Werbung ist ja an sich etwas nerviges, viel zu oft wird man damit zugemüllt. Werbung im Kino ist noch nerviger, man wartet auf den Film, oder dass die Filmtrailer losgehen und dann dürfen Firmen dann Extra fürs Kino produzierte Werbungen schalten. Eine Werbung für einen Kaffeehersteller mit einem berühmten Schauspieler (ich mache keine Werbung, ihr könnt euch erschließen worum und um wen es sich handelt) hat als Hintergrundmusik jedoch den Klassiker „Solsbury Hill“ von Peter Gabriel. Der Song passt auch perfekt auf die Werbung und das ist ein guter Anlass diesen doch zumindest etwas in Vergessenheit geratenen Song zu präsentieren.

Peter Gabriel war in den Siebzigern Frontmann der Progressive Rock Band Genesis, die nach seinem Ausstieg 1975 unter Führung des bisherigen Schlagzeugers Peter Collins einen deutlich kommerzielleren Weg bestritt. Gabriel jedoch mischte Pop und Rock mit progressiven Elementen genauso wie mit Aspekten der Weltmusik. Dafür war seine Debütsingle ausgesprochen radiofreundlich und kommerziell erfolgreich. „Solsbury Hill“ wurde im März 1977 veröffentlicht und sollte einen kleinen Hit im frühen Sommer darstellen. Allerdings hat der Song eine Besonderheit, er ist nahezu durchgängig im ungewöhnlichen 7/4-Takt geschrieben. Ein Merkmal, dass den Charakter dieses Songs prägt, da dadurch gleichzeitig eine paradoxe Mischung aus Tempo und Gemächlichkeit entsteht. Dies erscheint in Hiblick auf die textliche Thematik aber äußerst passend, da der Text von einem Ich-Erzähler handelt, der bei der Besteigung eines Berges (dem Solsbury Hill) eine spirituelle Erfahrung macht. Gabriel fasst dies als Bereitschaft loszulassen um neues erreichen zu können zusammen.

Musikalisch ist der Song sonst eingängig, die Melodie ist mehr ein wiederholtes Riff denn eine ausgefeilte Melodiekomposition, die durch vereinzelte Schlaginstrumente unterstützt wird. Der Strophe Refrainübergang ist besonders weich, man könnte sogar meinen, dass der Song keinen wirklichen Refrain habe. so ist der Unterschied vor allem an der Dynamik auszumachen. Nach der dritten Strophe beinhaltet der Song ein Intermezzo, dass die folgenden Jahre an Gabriels musikalischen Schaffen andeutet.

Gabriel sollte seinen kommerziellen Höhepunkt 1986 mit dem Album „So“ sowie der Singleauskoplung „Sledgehammer“ haben, doch mich hat kein anderer Song des Ex-Genesisfrontmanns so gepackt wie „Solsbury Hill“.

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