„I´ve got The Power“ Einer der meist zitierten Songrefrains der letzten dreißig Jahren. Wird diese Ehre oftmals Rocksongs zu teil, hat es hier eine Mischung aus Dance und HipHop geschafft sich in die Tiefen des Kulturguts zu verankern. Egal, ob durch die Radiomessage „Ich wünsche mir Agathe Bauer“ oder durch die herrliche Szene in „Bruce allmächtig“, oder durch die Tatsache, dass der Song Einlaufmusik von Phil „The Power“ (passenderweise) Taylor war. „The Power“ kennt auch heute noch jeder, oder zumindest die energetische Line „I´ve got The Power“.

So sollte es mich nicht wundern, dass es Pullover mit dem Aufdruck gibt, weiß auf schwarzer Schrift, so trug ihn gestern eine Bekannte, jene Person, die auch schon für Volbeat verantwortlich war. Mein erster unausgesprochener Gedanke war: „Ich brauche diesen Pulli!“ Mein erster ausgesprochener Gedanke war: „Danke, jetzt hab ich nen Ohrwurm vom Song.“ Der schlagfertige Kontor kam sofort: „Ich könnte dir einen anderen verschaffen, aber dann müsste ich singen.“ Für den Blogbeitrag am Folgetag hat es auch mit dem Pulli gereicht.

Dabei ist die Leadzeile „I´ve got The Power“ gar nicht von Snap!, sondern aus Jocelyn Browns „Love´s gonna get you“, auch beim Rest des Songs bediente sich das Produzentenduo Michael Münzing und Luca Anzilotti an nahezu unbekannten Songs für Samples.  Doch nach Rechtsstreitigkeiten blieb von der ersten Version des Songs nur die Leadzeile übrig und bei der Zweitveröffentlichung mit neuem Rap vom von da an langjährigen Rapper Turbo B. wurde „The Power“ ein weltweiter Superhit. „The Power“ zeichnete sich durch seine Mischung aus Dance und Hip Hop Elementen aus, ging dabei aber nicht so weit wie Technotronics „Pump Up The Jam“ aus dem Vorjahr, der deutlich mehr für den Tanzfloor komponiert wurde. „The Power“ hingegen hat durch den starken einprägsamen Refrain und den charakteristischen Sound in der Bridge eine poppige Wirkung. Zusammen mit Twenty 4 Seven „I can´t stand it“ sollten diese Songs, die man auch unter dem Begriff Hip House zusammenfasste, den Musikstil Europas der Neunziger einleiten: Eurodance. Die Tanzbarkeit aus „Pump Up The Jam“, die Synthieflächen aus „I can´t stand it“, die Herausstellung des Refrains in „The Power“ und die angewandte Kombination aus männlichen Rapper für die Strophen und weiblicher Sängerin für die Refrains stellten alle Grundelemente des Musikstils dar.

Nach einem weiteren Hip House Song „Ooops Up“, der zumindest kurzzeitig kommerziell genauso erfolgreich wie „The Power“ war, stellten Münzing und Anzilotti ihr System leicht um, ersetzten Sängerin Penny Ford durch Thea Austin und schafften mit „Rhythm is a Dancer“ 1992 den engültigen Übergang zum Eurodancesound, der in den Folgejahren die kontinentaleuropäischen Charts beherrschen sollte.

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