1986 ist „Top Gun“ einer der Kassenschlager an den Kinokassen. Der eskapistische Militärfilm, der im Grunde plumpe Werbung für die US-Army mit guten Blockbusterkino vereint, macht den jungen Tom Cruise zum Superstar und dient als weiteres Beispiel für das innerhalb dieser Reihe oft zur Sprache kommende „Cross-Marketing“. Der Soundtrack zu „Top Gun“, eine Mischung aus mainstreamigen Rocknummern und gefühligen Balladen, verkauft sich millionenfach. Wenn ich heute meinen Vater nach seiner Faszination für diesen Film frage, kommt nicht als erstes die hervorragend inszenierte Luftaction als Antwort, sondern die Musik. Mit Musik meint er einen bestimmten Song: „Take my breath away“.

Sicher, „Top Gun“ hat mehrere für diese Reihe würdige Filmsongs, doch „Take my breath away“ ist als Love Theme das Herzstück des Soundtracks, genauso wie die Love Story das Herzstück des Films ist. Die Tatsache, dass der Soundtrack sich so gut verkauft hat. sollte sich beim Blick auf die Produzenten erklären. Schließlich waren mit Giorgio Moroder und Harold Faltermeyer zwei der drei größten Experten für Filmsongs in den Achtzigern federführend an der Entstehung des Albums beteiligt, welches durch Absagen von Toto und Bryan Adams ohne große Namen auskommen musste. Moroder und Tom Whitlock, der 1981 Nachfolger von Faltermeyer als Assistent Moroders wurde, schrieben „Take my breath away“ und entschieden sich bewusst den Song von Berlin interpretieren zu lassen. Berlin war eine kalifornische New-Wave Band, beeinflusst von Ultravox und Blondie, die dank Moroder erste Erfolge erzielen konnte. Die Ballade „Take my breath away“ verhält sich zum restlichen Werk der Band wie ein Fremdkörper. Zwar setzte Moroder auf synthetische Klangerzeugung, die dem Song einen eigenen hymnenähnlichen Klang gab, aber bis auf Sängerin Teri Nunn durfte keiner der Musiker prägnant im Song wirken. Nunns Stimme fügt sich perfekt in das von Moroder und Whitlock komponierte Love Theme ein, sodass der Song zum Hit wurde. Weltweite Top Fünf Platzierungen waren die Folge, auch wenn „Berlin“ dadurch in weiten Teilen der Welt zu einem Musterbeispiel für ein One-Hit-Wonder wurde. Der Song überdauert jedoch bis heute und gilt als Klassiker.

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