein Kultfilm, wie der Film auf die heutige Generation, die ihn jetzt das erste Mal sieht, wirkt, kann ich natürlich nichts sagen. Ist aber, glaube ich, bestimmt oftmals das Problem, wenn man Filme nicht aktuell, wenn sie auf den Markt kommen, sieht. Aber allein Gary Oldman ist doch genial, die eine Szene mit ihm könnte ich immer und immer wieder sehen. „Trainspotting“ war seinerzeit – natürlich – auch einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Da waren die Untertitel sicher sehr hilfreich. 🙂 Der war auch für mich, sehr schwer zu verstehen. Scorseses „Hugo“ mochte ich damals auch sehr, habe ihn aber auch nur damals im Kino gesehen. „Lady Bird“, klar, super Film. Bei „The Guilty“ war ich etwas enttäuscht, hatte wahrscheinlich eine zu große Erwartungshaltung. „Back to the Future“ war nie MEIN Film. „Lola rennt“ war damals prima, die Amis lieben den Film. „Leave No Trace“ war einer meiner Top Ten-Filme im letzten Jahr. Die Beziehung von Vater und Tochter ist sehr glaubwürdig und intensiv, auch wenn ihr jeweiliges Lebensmodell (aus nachvollziehbaren Gründen) am Ende voneinander abweicht.

    Über „Shawshank Redemption“ (Die Verurteilten) brauchen wir nicht zu reden, einer – bis heute – für mich besten Filme aller Zeiten.

    „Searching“ muss ich unbedingt noch gucken.

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    1. Gerade wenn ich einen Film das erste mal sehe, tue ich mich schwer damit das im Original zu sehen, bei Trainspotting war das unausweichlich, da der nur auf Englisch verfügbar war, das ging aber mit deutschen Untertiteln sehr gut. Bei Rocketman war ich kurz davor in die OV Preview am Vorabend zu gehen, aber dann hat mein Kumpel gesagt, dass er Donnerstag mitkommt. In Aachen laufen die Filme meistens Montag Abends in OV und da ich da keine Zeit habe wird das schwierig, Rockerman (zumindest ne Zweitsichtung) oder John Wick 3 hätte ich sonst in OV geguckt. Aber Filme, die ich schon gesehen habe, werde ich vermehrt in OV gucken.

      Vergiss mein nicht ist ein wirklich dämlicher Titel, der Film hat mich halt nicht wirklich gekriegt, hab mir aber gedacht, dass du den weit mehr mochtest.
      The Fifth Element war für mich irgendwie lau, der Film ist nicht schlecht und die Schauwerte gut, aber gefesselt hat es mich nicht. Ob ich ihn 1996 besser gefunden hätte, kann ich nicht sagen.
      „Trainspotting“ ist wirklich ein Brett, der hat mich beeindruckt, da fehlte nicht viel zur Höchstwertung, die aktuell 22 Filme haben.
      Hugo wirkt im Kino sicher besser, ich fand ihn aber sehr künstlich.
      Das Back to the Future nie dein Finn war, hab ich mir auch fast gedacht, dann bist du nach meinem besten Freund die zweite Person, die ich kenne, die den Film nicht mochte.
      Bei „Lola rennt“ hab ich diesen Schauwert mehr gespürt als bei The Fifth Element, aber ich glaube Tom Tykwer zehrt immer noch davon.
      „Leave no Trace“ fand ich auch Klasse, diese schleichende Abweichung war auf den Punkt. Ich glaub bei mir ist der knapp hinter den Top Ten und inzwischen fehlen mir nicht mehr viele Kandidaten.
      „Shawshank Redemption“ ist für mich einer der Filme, die nahezu perfekt sind. Bewegend, ergreifend, Dicht, temporeich und dann dieser Twist und das Ende. Das ist einer der ganz wenigen Filme, die JEDER gesehen haben muss.
      „Searching“ könnte dir gefallen, ich mochte den sehr. Passt ins Kinojahr 2018 mit vielen guten kleineren Filmen.

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      1. „Gerade wenn ich einen Film das erste mal sehe, tue ich mich schwer damit das im Original zu sehen…“ Verstehe ich, aber wenn Du einmal damit anfängst, willst du irgendwann nicht mehr zurück. Versuche doch zunächst die OmU und auf Netflix o.ä. die Originalfassung mit englischen!!!!! Untertiteln. Actionfilme, also John Wick, etc. sind sowieso easy, im Original. Da ist es aber nicht so notwendig, die kann man auch die Synchro sehen.

        Ich kann nicht mal sagen, dass ich „Back to the Future“ nicht mochte, er hat mich aber nicht interessiert, gesehen und vergessen.

        Ja, ich habe leider immer so viele aktuelle Filme zu gucken, da schaffe ich es selten, Filme nachzuholen. Weil da dann immer noch Serien dazwischen kommen. 🙂

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        1. John Wick hat ja wirklich kaum Dialoge und gerade im dritten, zu dem ich nächste Woche die Kritik veröffentliche, wird ja gefühlt nur in anderen Sprachen geredet.
          Ich hole relativ neue Filme in der Regel auch nur nach, weil sie günstig zu leihen sind, diesen Monat hab ich da Isle of Dogs (mochte ich leider nicht), Venom, Werk ohne Autor und noch einen und als Zweitsichtung A Simple Favor, den werde ich mir dann auf Englisch angucken.

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          1. Actionfilme sollen auch vordergründig Action zeigen, Dialoge sind zweitrangig, Wenn Keanu redet, wird es auch immer etwas peinlich. Ist einfach kein guter Schauspieler, aber ich mag ihn und seine Rolle. 🙂

            „Isle of Dogs“ besticht – wie viele Animationsfilme – gerade durch die großartige Sprache der brillanten Schauspieler, die dahinter stecken. Ich fand den großartig.

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