Inhalt

Kate (Emilia Clarke) versucht als Sängerin durchzustarten, dabei ist George Michael ihr Vorbild, muss aber für ihren Lebensunterhalt in einem Weihnachtsshop bei „Santa“ (Michelle Yeoh) arbeiten. Kates Mutter (Emma Thompson) sorgt sich, da Kates Lebenswandel nach einer Herztransplantation bedenklich ist. Da trifft Kate den leicht schrulligen Tom (Henry Golding).

Kritik

Als letztes Jahr bekannt wurde, dass ein Film auf Basis des Wham Songs „Last Christmas“ geplant ist, war meine erste Reaktion: „Was soll die Scheiße denn?“. Erst als ich den Trailer sah und ein wenig in Weihnachtsstimmung versetzt wurde, wollte ich den Film sehen. Während der Trailer eine Liebeskomödie im Weihnachtssetting mit ein wenig Tiefgang teasert, ist der Film doch leicht anders.

„Last Christmas“ macht es sich zur Aufgabe, eine eigentlich absolut unsympathische Protagonistin als Sympathiefigur zu etablieren. Dank Emilia Clarke, die einzige Schauspielerin, die mir mit blond gefärbten Haaren besser gefällt als mit ihrem Naturbraun, bzw Clarkes Charme gelingt das auch. Eigentlich ist Katerina (wie die Protagonistin mit jugoslawischen Ursprung eigentlich heißt) mit ihrem unsteten Lebenswandel voller Selbstmitleid und Fehlern nicht wirklich sympathisch, aber irgendwie ist sie es dann doch. Deswegen fiebert man mit Kate mit, vor allem weil der Film mit Kates Treffen auf Tom Emilias Charakterentwicklung in Gang setzt. Ein Grund warum „Last Christmas“ weniger ein Liebesfilm ist, sondern eine besondere Spezies Weihnachtsfilm, die den Charakter zur besten Version von sich selbst werden lässt. Wer mit solchen Filmen nichts anfangen kann, sollte „Last Christmas“ meiden, alle anderen können gerne das Kino aufsuchen und ein wenig Weihnachtsstimmung einatmen. Das Setdesign lädt in ein märchenhaft weihnachtliches London ein, wozu auch der Weihnachtsshop mit den skurrilsten Weihnachtsutensilien sich einfügt.

Der titelgebende Song ist weit weniger omnipräsent als man befürchten könnte, dafür dürfen Zuschauer auch andere George Michael Songs hören, auch wenn der zugrunde liegende Grund (siehe Inhalt) ziemlich simpel ist. Daneben fällt auf, wie selbstverständlich divers der Cast ist, asiatische Darsteller, dunkelhäutige, homosexuelle werden in kleinen Rollen gezeigt, nichts was den Film besser macht, aber ganz nett. Dadurch und auch durch den slawischen Ursprung der Protagonistin gibt es einen kleinen Brexitverweis, auch weil der Film in 2017 spielt. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass der slawische Ursprung gerade bei Emilia Clarke durch ihren starken britischen Akzent unglaubwürdig wirken könnte. Emma Thompson als Mutter ist glaubhaft, hat einige Overacting-Szenen, aber Thompsons Rolle ist durch das von ihr mitgeschriebene Rolle nicht übermäßig präsent. Michelle Yeoh als Santa ist auch durch und durch sympathisch, gerade durch ihre Beziehung mit „Boy“, einem Dänen, dessen Namen Santa nicht aussprechen kann.

Gegen Ende hat der Film auch eine einerseits überraschende Wendung, andererseits wird der Film dahingehend aufgebaut, weswegen der Film auch kein wirklicher Liebesfilm ist. Daneben ist der Film auch weniger witzig als der Trailer suggeriert, aber da es sich hierbei um einen Paul Feig Film handelt, gibt es immer wieder Humordosen, die hier funktionieren. Da fallen einige Fehler kaum ins Gewicht, auch wenn die Kriegsflucht von Kates Familie chronistisch nicht passt.

Fazit

„Last Christmas“ ist ein durch und durch sympathischer Weihnachtsfilm mit einer bezaubernden Emilia Clarke, der aber anders als der Trailer einen weiß machen will, nicht von einer Liebesgeschichte, sondern von einer Charakterentwicklung, getragen wird. 7/10

Daten & Fakten

Produktionsland: Großbritannien

Länge: 104 Minuten

Genre: Weihnachtsfilm, Tragikomödie, Liebesfilm

Regie: Paul Feig

Drehbuch: Emma Thompson, Greg Wise

Darsteller: Emilia Clarke, Henry Golding, Michelle Yeoh, Emma Thompson uw

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6 Kommentare zu „Last Christmas

  1. Ich hab den Film vorhin im Kino gesehen und ich schaue jetzt mal, ob du diesen Kommi noch liest (weil der Artikel schon so lange her ist) ansonsten sprechen wir uns dazu auf meinem Blog (jap, da kommt 1000%ig eine Review).
    Ich bin einfach nur gerührt von diesem Film. Emilia Clarke mag ich sowieso sehr, aber dieser Twist am Ende ist ja unglaublich. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bei einem Film so mit den Tränen gekämpft habe. Das ist wunderschön und berührt mich wirklich zutiefst. Ein absolut magischer Film ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Natürlich lese ich auch Kommentare von älteren Beiträgen, ich bekomme schließlich ne Benachrichtigung.
      Ich mag den Film ja auch, Tränen hatte ich auch fast im Auge, hatte ich aber auch bei „Marriage Story“, „Gut Gegen Nordwind“ und vor allem „Drei Schritte zu Dir“ um die diesjährigen Tränenzieher zu nennen. Hach.

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