Netflix

Tage wie Diese (Let it Snow)

6/10 Netflix-Weihnachtsfilm. Ich hatte keine Erwartungen, aber diese Sammlung dreier Kurzgeschichten um Jugendliche, deren Weihnachten anders als geplant verläuft, ist angenehm. Film aus der Reihe „Kann man gut weggucken“, gerade zur Weihnachtszeit.

Amazon Prime

No Country for Old Men

8/10 Die Coen Brüder haben damit den Oscar für den besten Film abgeräumt und das ist trotz starker Konkurrenz verdient. Dieser irgendwie westernartige Film, der in 1980ern spielt ist aber weniger leichtfüßig als andere Coenklassiker. Dafür hat der Film mit Javier Bardems Anton Chirugh einen der besten Filmbösewichte und Psychopaten, die es je gab. Er allein macht diesen doch anstrengenden Film mehr als sehenswert. dazu sin auch Woody Harrelson, Tommy Lee Jones und Josh Brolin gut bis sehr gut.

Fighting with my Family (geliehen für 0,99€)

8/10 So überraschend war es dann doch nicht mehr, dass dieses Biopic über eine Wrestlerin einer der sehr guten Filme des Jahres ist, zu viele Personen, deren Filmgeschmack ich für bare Münze nehme haben sich positiv über diesen Film geäußert. So blöd es klingt „Fighting with my Family“ ist ein Feel Good Movie in Tradition von Filmen wie „Little Miss Sunshine“. Ungeheuer sympathisch mit einem guten Vince Vaughn, einer sehr guten Florence Pugh (die ich ohne Kenntnis nicht erkannt hätte) und einem nicht nervenden Dwayne Johnson. Da kann ich verschmerzen, dass der Film auf dem Höhepunkt nach etwas mehr als beschwingten anderthalb Stunden aufhört, anstatt eine „Rise and Fall“ geschichte zu inszenieren.

Saw (geliehen für 0,99€)

6/10 Mein Gott ist der schlecht gealtert, daneben tut „Saw“ die verschachtelte Erzählweise auch nicht gut, sonst ist das hier ein günstiger Psychoschocker mit ordentlicher Spannungskurve. 42 Fortsetzungen hätte es aber wirklich nicht gebraucht.

No Turning Back (Locke)

7/10 Tom Hardy allein im Auto, telefonierend und zaudernd. Das geht Dank Tom Hardy auf, Hardy schafft es glaubhaft zu vermitteln, wie ein Mann zu wirken, dessen Leben aufgrund eines Fehltrittes komplett aus dem Ruder läuft. Der One-Night-Stand wird schwanger, die Geburt ist früher als geplant, also verlässt Bauleiter Locke die Baustelle am Abend vor der Fundamentlegung und verliert neben seiner Frau auch seinen Job. Wie Locke dann auf der anderthalbstündigen Autofahrt noch versucht die Grundsteinlegung und seine Ehe zu retten ist packender, als die meisten Ein-Mann-Stücke, da Problematik und Auswirkung unmittelbar koppeln und weil Tom Hardy zu jeder Zeit Ivan Locke ist.

American History X

9/10 Was für ein Film der Directors Cut von „American History X“ geworden wäre? Ein anderer, so viel ist sicher, schließlich wollte Tony Kaye die Regierechte abtreten, nachdem Edward Norton sich mit seiner Schnittfassung durchgesetzt hatte. Kaye schwebte ein radikalerer Film vor, dabei balanciert schon die bekannte Fassung auf dem Drahtseil. Edward Norton ist als geläuterter Nazi eine Wucht, erzählerisch ist der Film stark und auch der Wechsel aus Schwarz-Weiß Szenen und Farbfilm geht auf. Doch erst durch das Ende, welches einem Schlag in die Magengrube gleicht, wird aus „American History X“ ein hervorragender Film.

Ein Gauner & Gentleman (The Old Man & The Gun) (geliehen für 0,99€)

6/10 Robert Redfords angeblich letzter Film ist ein ruhiger Abgesang auf die Hollywoodlegende, der hier den titelgebenden „Gauner & Gentleman“ mimt. Dabei ist der Film sicherlich nicht der spannungsgeladenste, aber nett anzuschauen mit schönen Performances (ua auch Sissy Spacek & Casey Affleck). Ein Blick kann nicht schaden.

Der amerikanische Freund (The American Friend)

5/10 Wim Wenders sollte keine Thriller inszenieren, „Der amerikanische Freund“ ist das beste Beispiel dafür. Unverkennbar ein Wenders Film, doch mit einer eigentlich packenden Kriminalhandlung kombiniert, wird daraus ein lahmer, teilweise konfuser Film. Wenders ist dann besonders gut, wenn er über menschliche Dramen und Sehnsüchte elogieren darf ohne, dass eine enge Handlung stört, hier ist die Handlung aus der Romanvrolage jedoch so strikt, dass sich das mit dem Stil des Regisseurs beißt.

Donnie Darko (geliehen für 0,99€)

7/10 „Donnie Darko“ hat sich in dne letzten fünfzehn Jahren zu einem Kultfilm entwickelt, grund genug ihn sich einmal anzuschauen. Ich mochte, wie die Gyllenhall-Geschwister im Film Geschwister spielen, wie der Film seine unzugängliche Hauptfigur präsentiert und die Stimmung des Films. Den Plot um Patrick Swayze fand ich jedoch unnötig dafür lässt das Ende schön viel Interpretationsspielraum.

The Big Lebowski

6/10 Die Coen-Brüder haben eine sehr eigene Art Filme zu inszenieren, so vergisst man zeitweise komplett, dass „The Big Lebwoski“ ein klassicher Film Noir mit der unpassendsten Hauptfigur ist. Dadurch hat der Film bei mir jedoch kaum Charme versprüht, am ehesten noch bei den Szenen im Bowlingcenter oder wenn John Goodman und Jeff Bridges alleine spielen. Dann kommt die Skurrilität der Coenbrüder am besten raus, während der unnötig komplizierte Kriminalplot gestört hat.

Charade

9/10 Der wohl beste Hitchcock-Film, der nicht von Alfred Hitchcock gedreht wurde. Cary Grant als Mann mit den vielen Identitäten, Audrey Hepburn als nicht trauernde Witwe, Walther Matthau als CIA-Agent sowie ein paar dubiose Gangster jagen die Beute eines weit zurückliegenden Raubüberfalls. Daraus entspinnt sich ein gleichsam spannender und unterhaltsamer Mix aus Komödie aus Thriller, der auch nach 56 Jahren nichts von seinem Witz, Charme und Esprit eingebüßt hat. Selbst der hohe Altersunterschied von Hepburn und Grant, die in typischer Screwballmanier zueinander finden (und dabei großartige Schnellfeuerdialoge ausfechten dürfen) stört bei diesem wendungsreichen Film nicht.

Der Pianist (The Pianist)

8/10 Adrian Brodys Oscarrolle in Roman Polanskis Holocaustfilm sollte man mal gesehen haben. Über weite Strecken ist „Der Pianist“ ein bedrückendes, ergreifendes Holocaustdrama, das durch seine Fokussierung auf ein Einzelschicksal enorm an Zugkraft gewinnt. Gegen Ende zerfällt das ein wenig, sodass der Film sein Niveau nicht ganz über die Laufzeit halten kann.

Dumbo (geliehen für 0,99€)

5/10 Positiv, Disney macht mit „Dumbo“ eine andere Sichtweise auf die Geschichte auf, negativ der Film ergibt sich in Mittelmäßigkeit. Sei es durch den CGI-Künstlich Look, der fehlenden Energie, die Fehlbesetzungne von Colin Farrell und Danny DeVito, der kaum vorhandenen Screentime von Michael Keaton und der unglaubwürdigen Moral sich gegen den Großkonzern zu widersetzen.

Die Braut des Prinzen (The Princess Bride)

Blu-Ray & Festplatte

Lethal Weapon

9/10 Was für die meisten 80er Fans „Stirb Langsam“ ist, ist für mich „Lethal Weapon“. Ein Actionfilm mit vergleichsweise geerdeten Held(en), den ich immer und immer wieder genieße. Nach der fünften Sichtung ist mir aufgefallen, dass der Film doch recht witzig ist, was ich immer wieder aufgrund der guten Kriminalhandlung und der sauber inszenierten Action vergesse und Me Gibson als durchgedrhter, lebensmüder Cop, der zum Helden wird, hat einfach was.

Gefährten (War Horse)

8/10 „War Horse“ beginnt und nach zehn Minuten weiß man, dass der Film stark an der Grenze zum übermäßigen Kitsch entlangwandert. Wer damit nichts anfangen kann, wird diesem Film kaum etwas abgewinnen können, doch wer empfänglich dafür ist und über den zu groben Weichzeichner im Szenenbild hinwegsehen kann, wird fasziniert sein von der Geschichte des Wunderpferds Joey und seiner Beziehung zu Albert, der immer an ihn geglaubt hat. Nebenbei ist „War Horse“ auch ab der Mitte ein Film im Kriegssetting und dort zeigt sich wieder, wie stark Steven Spielberg Genres beherrscht und zusammen mit John Williams Musik und der Kamera wahnsinnig starke Bilder erzeugen kann.

Walk The Line

9/10 James Mangolds Musikfilm „Walk the Line“ über das Leben Jonny Cashs ist sicherlich eins der gelungensten Musikerportraits. Das liegt vor allem an Joaquim Phoenix (den Oscar gewann allerdings Reese Witherspoon für ihre gute, aber bei weitem nicht an Phoenix heranreichende Performance), der Johnny Cash beeindruckend darstellt. Daneben überzeugen aus technischer Sicht besonders das Setting und die Gesangsnummern.

Tango & Cash

7/10 Es gibt sicherlich bessere Actionklassiker als Tango & Cash, aber diese Actionkomödie nach klassischen 80er Jahre Muster unterhält auch heute noch dank der launigen Sprüche, trotz vollkommen absurder Handlung.

Wie ein wilder Stier (Raging Bull)

7/10 Amerikanische Kritiker feiern „Raging Bull“ öfters als Martin Scorseses besten Film, ich muss sagen, dass er mir ähnlich wie „The Wolf of Wall Street“ Probleme bereitet hat. Sicher ist das ein guter Film, aber Martin Scorsese hat auch bessere Filme inszeniert als diese düstere Rockyvariation basierend auf einer wahren Geschichte. Allerdings ist „Raging Bull“ nicht nur aus filmhistorischer Sicht, sondern auch dank der Performances von Joe Pesci und vor allem Robert DeNiro sehenswert.

Früchte des Zorns (The Grapes of Wrath)

8/10 Filmklassiker aus dem Jahr 1940 und damit einer der ältesten Filme, die ich je gesehen habe. Henry Fonda und Jane Darwell spielen in diesen zugleich sehr amerikanischen und unamerikanischen Film groß auf. Sonst zieht der sich zwar, ist aber heute noch empfehlenswert.

Star Wars V – Das Imperium schlägt zurück (The Empire Strikes Back)

8/10 „The Empire Strikes Back“ war 1980 ein mutiger Film. Der Gegenentwurf zum erfolgreichen Heldenabenteuer „Star Wars“ soll die Geschichte fortsetzen und dann dieser Twist, der nicht mehr wegzudenken ist. Viele Fans haben diesen Film als ihren liebsten Star Wars auserkoren, ich schwanke aktuell noch zwischen dem und dem direkten Vorgänger und es ist offensichtlich. „The Empire Strikes Back“ ist trotz Elemente wie der Love Story ein düsterer Film, der den Mut hat, den Bösewicht siegen zu lassen und dabei stark inszeniert ist. Christopher Nolan hat bei „Inception“ seine Schneeactionszene nicht umsonst an die aus dem hier angelehnt.

Wie die Überschrift ankündigt ist dies nach einem Jahr die letzte Ausgabe des Streamingrückblicks. Ich habe gemerkt, dass ich nicht über jeden Film, den ich sehe viel schreiben möchte und ein bisschen mehr als ein Kurzfazit sollte dann doch zu Filmen geschrieben werden. Deswegen werde ich jetzt vermehrt einzelne Filme, über die ich schreiben möchte, etwas intensiver behandeln und das dann in einzelnen Artikeln abhandeln (wahrscheinlich im Wochenrhythmus). Wer sehen will, was ich sonst noch so schaue kann mir gerne auch auf Letterboxd folgen.

Welche Filme habt ihr gesehen und vor allem wie fandet ihr diese?

11 Kommentare zu „Streamingrückblick November: Der letzte seiner Art

  1. Puh, davon kenne ich ne Menge. Highlight natürlich Charade……Herrlich….Sowas wird heutzutage leider gar nicht mehr gedreht. Wenig Action, aber überaus clever und spannend bis zum Schluss. Die Kombination aus Komödie und Krimi klappt perfekt.

    Gefällt 2 Personen

  2. No Country for Old Men ist so mega, anstrengend ist der doch gar nicht.
    Saw fand ich damals sehr gut, habe ich aber nie wieder gesehen.
    Locke fand ich auch gut,
    American History X ist krass, aber auch einer meiner Lieblingsfilme
    Den Wim Wenders Film wollte ich immer mal schauen, mal gucken,
    The Big Lebowski muss ich mir auch mal wieder anschauen. Bei der Erstsichtung im Kino kannte ich viele Schauspieler (Julianne Moore und PSH insbesondere) noch nicht. Das letzte Mal als ich den gesehen habe, war Philip Seymour Hoffman bereits mein allerliebster Lieblingsschauspieler, ever. Macht mich schon wieder traurig, dass dieses Mega-Talent nicht mehr unter uns weilt.
    Charade: toll, klar, aber es gibt so gute Hitchcock-Filme, mein Favorit ist immer noch North by Northwest
    Alles in allem hattest Du ja einen guten Lauf. 🙂

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    1. No Country for Old Men hatte ich sehr früh im Monat, der ist tatsächlich ein bisschen gewachsen in der Nachbetrachtung. Vor allem wegen Javier Bardem.
      Ich habe einen Kumpel, der für die gesamte Saw Reihe schwärmt, da hab ich mir den doch angesehen, aber naja.
      „American History X“ ist großartig, weil er so krass ist.
      Von den drei Wim Wenders Filmen, die ich gesehen habe, fand ich den mit Abstand am schwächsten. Für „Paris Texas“ brenne ich und „Der Himmel über Berlin“ fand ich auch stark.
      „The Big Lebowski“ ist einfach nicht mein Film, man sollte ihn einmal sehen und wer ihn liebt, guckt den glaub ich immer wieder.
      „Charade“ war neben American History X mein Heimkinohighlight. Hitchcock steht auch auf meiner Liste, vor allem „Vertigo“.
      Ja, ich versuche stärker abzuwägen, was ich in Heimkino gucke, deswegen vielleicht auch der Lauf. Fürs neue Jahr stehen vor allem mehr Klassiker auf der Filmzielliste, da mir die in der Regel besser gefallen als vor allem 2000er Filme.

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      1. No Country ist großes Kino (und wirkte da natürlich seinerzeit hammermäßig). Ich habe den aber natürlich weitere Male auf DVD oder HBO oder so gesehen, mein Herz geht auf, wenn ich den Film sehe. Wie bei so vielen Coen Bros. Filmen.

        Ich schaffe es leider zeitlich nicht, viele ältere, nicht Lieblingsfilme noch mal (oder manche zum ersten Mal) zu sehen, dafür gibt es aktuell immer so viele interessante Filme zu gucken, ganz zu schweigen von den exzellenten aktuellen Serien, die auch geguckt werden wollen.

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        1. Je mehr Coen Bros. Filme ich sehe, desto weniger mag ich ihre Filme, das ist komisch. Ich mag total „Hail Caesar“ und „Intolerable Cruelty“ aber „Fargo“ und „The Big Lebowski“ nicht wirklich. No Country for Old Men gewinnt aber sicher mit jeder weiteren Dichtung.

          Das war einer der Gründe, warum ich fast gar keine Serien gucke. Es gibt eine Masse guter neuer Filme und vieler Klassiker, die ich schauen sollte und möchte. Da ist der Serienverzicht das kleinere Übel.

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          1. Die Coens machen halt besondere Filme mit eigenwilligen Charakteren und einem schrägen Humor. Ich mochte Burn After Reading nicht (den alle lieben, The Ladykillers logischerweise, den aber keiner mochte, Hail Caesar ist auch einer ihrer schwächeren Filme), aber liebe beispielsweise A Serious Man (den kaum einer gesehen hat, weil die Schauspieler damals keiner kannte – Heute kann man sich eine (Film-) Welt ohneMichael Stuhlbarg kaum noch vorstellen. .

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            1. A Serious Man war doch sogar für BP nominiert, oder? Manchmal zünden die Coens bei mir, manchmal so halb und manchmal nicht, dann respektiere ich die, muss die aber nicht immer wieder sehen. No Country for Old Men würde ich von den von mir gesehenen als ihren besten Film bezeichnen, am meisten mögen tue ich aber „Hail Caesar“ und „Intolerable Cruelty“

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