Ich bin ja inzwischen der Meinung, dass die besten Musikartikel, diejenigen sind über einen Song zu dem ich ne Anekdote präsentieren kann und die sich dementsprechend innerhalb dieser Beitragsreihe tummeln. Hier also die Geschichte, wie ich auf den Song „For Evigt“ aufmerksam wurde:

Oftmals entdeckt man Songs durch Zufall für sich, hierbei lautete der Zufall, sei an einem Sonntag in der Fachschaft und lasse andere die Musik bestimmen. So wollte jemand unbedingt diesen Song von Volbeat hören und wenn man jetzt psychologisch etwas betrachten möchte, was ich natürlich möchte, könnte man sich angucken, warum der Song bei mir funktioniert. Dazu muss man folgendes Wissen, Volbeat ist eine Band, die sich irgendwo zwischen Rock und Metal einordnet. Meine Metalfreunde versuchen mehr oder weniger direkt seit Jahren mir Metal schmackhaft zu machen, meistens endet das in einem „Ja, finde ich gut gemacht, höre ich mir aber nicht gerne an.“ meinerseits. Deswegen ist auch keiner ihrer Versuche in dieser Rubrik gewürdigt worden, während andere Personen da deutlich erfolgreicher waren, zum Beispiel mein Vater, mein ehemaliger Musiklehrer und meine beste Freundin, die zusammen die Hälfte der Songs dieser Rubrik zu verantworten haben (und bei den Ideen für Songs, die ich hier verewigen möchte, wird sich die Quote ausbauen), während andere Personen immerhin vereinzelt auftreten. Worauf ich hinaus möchte, vereinzelte Personen haben aus diversen Gründen eine hohe Trefferquote: Mein Vater wegen dem Streuprinzip, mein Musiklehrer, weil er einfach Ahnung von Musik hat und meine beste Freundin in einer Mischung aus beiden. Jetzt könnte man auch das Alter und das Geschlecht in den Blick nehmen, so sind meine größten männlichen „Beeinflusser“ beide deutlich älter als ich und haben vor allem Klassiker zu verantworten, während meine beste Freundin größtenteils für aktuelle oder junge Songs in dieser Reihe steht. Nun ist besagte Fachschaftlerin in etwa so alt wie ich und weiblich und „For Evigt“ ist aus dem Jahr 2016. Hat mir der Song also nur wegen der Umstände gefallen?

Natürlich nicht, es liegt einfach am Song, der nicht wirklich Metal sondern mehr Rock ist und mir liegt, sodass ich den Song schon beim ersten Hören trotz Handylautsprecher mochte unabhängig von der Person, die ihn mochte. Störte mich bei den ersten paar malen laut hören, noch das Banjointermezzo, klingt es für mich inzwischen vollkommen organisch. Der Song wurde von Sänger Michael Poulsen geschrieben und von ihm sowie Gastsänger Johan Olsen gesungen. Besonders ist, dass der Refrain in dänischer Sprache verfasst worden ist. Es gibt auch eine rein englischsprachige Version un ter dem Titel „The Bliss“ ich empfehle aber ausdrücklich die bilinguale. Thematisch dreht sich der Text darum die guten Dinge im Leben zu genießen, passend dazu ist der Song energiereich trotz des Midtempos. Der Song klingt wie eine Mischung des mitreißenden rockigen Volbeatsounds mit den flotten Nummern  der Folk-Rock Formation Mumford & Sons. Das Musikmagazin Gaffa aus der dänischen Bandheimat wählte den Song zu seinem dänischen Hit des Jahres 2016, während die Leser deutschsprachigen Metal Hammer den Song zum drittschlechtesten Rocksong des Jahres wählte. Wenn ich den Song dmalas schon gekannt hätte, wäre er in meinem Jahresranking sicher in den Top Ten gelandet.

Einer meiner Metalfreunde (dessen Musikgeschmack auch sehr auf das Genre beschränkt ist) mag Volbeat nicht wirklich, weswegen ich zu einer Hypothese komme, die sich auf die bisherigen Beeinflusst-Folgen fußt: Die Person, die sich „For Evigt“ gewünscht hat, hat einen breiteren, mehr mit meinem Musikgeschmack kompatiblen Musikgeschmack als die meisten meiner Metalfreunde, die sich damit wohl lange auf eine Würdigung in dieser Rubrik gedulden müssen.

3 Kommentare zu „Beeinflusst (62) – Volbeat feat. Johan Olsen „For Evigt“

  1. Als Mensch der einen breiten Rock-Musikgeschmack, aber einen engen Metal-Geschmack hat: Ich mag den Song nicht so wirklich, hasse ihn aber auch nicht. Volbeat hat mit „Beyond Hell / Above Heaven“ eines meiner Lieblingsalben aller Zeiten abgeliefert. Fallen, Thanks oder 16 Dollars sind fantastische Songs. Danach habe ich Volbeat 3mal auf Festivals live gesehen und allgemein habe ich mich da satt gehört, weil die Alben danach sehr ähnlich waren. Wie gesagt, nicht schlecht, aber ich höre lieber die alten Sachen und heutzutage auch nur noch ab und zu.

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    1. Als Mensch mit breiten Musikgeschmack muss ich sagen, dass ich ganz viel lange Zeit nicht höre und dann wieder entdecke bzw ganz viel kaum kenne, wie die Discographie von Volbeat. Da kann ich nur sagen, dass ich den Song hier sehr sehr gut finde.

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