1992 erreichte das Crossmarketing von Film und Musik einen neuen Höhepunkt als der Filmsoundtrack zum Blockbuster „Bodyguard“ Rekordverkäufe generierte und der Film mit dem damaligen Kassengarant Kevin Costner die Kinosaäle füllen konnte. Neben Costner spielte die damals wohl beste Sängerin der Popularmusik, die auf dem Höhepunkt ihrer gesanglichen Fähigkeiten angelangt war, die weibliche Hauptrolle.

Nach Jahrzehnten in der Produktionshölle (bei den ersten Planungen war Leinwandlegende Steve McQueen für die Hauptrolle vorgesehen) wurde das Projekt 1990 wieder aufgegriffen. Kevin Costner sagte schnell zu, doch ursprünglich sollte Madonna die singende Schauspielerin Rachel Marron spielen. Die zwischenmenschlichen Differenzen zwischen den beiden verhinderten dies, wodurch Houston die Rolle und die Dominanz im zugehörigen Soundtrack übernehmen konnte. Während die meisten Songs aus den jüngeren Produktionen Houstons ausgewählt konnten, fehlte ausgerechnet der wichtigste Song lange: die Liebesballade, die zweimal im Film vorkommen sollte. Kevin Costner hatte die Idee den vergleichsweise unbekannten Dolly Parton Song „I will always love you“ dafür zu nehmen und von Houston in ihrer unnachahmlichen Weise singen zu lassen. Auch Dolly Partons Version ist in einer Szene des Films zu hören, doch Houstons Aufnahme hat es geschafft den Song zu ihrem Song zu machen. Der Song ist in einem gewöhnlichen Balladenaufbau gehalten, einzig das Saxophonsolo wirkt besonders. Doch Houstons Stimme schafft es hieraus einen außergewöhnlichen Song zu machen, der Song steigert seine Intensität bis zur brachialen Stelle, an die man beim Lesen des Songtitels bis heute denkt. Wer den Film denkt, muss unweigerlich auch an das Filmende denken.

„I will always love you“ wurde zur meistverkauften Single in den USA und zu einem der erfolgreichsten Popsongs aller Zeiten und dient als eines der Musterbeispiele für eine Coverversion, die einem Song neuen Glanz beschert. Dazu bescherte der Song Houston einen ihrer zahlreichen Grammys. Kevin Costner lehnte eine Fortsetzung zu „Bodyguard“ jahrelang ab, was er auch immer wieder betonte. Stattdessen drehte er wieder riskantere Filme, die seinen Ruf spätestens Ende der Neunziger ins Gegenteil zum „Kassengift“ umwandelte. Der von Drogensucht und einer krankhaften Ehe gezeichneten Ehe schrieb Costner zweimal einen aufmunternden Brief, worauf er keine Antwort erhielt. Whitney Houstons Stern wird zwar niemals untergehen, ihre Karriere erfuhr aber spätestens Anfang der 2000er vor allem aufgrund ihrer persönlichen Probleme einen herben Knick. Houston starb am 11.Februar 2012 mit gerade mal 48 Jahren vermutlich an einer Überdosis. Ihre Hits sind jedoch unsterblich.

3 Kommentare zu „Filmsongperlen (10) – Whitney Houston „I will always love you“

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