Schlechten Songs soll man keinen Raum geben, sie nehmen sich schon viel zu viel. Selbst heute wird keine wirkliche Ausnahme gemacht, viele der im folgenden genannten Songs sind nicht schlecht, sie nerven mich nur persönlich zu Tode, weswegen ich sie auch hier sehr hart angreifen werde. Dennoch hasse ich diese Songs auch nicht, diese Formulierung wäre zu hart. Im richtigen Moment kann ich bei einigen sogar vergessen, dass sie mich nerven. Da ich hier niemanden vollkommen diskreditieren möchte, wird es pro Interpreten nur einen Song geben und auch Musiker, welchen ich normalerweise wohlgesonnen bin, können vorkommen. Außerdem werde ich hier nur sehr bekannte Songs nennen, weshalb auch nicht jede Gräueltat des Eurovision Song Contests hier auftaucht. Bei einigen Songs wird sicherlich Schnappatmung ob meiner Einschätzung und Listung entstehen. Die Reihenfolge ist nach Interpreten alphabetisch, genug der Exposition, hier sind sie, meine 20 „Hasssongs“:

Blink-182 – All the small things

Pop-Punk ist ein Post-Grunge Phänomen und ein nerviges obendrein. Wenn das ganze dann noch so poppig wird, wie bei diesem Hit von Blink-182 muss schon viel zusammen passen, dass ich den Song ertragen kann.

Bon Jovi – Bed of Roses

Bon Jovis Balladen sind der Beweis dafür, dass nicht jede Rockband gute Rockballaden macht, so finde ich gerade „Bed of Roses“ schwer zu ertragen.

Capital Bra – Cherry Lady

Ich hab lange überlegt, ob ich statt dem hier Kay Ones „Brother Louie“ (das mich mal zu der Aussage „Ich hab Louis, Louis in der Hose hängen“ inspiriert hat) nehmen soll, aber diese Nicht-Musik und die dazugehörigen Chartrekorde nerven mich noch exponentiell mehr.

C.C. Factory – Everybody Dance Now

Jetzt taucht auch wieder Paul in der Check 24 Werbung auf und damit auch dieser abgrundtief schlechte Song, der zeigt, dass die Amerikaner Housemusik nicht verstanden haben. Jedesmal, wenn die talentfreie Sängerin „Everybody Dance Now“ singt, möchte ich anmerken „Everybody Runs Now“.

Celine Dion – My Heart will go on

Legenden besagen, dass Celine Dions Gesang den Eisberg beinahe Schmelzen ließen, wenn der Song besser gewesen wäre. Spaß beiseite; Celine Dion ist eine hervorragende Sängerin und ich kann verstehen, dass sie diesen Schmachtfetzen nicht singen wollte. Ich will ihn auch nicht mehr hören.

The Chainsmokers ft. Halsey – Closer

Als ich die Deutsch-Rap-Charts-Explosion noch nicht kommen sah, war dies für mich das rote Tuch. Musik von DJs zu denen man nichts machen kann, hohlere Musikkunst kann es nicht geben, dachte ich, ich habe mich getäuscht.

Coldplay – Paradise

Jeder Mensch, der Musik vor 2011 nicht kennt und ein bisschen Gefühl für gute Musik hat, wird bei Coldplay denken, was ist das für ein Mist? Man kann kaum glauben, dass diese Formation einige der besten Songs des 21. Jahrhunderts zu verantworten hat, nachdem sie in den 10er-Jahren größtenteils Grütze wie diesen Sektensong hier gemacht hat.

Conchita Wurst – Rise like the Phoenix

Das wäre eine gähnlangweilige Pseudobondballade, wenn sie nicht aus falscher Pseudotoleranz den ESC gewonnen hätte. So ist der Song von Tom Neuwirth, der sich unter dem Deckmantel für Toleranz einzutreten als Frau mit Bart verkleidet, um Erfolg zu haben, ultra nervig für mich.

Culcha Candela – Hamma

Ich hab vor zwölf Jahren nicht verstanden, wie man das gut finden kann und ich frage mich heute noch, wie man das ohne Restalkohol gut finden kann, ovwohl es genügend Fallbeispiele gibt, die man befragen könnte.

Felix Jaehn ft. Jasmine Thompson – Ain´t Nobody

Felix Jaehn hat ein paar hörbare Songs gemacht, diese Coverversion des Rufus & Chaka Chan Klassikers gehört jedoch nicht dazu. Ich frage mich, welcher Teufel mich geritten hat, den in meine Sommerhits Playlist zu tun.

Fools Garden – Lemon Tree

Jedes mal wenn das Glas zerbricht, schalte ich instinktiv einen anderen Radiosender an, so schlimm finde ich dieses Machwerk. Der dänische Klon vom diesjährigen ESC ist ähnlich grausam.

Katy Perry ft. Nicki Minaj – Swish Swish

Bei vielen Songs kann ich verstehen, dass man die Komposition gut findet, aber dieser billige Brei aus Bass und Sequencer mit nervigen Gesangsstimmen kann ich beim besten Willen nicht gut finden. Dabei hat Katy Perry doch mal gute Popmusik gemacht.

Lou Bega – Mambo No.5

Hier kann ich keine süffisante Erklärung bieten, der Song sagt mir einfach nicht zu.

Mark Forster – Wir sind groß

Mark Forster ist eins dieser Deutsch-Pop-Phänomene mit mehr schlageresker Melodieführung und Textgestaltung als jene von waschechten Schlagern. „Wir sind groß“ hat dazu noch einen eigenen Pseudohymnischen Rhythmus und Aufbau, der dazu führt, dass ich diese Kalenderspruchansammlung gerne vergessen möchte.

Maroon 5 ft. Cardi B – Girls Like You

Ich hab mich ja schonmal über diesen Nicht-Song ausgelassen, aber die Frage bleibt: Wie konnten Maroon 5 zu einer Band werden, die solch furchtbare uninspirierte Musik machen?

Namika – Je ne parles pa Francais

Egal, wie man dieses Lied findet, der Refrain ist ein Ohrwurm. Wenn dann noch alle Radiostationen den auf Platz Eins ihrer Heavy Rotation packen, steigert dies zusammen mit meiner nicht vorhandenen Frankophonie (außer für die Tour de France) dies zu einem ganz schlimmen Konstrukt für meine Ohren.

Nickelback – Rockstar

Gegen Nickelback zu Bashen ist ja inzwischen Mainstream, zumindest wenn man diese weichgespülten AoR-Titel nicht mag. Deswegen sag ich lieber, dass „How You Remind Me“ ein echt guter Song ist.

Pharell Williams – Happy

Pharell singt „Because I´m happy“ und ich möchte ihm entgegen schreien „And you make me grumpy“. Kaum ein Lied verursacht so schnell schlechte Laune bei mir, wie diese als Filmsong geplante Komposition

Spandau Ballett – True

Spandau Ballett ist keine Tanzgruppe aus Berlin, sondern die wohl kitschigste 80er Band, die es gab. Angeblich soll einer ihrer Songs richtig gut sein, sagt zumindest jemand auf dessen Meinung ich mich in der Regel verlassen kann. Diese vor Schmalz triefede 80er-Schmonzette könnte unkenntlichen die 80er auf ewig vermiesen.

Taylor Swift – Shake it Off

Zum Schluss darf natürlich Taylor „Ich mach nicht mehr Country“ Swift nicht fehlen mit ihrer ultranervenden, weil ultracleveren Ohrwurmnummer. Wenn man nicht aufpasst, summt man mit, selbst wenn man den Song nur unter Intus von absoluten Mitteln (wer die verquaste Anspielung versteht, bekommt nen Keks) ansatzweise gut findet.

Wer, wie ankündigt, Interventionen gegen meine Liste hegt, möge dies bitte in den Kommentaren kennzeichnen. Wer zustimmt darf dies natürlich auch erwähnen. Daneben interessieren mich natürlich eure Hasssongs.

 

 

9 Kommentare zu „Meine „Hasssongs“ – Die ultimative Playlist, um mich zu nerven

  1. Damit machst du ein Fass auf 😀
    Stimme dir eigentlich nur nicht bei Blink 182 und Lemon Tree zu. Die Songs gehörten zu meiner legendären ersten Playlist auf meinem ersten MP3-Player. Zwischen RHCP, Queen, WiseGuys und Sido 😀
    Bei Coldplay bin ich froh, dass ich sie noch 2011 live gesehen habe, danach gings, wie du schon sagst, steil bergab.
    Songs die mir noch spontan einfallen:
    Namika – Lieblingsmensch (Der genannte Song von dir ist auch schlimm)
    Glasperlenspiel- Geiles Leben (allein für die Zeile „knallharte Champagnerfeten“)
    Taylor Swift – Me
    Andreas Bourani – Ein Hoch auf uns
    Und natürlich: Helene Fischer – Atemlos durch die Nacht
    Zumindest fallen die mir die spontan ein. Von neuen Deutschrap habe ich mal nur die Tage „Deine Mutter“ von Kool Savas gehört und das fand ich zumindest für zwischendurch nicht schlecht. Den Rest bekomme ich einfach nicht mit… ES GIBT EIN COVER VON CHERRY CHERRY LADY? WTF?!

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    1. Coldplay sind bis 2008 großartig, danach kam fast nur noch Grütze.
      Lieblingsmensch wäre fast hier gelandet, das kann ich auch kaum ertragen.
      Glasperlenspiel und Helene kann ich mir geben, „Auf Uns“ hab ich sogar auf CD, wurde aber auch überstrapaziert.
      Ich bekomme auch kaum was vom Deutschrap mit, aber dieses Capital Bra Cover ging nicht an mir vorbei.

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    2. Excuse me? 😂😂 Schon 2 Leute, die Namika nicht mögen? Da muss ich jetzt aber mal die gegenteilige Meinung vertreten: Natürlich sind Songs wie „Lieblingsmensch“ und „Je Ne Parle Pas Francais“ keine lyrischen Kunstwerke, aber beispielsweise „NA-MI-KA“ und „Alles Was Zählt“ sind textlich ein ganz anderes Kaliber 😀 Tolle Frau, gerne auch mal für Deutschland bein ESC.

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  2. Lustige Zusammenstellung,

    Auf meiner Liste wären wahrscheinlich überwiegend deutsche Lieder, die du so treffend als Kalenderspruchsammlung bezeichnest.
    Feuerwerk, Ein Hoch auf Uns, Wir sind groß, Lieblingsmensch (und der „Ich kann kein Französisch Song) und so ziemlich alles von Xavier Naidoo.

    Happy finde ich aber auch schlimm.

    Eine kleine Anekdote zu All The small things:

    Ich habe früher in einer Blink182 Cover Band gespielt. Unser Bassist und ich haben es gehasst diesen Song zu spielen, weil er viel zu poppig und abgenudelt war. Mittlerweile finde ich eigentlich ganz cool, weil er ein paar Schöne Harmonien drin hat.

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