Wir befinden uns in einer Zeit in der Kinoblockbuster vor allem eins sind, CGI-Gewitter, in denen Spruch an Spruch gereiht wird. Da wird dann eine simple Dramaturgie etabliert und der Zuschauer rennt in Scharen rein. Natürlich gibt es Ausnahmen, die John Wick Reihe, die mit handgemachter Action und durchdachten Choreographieren liefert; die Mission Impossible Filme, die eine wendungsreiche Handlung mit dem Anspruch aus jedem Bild das beste zu machen sowie einen umstrittenen, aber sich für Stunts aufopferungsvoll hingebenden Hauptdarsteller, vereinen; manche meinen sogar, dass Avengers: Endgame herausbricht.

Sind wir mal ehrlich, die Marvelfilme funktionieren nach einem einfachen Schema, an dem immer kleine Stellschrauben gedreht werden, das führt oft zu okayen Filmen, manchmal zu Katastrophen (Der unglaubliche Hulk, Captain America 1) und selten zu wirklich guten Filmen (Guardians of the Galaxy, Spider-Man: Homecoming). Wenn sich weiter aus dem Fenster gelehnt wird, verpasst Marvel oft den richtigen Ton, sowohl bei Captain Marvel, der gar nicht mal so sehr „More of the same“ ist, aber einen komplett falschen Ansatz für seine Hauptfigur wählt, als auch beim Oscarpreisträger „Black Panther“, einem Film, der es schafft die Stärkung von Afroamerikanern mit einem Weltbild zu verbinden, dass den Wissenschaftlern Nazideutschlands entsprungen sein könnte. Kein Wunder, dass „Black Panther“ unter Identitären als neuer Lieblingsfilm gilt. Immerhin versucht „Black Panther“ was anders zu machen und der Film hätte tatsächlich sehr gut werden können, aber wie gut der Film ankommt, zeigt ein anderes Problem: Die Zuschauer denken zu wenig beim Filme gucken.

Anders ist der neue Eskapismus im Blockbustergenre nicht zu erklären. In den letzten Jahren wird immer Budget in schon dagewesene Effekte gesteckt, werden Drehbuchlücken durch eigentlich schon abgeschaffte One-Liner gefüllt, um zu kaschieren, dass man hirnlose Grütze sieht. Besonders dreist wird es dann, wenn Regisseure und Drehbuchautoren einem vorgaukeln wollen, dass man hier etwas besonders cleveres zeigt, wie zum Beispiel im Actionfilm „Lucy“ von Luc Besson. Durch einen Drogenkurierjob, der schief läuft, da die Drogenpäckchen aufplatzen, kann sie all ihre Gehirnkapazitäten nutzen anstelle der üblichen 10%. Besson entscheidet sich daraufhin einen fiebrigen Actionschwachsinn ohne irgendeine dramaturgische Idee zu zeigen und lässt strunzdoofe Dialoge laufen. Der ganze Film läuft so nach Schema F ab, dass es schon fast schmerzt. Wenn man sein Hirn ausschaltet, kann man das sicher berauschend finden, wenn man in der Zeit davor keine guten Action/ Science-Fiction Filme gesehen hat, wer aber nur 1% seiner Hirnkapazitäten nutzt, wird schon längst vor dem schwachsinnigsten Ende der Filmhistorie sich fragen, was dieser Film vermitteln möchte. Die Antwort ist nichts, wie es bei Luc Besson, dessen Karriere mit hochgelobten Filmen wie „Im Rauch der Tiefe“ „Leon-Der Profi“ und „Das fünfte Element“ begann, inzwischen üblich ist. Dabei ist Besson durchaus ein fähiger Regisseur, der ein Gefühl dafür hat zu inszenieren. So sehen alle seine Filme nicht nur wertig aus, sondern sind auch stark gefilmt. Der Trailer zu seinem neuen Actionfilm „Anna“, der wie eine Mischung aus „Nikita“, „Salt“ und weiblichen James Bond daherkommt, ist mal wieder sehr gut, aber die ersten Kritiken sind mal wieder durchweg mittelmäßig. Ergo werde ich mir diesen Film angucken und während des Films merken, dass Besson es geschafft hat mich für seinen dann wohl wieder nicht besonders guten Film ins Kino zu bringen.

Aber mit diesem Mittelmaß steht Besson nicht alleine da, seit Jahren trieft es im Blockbustersegment nach Mittelmaß. Während Mitte der Sechziger das intelligente New Hollywood Kino, mit Filmen wie Die Reifeprüfung und Easy Rider, Bombastfilme (wie Ben Hur oder Kleopatra) abgelöst hat, schaffen es heute kaum noch Filme Kasse zu machen, die nicht aus der CGI-Breipampe entspringen und wenn doch sind es derart glatte Filme wie „Green Book“ und „Bohemian Rhapsody“, wobei zumindest ersterer mit seiner wohligen Geschichte und seinen exzellenten Hauptdarstellern Punkten kann, während letzterer die Blockbuster in Sachen Mutlosigkeit noch unterbietet und dafür noch mit Rekordeinnahmen und drei Oscars belohnt worden ist.

Sicher man könnte fragen, warum ich so davon überzeugt bin, dass „Bohemian Rhapsody“ kein guter Film sei, wenn er doch so ein Publikumsliebling ist und sogar die Awards Season aufgemischt hat. Die Antwort ist einfach, der Film lädt dazu ein, sein Hirn auszuschalten. Wenn man das macht, wird man sicher berauscht sein, von seinem hohem Tempo und vor allem den Songs, die man in hoher Schlagzahl um die Ohren gehauen bekommt. Manche Filme brauchen das hohe Tempo, „Mission Impossible: Fallout“, der wahrscheinlich beste Actionfilm seit Jahren (oder man sieht Mad Max: Fury Road dort vorne), nutzt es um eine twistreiche Geschichte zu spinnen, ohne die dieser Film konfus wäre. Was war das meistkritisierte bei „Mission Impossible: Fallout“? Richtig, die Handlung. Es wirkt schon fast so als seien hohes Tempo und eine fordernde Geschichte nicht vereinbar. Vielleicht hat man deswegen bei „Bohemian Rhapsody“ darauf verzichtet oder noch wahrscheinlicher, man war sich bewusst, dass dieser Film keinerlei Substanz besitzt. Da wurden wohl noch ein, zwei Partyszenen reingeschrieben, ebenso wie ein paar belanglose Streitszenen. Echte Kontroversen werden entweder in Nebensätzen abgehandelt oder sogar aus dem Film rausgelassen. Man muss sich vor Augen führen, was für ein Film „Bohemian Rhapsody“ hätte werden können, wenn man ein ehrliches Portrait über die Band Queen und ihren Frontmann Freddie Mercury gedreht hätte, ein Film, der Emotionen nicht extrem forcieren muss, der Abgründe des Menschen Mercury nicht nur anschneidet, sondern hinterfragt, der nicht nur die Welthits abklappert, sondern sie organisch einführt.

Neben „Bohemian Rhapsody“ erschienen in den letzten Monaten mit „A Star is Born“, „Rocketman“ und „Yesterday“ drei Musikfilme mit unterschiedlichen Ansätzen. Sie überragen alle das erfolgreiche Queenbiopic. „Yesterday“, weil er nicht vorgibt ein tiefsinniges Biopic zu sein, sondern von Anfang an zugibt, ein Feelgoodmovie zu sein, das die Musik der Beatles nutzt; „Rocketman“, weil man hier ein ehrliches Portrait eines Künstlers sieht, der Zeit seiner Karriere mit Suchtproblemen zu kämpfen hatte und Songs sich der Handlung unterordnen und „A Star is Born“, weil man hier einen Film mit einem fantastischen Hauptdarsteller in einem zeitlosen Stoff sieht, der auch durch Kritik am Musikbuisness überzeugt. Daneben haben vor allem „Yesterday“ und „A Star is Born“ fantastisch inszenierte Konzertszenen.

Warum war dann ausgerechnet „Bohemian Rhapsody“ so ein Erfolg? Dies hatte vorwiegend zwei Gründe. Erstens hatte der Film alle großen Queensongs, wodurch man leicht mitgehen konnte. Der Film hat ja ordentlich Hiebe der Kritiker einstecken müssen, vollkommen zurecht, wie ich gerade herausgearbeitet habe, aber das ist einem Zuschauer, der nur ins Kino geht, um sich von der Magie der Queensongs berieseln zu lassen und die Band abzufeiern, egal. Zweitens ist es das eingangs beschriebene Phänomen, dass man sein Hirn vielleicht sogar unbewusst auf Sparflamme einstellt. Deswegen war das Risiko für 20th Century Fox bei diesem Film viel geringer, als es oft gemacht wird, ein Film über Queen hat ein gigantisches Zuschauerpotenzial, welches ausgenutzt wurde, leider auf Kosten der Qualität des Films.

Die Filmrezension der Masse ist so abgestumpft, dass es sich kaum noch lohnt wirklich innovative Filme zu machen, zumindest wenn man im Blockbustersegment arbeitet. Solange Michael Bays stumpfsinnige Transformersformel funktioniert, wird dieser Mann weiter Budget im neunstelligen Bereich bekommen, es ist bezeichnend, dass der mit Abstand beste Transfomers-Film das Spin-Off „Bumbleebee“ der in Deutschland finanziell schwächste Transformers-Film ist. Originelle Stoffe haben keine Chance, selbst wenn sie sich den Sehgewohnheiten anpassen, die Flops von „Mortal Engines“, der immerhin vom Schöpfer der Herr der Ringe und Hobbit Reihe Peter Jackson inszeniert wurde, und „Alita: Battle Angel“ stehen symptomatisch dafür. Die einzigen, die sich ein bisschen Experiment trauen können im Blockbustersegment sind die Herren von Marvel und wenn man sie dazu zählt die Damen und Herren von Pixar. Es ist bezeichnend, dass der intelligenteste Film im Mainstreambereich der letzten Jahre der Animationsilm „Alles steht Kopf“ ist. Hier wird eine originelle Idee in einen massentauglichen Film gepackt, ohne jeglichen Drive zu verlieren. Es gibt natürlich genügend weitere Beispiele für intelligente und doch unterhaltsame Filme, die jedoch oftmals eher Nischenpublikum oder Cineasten ansprechen. Doch wie werden wieder clevere Filme produziert? Schlicht und ergreifend, die Änderung muss vom Zuschauer ausgehen. Gehen Menschen weniger in Schema F Blockbuster und mehr in Filme, die Hirn und Herz ansprechen, werden die Studios reagieren. Leider muss man sagen, dass aktuell genau das Gegenteil der Fall ist, man muss sich nur die Star Wars Reihe vor Augen führen. Die letzten beiden Filme sind für Star Wars Ansprüche gefloppt. „Star Wars 8“ wurde von Fans dafür kritisiert sich zu weit vom Geist der Filme zu entfernen und „Solo: A Star Wars Story“ ist gnadenlos gefloppt. Allerdings nicht, weil der Film schlecht war und auch nicht, um Disney zu zeigen, dass man „Star Wars“ nicht unendlich ausschlachten soll, sondern weil der Film etwas anderes darstellt, als der Fan gewohnt ist. Deswegen hat Disney auch das ursprüngliche Regieduo Phil Lord und Chris Miller mitten in den Dreharbeiten gefeuert und durch den guten, aber handschriftlosen Ron Howard („Rush“, „The Da Vinci Code“) ersetzt. Ergebnis ist ein Film dessen Mut früh abbricht, wodurch der Film ein wenig Potenzial liegen lässt, aber dennoch an gute Blockbuster erinnert. „Star Wars 9“ wird aber sicher im zehnstelligen Bereich performen, egal wie die Qualität sein wird.

Dies war Teil Eins einer dreiteiligen Beitragsreihe, die sich um die Rezeption und Rezension von Filmen dreht. Während sich dieser Teil vor allem mit der Massenrezeption beschäftigt hat, wird der zweite Teil (professionelle) Filmkritiker und deren handeln elaborieren, bevor Teil Drei eine Reflektion der eigenen Rezeption und Rezension von Filmen darstellen wird.

 

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17 Kommentare zu „Über die Filmrezension der Massen

  1. Tja, Totgeglaubte leben länger, oder so! Das in den späten 60ern mit New Hollywood überwunden geglaubte Studiokino ist wieder da. Und wie! Beinahe schlimmer noch, haben wir diesmal mit Disney* doch ein Studio, das auf gutem Wege zum Monopol ist. Das Blockbusterkino wird in den nächsten Jahren noch mehr zum Schlachtfeld werden. Wenn ein Warner seinen großen Reisser rausbringt, setzt ihm die Maus doch grinsend zwei Blockbuster entgegen. Die Frage ist, wie lange diese Monokultur tragfähig ist (ich sag da nix mehr dazu, ich habe den Superhelden schon vor 10 Jahren ein baldiges Ende prophezeit und damit wie ein Trottel ausgesehen)… 😉

    *Wobei man sagen muss, dass die späteren Marvel Filme, die ich kenne, langsam weniger Kevin Feige-Filme und wieder erkennbarer die ihrer Macher sind. Erfreulich, nachdem ein Edgar Wright bei Ant-Man noch vor die Tür gesetzt wurde. Bei SW hat man wohl nach Episode VIII Angst vor dem eigenen Mut bekommen…

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    1. Noch schlimmer, Disney nutzt das Monopol um immer wieder das selbe Essen zu servieren. Der Trailer zu Der König der Löwen hat mich schon angekotzt, aber der wird seine 1,5 Milliarden locker machen.
      Solange die Massen da reingehen, werden die nichts anders machen, die haben ja noch genug Stoffe in der Hinterhand, teilweise sogar welche, bei denen eine Realverfilmung interessant sein könnte.
      Ich muss auch sagen, dass ich die neuen Marvelfilme mutiger finde, wie im Text geschildert, leider sind die wenigsten sehr gut. Das Gros der Filme ist dann doch Mittelmaß.
      Zu Star Wars sei gesagt, Episode VIII negativer Backlash hat Disney gezwungen wieder konventioneller zu werden und mutig sein werden die erstmal nicht mehr.

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      1. Ugh, König der Löwen. Bis jetzt konnte ich diese Remakes in aller Ruhe ignorieren, aber seit ich einen Clip des Hakuna Matata Songs gesehen habe… das geht einfach nicht mit fotorealistischen Tieren. KdL war eine Ehrenrunde einiger der besten Animatoren des klassischen Zeichentrickfilms. Ich habe gelesen beim remake müssen die Tiere in Nahaufnahmen nach unten schauen, wenn sie sprechen, weil die Mundbewegungen mit den realsitischen Tieren nicht zusammengehen… was SOLL das? Und natürlich ist er jetzt schon auf dem Weg die erfolgreichste Neuverfilmung zu werden…

        Übrigens, hat Disney mit solchen Remakes ja schon in den 90ern gespielt. Nick Katzenberg hat damals das Projekt eines indischen Produzenten aufgekauft, der eine Version vom Dschungelbuch zum 100. des Buches drehen wollte. Hat das weitgehend dialogfreie Drehbuch in den Müll befördert und ein Remake des Klassikers draus gemacht. 101 Dalmatiner hat er (glaube ich) auch noch angeschoben, bevor er sich mit Eisner verkracht hat und damit war das Thema Remakes unter Eisner wohl erstmal tabu. Es hätte also früher losgehen können…

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          1. Aus irgendeinem Grund hat sich der deutsche Untertitel/Werbespruch „Diesmal sind die Hunde echt“ seit über 20 Jahren unauslöschlich in mein Hirn eingebrannt…

            „Diesmal sehen die Löwen echt aus“ wäre da weniger effektiv. 😉

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  2. Jetzt komme ich auch mal dazu, einen Kommentar zum ersten Teil da zu lassen 🙂
    Erst mal nicht zur Thematik, sondern zu deinen Thesen der einzelnen Filme und meiner Richtigstellung (Kein Problem, mach ich gerne, Fehler passieren)
    – Guardians of the Galaxy und Spiderman Homecoming sind im MCU herausragende Filme., stimmt. Aber gerade GotG war nur in dem Kontext mutig, weil keiner die Comics kannte. Ein paar Jahre später unvorstellbar. Im Kern ist es aber ein MCU-Film der keineswegs herausbricht, nur weil mal ein Waschbär etwas gemeines sagt. Homecoming lebt von einzelnen guten Szenen die im Gedächtnis bleiben. Beide Filme sind nicht schlecht, aber auch nichts herausragendes im Allgemeinen. MCU halt.
    – Luc Besson: Valerian fand ich ja ganz nett. Viel Potenzial, spaßiger Film 🙂
    – Bohemian Rhapsody ist weit weg davon, ein richtig richtig guter Film zu sein, aber gerade im Vergleich zu Rocketman sehe ich es genau andersrum. Der Queen-Film will ein Gute-Laune-08/15-Biopic sein und schafft es. Alleine die Tatsache, dass es diesen Film gibt und er keine Vollkatastrophe nach der Vorgeschichte und den Erwartungen war, ist schon beachtlich. Klar, dafür musste man den kleinsten gemeinsamen Nenner finden, aber den findet er auch. „Rocketman“ will dagegen mehr sein. Tiefer, emotionaler – nicht einfach nur eine Abhandlung über Elton John. Der Gewinn ist Anerkennung für den Mut, leider hat es nicht funktioniert das Meisterwerk der Biopic-Geschichte zu erstellen. Mir kommt es aber so vor, dass solide Filmemacher mehr machen wollten als sie konnten. So verwandeln sich emotionale Szenen in Kitsch und gute Ideen in Lückenfüller.
    – Star Wars 8: Hut ab für die Idee etwas neues zu wagen. Nur leider war das „Neue“ ein MCU-Film mit Laserschwertern.

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    1. Ich bin ja kein Freund von absolutistischen Meinungsansprüchen im Bereich der Filmkultur.
      Du darfst GotG und Homecoming natürlich als komplexe Filmkunst wahrnehmen, sondern als Blockbusterkino und als dieses funktionieren sie sehr gut, Guardians sogar fast perfekt. Man muss bedenken, dass dieser Film die MCU Formel erst wirklich etabliert hat, nur hat kein Film dessen Qualität erreicht, weswegen Gunn dem zweiten Teil gegen Ende einen leicht anderen Spin gibt.
      Valerian hab ich noch nicht gesehen, aber wahrscheinlich ist der wieder solala, guck ich mir aber an.
      Ich hatte während Bohemian Rhapsody fast nie gute Laune, zu sehr habe ich mich über die vertane Chance geärgert. Rami Maleks Oscar ist auch zweifelhaft, wenn man die Konkurrenz sieht. Ich finde man merkt dem Film seine Vorgeschichte an, er wäre aber so oder so nicht gut geworden. Das einzige was mich mit den Film versöhnt ist, dass Leute dadurch wieder mehr Queen hören.
      Rocketman ist mehr, viel mehr Tiefgang, viel filmischer. Der Film ist kein Meisterwerk, aber der reißt mit, holt die Emotionen aus dem Zuschauer ab. Wäre Rocketman letztes Jahr erschienen, wäre er wohl in der zweiten Hälfte der Top Ten gelandet, 2019 kämpft er mit The Favourite um Platz Eins..
      Zu Star Wars 8 hab ich keine Beurteilung abgegeben, da ich ihn noch nicht gesehen habe, aber die Art der Kritik war dann oft deutlich abstrakter als das er zu sehr Marvel sei.

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      1. Stimmt, GotG funktioniert als lustiger Blockbuster. Nicht mehr, nicht weniger. Für mich ist der Film einer von vielen „guten“ Filmen. Nun kann aber auch ein unterhaltsamer Blockbuster mehr leisten, aber Gunn ist halt nicht Nolan oder Villeneuve. Der Satz „der Film will ja nicht mehr sein“ ist auch immer das Eingeständnis, dass er eben auch nicht mehr ist und auch nicht mehr sein kann.
        Den anderen Spin vom GotG2-Finale musst du mir aber nochmal erklären. Große Schlacht, emotionaler Moment mit „Father and Son“ (da heult jeder) und ein paar Witzchen – Film aus.
        Bei Rocketman werden wir uns nicht mehr einig. Der Film will mehr Tiefgang haben und will gleichzeitig ein unterhaltsames Biopic sein. Damit gibts Pluspunkte für mehr Mut als Bohemian Rhapsody, aber es fällt halt auf, wenn der Film damit scheitert, was er leider zum Ende hin immer mehr tut.
        Das Jahr ist noch lang und Tarantino und Scorsese haben noch Filme in der Pipeline. Abwarten was Prognosen für die Topliste angeht 😀

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        1. Come on Nolan und Villeneuve sind auch keine Blockbusterregisseure, auch wenn sie als Imagepflege hohe Budgets bekommen. Wie viele Blockbuster sind denn besser als GotG, mir fallen auf Anhieb höchstens zehn ein und in diesem Jahrzehnt nur einer, wenn man Inception rechnet zwei.
          Natürlich ist der emotionale Moment der andere Spin, gemeinsam mit dem Familienaspekt um Ego.
          Natürlich ist das Jahr noch lang und es gibt genug vielversprechende Filme auch neben den genannten, aber bisher ist das Jahr nicht wirklich stark.

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          1. Natürlich sind es Blockbuster-Regisseure, also zumindest Nolan. Villeneuve hat zwar hohe Budget, aber die Filme nehmen meistens zu wenig ein. Den Punkt geb ich dir. Sonst…
            Blockbuster (hohe Ausgaben, hohe Einnahmen) der letzten 10 Jahre die besser sind als GotG (eine Auswahl): Inception, vieles von Pixar, It, Logan, Rogue One, Planet der Affen Reihe, Interstellar (nur 80 Mio $ weniger als GotG), Captain America 2,

            Da sag ich mal „Come on“ 😀 Der einfach Trick hat dich bekommen? Für mich war das klassisches auf die Tränendrüse drücken
            Da sind wir uns mal einig. Ziemlich viel Durchschnitt im Jahr 2019.

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            1. Pixarfilme brechen noch starken Auftakt oft ein, am wenigsten noch Inside Out, den ich herausragend fand, Logan und Interstellar hab ich noch nicht gesehen. Captain America 2 gib ich dir Recht, sonst müsste ich meinem Letterboxdaccount widersprechen. Aber da sind wir bei Nuancen. Der Planet der Affen Reboot hat mich nie interessiert, deswegen sag ich dazu nichts.
              Du scheinst auch was gegen die Tränendrüse zu haben?

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              1. Zum Teil. Wenn mir jemand eine Zwiebel unters Auge hält, traurige Musik abspielt und sich dann freut, dass er mich zum heulen gebracht – Ne, dann mag ich das nicht. Das ist der Jumpscare unter den Dramafilmen.
                Da mag ich lieber einen ständigen Aufbau der Trauer die dann irgendwann losbricht wie z.B. in „Sieben Minuten nach Mitternacht“ oder „Coco“

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  3. Irgendwie lief der erste Kommentar etwas aus dem Ruder 😀 Deswegen hier ein zweiter Kommentar zum eigentlichen Thema deines Beitrags:
    Ich bin immer noch der Meinung, dass Studios das Publikum erziehen können. Zwar sagt man im modernen Marketing, dass wir in einem „Käufermarkt“ (Der Konsument entscheidet über den Inhalt) leben, aber das gilt nur bedingt. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass in den 00er Jahren sehr viel ausprobiert wurde, weil es nicht wirklich ein Genre gab, dass alles überstrahlt. Sci-Fi hatte riesigen Erfolg mit Avatar und einen enormen Flop mit John Carter, Fantasy hatte Herr der Ringe und Harry Potter, aber auch Beowulf oder Final Fantasy. Ohne die Flops könnten wir auch heute im Zeitalter leben, wo dreimal im Jahr etwas aus dem HCU (Hobbit Cinematic Universe) kommt. Warum haben sich Superhelden durchgesetzt? Ich denke, weil es Disney einfach mal durchgezogen hat, egal ob z.B. der „Hulk“ floppt oder nicht. Aus dem selben Grund ist Seitenbacher so erfolgreich damit, dir 100mal ins Ohr zu brüllen, wie geil ihr Müsli ist. Wenn deine Marke ständig überall zu sehen ist, kaufen es die Leute. Egal ob es gut oder schlecht ist, teuer oder günstig. Mein ehemaliger Dozent nannte es das „Red Bull“ Prinzip. Um so etwas im Kino-Markt durchzusetzten brauchst du Geld und Eier, aber keinen cineastischen Blickwinkel. Ganz im Gegenteil, der ist eher kontraproduktiv, siehe Blade Runner 2049.
    Ist der Mainstream jetzt deshalb blöd und rennt nur dem hinterher, der ständig am lautesten schreit? Jein. Das Produkt braucht ein Grund-Niveau oder muss seine Versprechen halten aus der Werbung. Red Bull hat sich nicht verkauft, weil der unfassbar leckere Geschmack beworben wurde. So hat Disney versprochen, ein riesiges Filmuniversum aus allen Helden zu erschaffen. Von einem cineastischen Anspruch hat Kevin Feige nie gesprochen und es ist den Leuten auch egal. You see what you get. Kino, gerade hier in Deutschland, ist reine Unterhaltung und die hinterfragt man nicht. Leider. Aber noch dürfen wir glücklich sein, dass die Blockbuster vorallem mittelmäßig sind. Glaub nicht, dass nach dem Superhelden-Zeitalter ein New-New Hollywood oder die Ära von Arthouse anbricht. Es wird eher schlimmer als besser.

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    1. Und ich bin immer noch der Meinung, dass es nicht so ist. Deswegen ist New Hollywood ja gescheitert, dee europäische Film war gestärkt und eine neue Art Film wurde als Reaktion geboren, der moderne Blockbuster.
      Interessant, dass du die Nuller hervorhebst für mich der Tiefpunkt des amerikanischen Films. Da war doch viel Quark dabei und eine unglaubliche Spießigkeit. Da finde ich die 80er und 90er interessanter.
      Superhelden haben vor allem aufgrund der Weltpolitischen Entwicklung besser funktioniert, werden aber in der Retrospektive verlieren.
      Ich glaube, dass nach dem Superheldenzeitalter wieder eine Art New Hollywood kommt und es sich wieder nicht durchsetzen wird und wir dann wieder bei Western oder so landen.
      Schlimmer kann es nur dann werden, wenn die Oscars sich weiter an Disney anbiedern.

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      1. Gescheitert? Kaum etwas hat Hollywood und die Cineasten so sehr geprägt wie das New Hollywood. Kassenschlager waren ja auch ein paar dabei.
        Den 00er Jahren kann man viel vorwerfen und da hat vieles angefangen, was wir heute verachten. Aber die Filmlandschaft war noch diverser, es gab mehr Mid-Budget Projekte, man suchte noch nach dem nächsten großen Ding.
        Umso schlimmer die Weltlage, umso mehr suchen die Leute einfache Unterhaltung.
        Also spannend wird es schon, was auf die Superhelden folgt. Ein New-New-Hollywood, wo es mal wieder so richtig rund geht und jeder was ausprobiert – es wäre zu schön. Diesen Job übernehmen dann doch eher die Streaming-Anbieter, wenn sie sich nicht bis dahin schon selbst zerstört haben.

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        1. Naja, es ist finanziell kaum lukrativ gewesen, nie war Hollywood so schwach wie in der Zeit, wodurch wir in den 80ern ein schwaches Independentkino und das stärkste Blockbusterkino (qualitativ) haben. In den Neunzigern geht der Schwenk wieder zu Midbudget.
          Die Streamingkonkurrenz könnte zur Zerfleischung führen oder halt zu neuen Kinohöhen.

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          1. Es gab im New Hollywood mehr als genug erfolgreiche Streifen und das in allen Genres. Nie wieder danach gab es so viel Diversität auf so einem hohen Niveau und mit so einem Erfolg. Im letzten Jahrzehnt fällt mir echt wenig ein, was komplett neu war und nicht gefloppt ist. Im New Hollywood: Star Wars, Der weiße Hai, Der Exorzist, 2001, Der Pate usw. Das war damals kein Nischenkino, sondern haben ihr Geld locker wieder eingespielt.

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