Ich war gestern in der Sneak Preview und habe den französischen Film „Ein Becken voller Männer“ (OT: Le Grand Bain) gesehen.

Inhalt

Von Depressionen gezeichnet, tritt Bertrand (Mathieu Almaric) in ein relativ neues Männersynchronschwimmerteam ein. Neben ihm haben auch alle anderen Mitglieder ihre mehr oder weniger starken Probleme, auch die Trainerin Delphine. Dennoch meldet sich die Truppe für Frankreich bei der Weltmeisterschaft der Synchronschwimmer. Für die Vorbereitung bleibt kaum mehr als ein halbes Jahr…

Kritik

Französische Komödien haben bei mir oft gute Chancen, da sie im Gegensatz zu vielen amerikanischen Komödien eine auch so erzählenswerte Geschichte bieten können. So ist es auch bei „Ein Becken voller Männer“. Das zeigt sich allein daran, dass der Film versucht, nahezu alle Mitglieder auszuleuchten. Da hat der eine Probleme, ähnlich furchtbar wie die eigene Mutter zum Sohn zu werden, der andere versucht seit zwanzig Jahren Rockstar zu werden und dann in der Mensa der Schule, die auch seine Tochter besucht, arbeiten muss. Am ehesten spielt Mathieu Almaric die Hauptrolle, da man aus seiner Perspektive auf das Team stößt und er auch den Einleitungsmonolog hält.

Nach diesem hab ich zunächst gedacht, es würde ein Arthausgeheimtipp gezeigt werden, dann wird jedoch „Everybody wants to rule the world“ von Tears for Fears (der aktuell wohl meist genutzte 80er Song im Film) angestimmt und der Film setzt ein. Schauspielerisch ist der Film mehr als solide, es ragt in diesem Ensemblefilm jedoch niemand heraus. Neben Tears for Fears wird auch Olivia Newton-Johns „Let´s get Physical“ in einer saulustigen Passage gespielt. Überhaupt hat der Film einige sehr lustige Szenen, egal ob die erste Aufführung des Teams oder einige Wortgefechte oder Charakterexpositionen, man hat genügend Gelegenheiten zu lachen.

Allerdings ist dieser Film mehr Tragikomödie als reine Komödie, nicht nur durch die bloßen Hintergründe, sondern auch wie diese gerade im Mittelteil des Films ausgeleuchtet werden. Auf der einen Seite bringt das mehr Mitgefühl und ist ausgewogen inszeniert, sodass das ganze nicht lächerlich wird, aber man dennoch lachen kann. Auf der anderen Seite geht es zu Lasten des Pacings dieses zweistündigen Films, der zwischendurch nicht wirklich in die Puschen kommt. Dennoch hat man das Gefühl, dass in diesem Film einige Szenen nicht oder gekürzt zu sehen bekommt. So werden zwar mehrere Mitglieder beleuchtet, zwei bis drei aber auch nicht. Außerdem wird zwar die Trainerin, die zwischendurch auch verschwindet und ihre ehemalige Partnerin beleuchtet, ohne aber konsequent zu Ende zu erzählen. Sowohl ich als auch mein weniger auf solche Details achtender Kumpel meinten nach der Sichtung, dass hier eine lesbische Liebesgeschichte angedeutet wird, aber nicht stark genug. Dafür wird am Ende nochmal auf den Anfang rückverwiesen. Der Film gaukelt einen auch vor, dass innerhalb eines halben Jahres aus Amateuren Weltmeisterkandidaten werden können, was bei der WM geschickt kaschiert wird.

Technisch ist der Film Standard, aber ohne besonders aufzufallen.

Fazit

Eine lustige Tragikomödie ist „Ein Becken voller Männer“ auf jeden Fall, der aber leichte Pacingprobleme hat und nicht mit letzter Konsequenz erzählt ist. 7/10

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5 Kommentare zu „Ein Becken voller Männer

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