Dolemite is my Name

Inhalt

Rudy Ray Moore (Eddie Murphy) versucht sein ganzes Leben lang berühmt zu werden, als er seinen Durchbruch als Stand Up Comedian schafft, will er einen Film über sein Bühnenalterego verwirklichem, um im ganzen Land gesehen zu werden. Mit einer Reihe weißer Filmstudenten beginnen er und sein Umfeld voller Elan „Dolemite“ zu drehen.

Kurzkritik

„Dolemite is my Name“ ist der beste Eddie Murphy Film seit mindestens zwanzig Jahren, das sagt noch nicht viel, aber der Film ist wirklich gut. Am ehesten trifft die Bezeichnung Feel Good Kino den Film. Die ganz großen Dramen hat der Film nicht zu bieten und wenn werden sie wie bei Moores Verschuldung sehr zügig gelöst. Der Film hat ein ebenso zügiges Grundtempo, wodurch wir mehrere Stationen von Moores Leben erleben dürfen. Herzstück des Films sind jedoch die Aufnahmen für „Dolemite“. Während man dieses chaotische Werk in der Entstehung sieht, möchte man das Endresultat sehen, obwohl „Dolemite“ wohl kein guter Film ist. Eddie Murphy geht in der Rolle voll auf ohne sein übertriebenes Acting zu zeigen. Im Vergleich zu schauspielerischen Schandtaten ist das hier eine gute Leistung. Der gesamte Cast ist gut ohne zu glänzen, das Setting der 70er-Jahre ist authentisch und man erfährt eine Menge über Rudy Ray Moore, der in der Black Community Kultstatus genießt. „Dolemite is my Name“ ist somit zwar kein Meisterwerk, aber ein durch und durch unterhaltsamer und sympathischer Film. Warum der Film allerdings in der Awards Season mitmischt erschließt sich mir nicht wirklich. 7/10

6 Underground

Inhalt

Multimilliardär (Ryan Reynolds) gründet  sechsköpfige Untergrundgruppe, deren Mitglieder alle für tot gehalten werden, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Nachdem der erste Einsatz in Italien misslingt, soll ein Turkmenischer Dikator gestürzt werden.

Kritik

Michael Bay hat mit den „Transformers“ Filmen endgültig seine Offensive auf die Sehnerven der Zuschauer gestartet. Waren seine Filme vorher zwar leicht am immer noch nahe an Werbefilmen liegenden Stil zu erkennen, hatten sie Ambitionen in Hinsicht auf Narration, Wirkung und Charakterentwicklung. „6 Underground“ hingegen ist einfach nur mies. 150 Millionen Dollar, mit denen man die Welt zu einem besseren Ort machen könnte, werden von Netflix für die Carte Blance an Bay verschwendet. Um diesen Film zu 100% Michael Bay Augenkrebs Actionkino zu machen, arbeitete Bay mit den Deadpool Drehbuchautoren und Deadpool himself Ryan Reynolds zusammen. Einen erzählerischen Kontext sollte man ebenso wenig erwarten, wie Charaktere, deren Handlung nachvollziehbar ist. Zu keiner Zeit wird klar, wie die sechs „Helden“ zusammenkommen. Ryan Reynolds darf hier Deadpool als Erfinder und Multimillionär geben. Das dies absolut hanebüchen ist, scheiß egal. Warum sollte ein hochintelligenter Erfinder (als den der Film Reynolds namenlose Rolle hier verkauft) genauso vom Leben gelangweilt sein und zum sprücheklopfenden Antihelden mutieren wie ein durch dubiose Therapien entstellter, aber mit Superkräften ausgestatteter Lebemann? Bay hat keine Antwort, stattdessen beginnt der Film mit einer knapp zwanzigminütigen Parodie auf die Verfolgungsjagden der jüngeren Mission Impossible Teile. Nach 735 Schnitten, 26 unnötigen Explosionen, 77 blödsinnigen Sprüchen Reynolds, 3 Sequenzen, die wirken als seien sie für Deadpool 2 als zu bekloppt rausgeschnitten worden und dann hierfür neu gedreht worden, 88 plakativste Produktplatzierungen, 5 sexistischen Stills weiß man, dass dieser Film sich jeglichen Regeln entzieht.

Narrative? Braucht kein Mensch, langweilt doch nur. Charakterbildung? Ach was, der Ryan sagt ein paar lustige Sachen, dann passt das schon, außerdem darf Melanie Laurent drei verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen, das ist doch Oscarwürdig. Sorgsamer Schnitt? Warum das denn, wenn man auch alle 0,15 Sekunden einen Schnitt setzen kann. Spannungsaufbau? Wir haben doch mit ner Verfolgungsjagd angefangen, da brauchen wir doch erstmal keine weitere Action, lass den Ryan doch ein paar Sachen sagen. Zwischenmenschliche Beziehungen? Sex, ich wiederhole Sex, das brauchen wir Sex Sells. Szenen mit Nutzen für die Narrative? Wir haben doch keine Narrative, lassen wir die doch einfach Heineken, Captain Morgan oder Lavazza trinken. Szenengeographie? Das Nutzen die doch in so Arthausfilmen wie „Mad Max:Fury Road“ und „Mission Impossible: Fallout“. Es ließe sich endlos so weiter führen…

„6 Underground“ ist dermaßen schlecht, er hat die Bezeichnung Film nicht verdient. Diese 120 Minütige Mischung aus Werbung und Ryan Reynolds Show ist eine Vergewaltigung der Filmkunst. 1/10

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4 Kommentare zu „Neulich bei Netflix: Dolemite is my Name & 6 Underground

  1. „Dolemite is my Name“ ist der beste Eddie Murphy-Film seit mindestens zwanzig Jahren. Okaaayyy. Von den animierten Filmen, die er synchronisiert hat (Shrek) mal abgesehen, mochte ich tatsächlich nur einen einzigen Film wirklich und das war „Bowfinger“ vor zwanzig Jahren. „Dolemite“ fand ich die erste halbe Stunde supernervig. Habe auch drei Anläufe gebraucht, den Film vollständig zu sehen. Nachher ging es, aber gut fand ich den Film immer noch nicht.

    „6 Underground“ gucke ich mir lieber nicht an, scheint auch so gar nicht nach meinem Geschmack zu sein.

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    1. Shrek hab ich da jetzt rausgelassen, aber sonst hat der gute Eddie aber wirklich nur Mist gemacht. Ich konnte den hier ganz gut sehen, aber warum Netflix für den ne Kampagne fährt hab ich nicht so wirklich verstanden. Scheint aber ja aufzugehen.

      Puuh, „6 Underground“ ist einfach nur schlimm. Über den Film werde ich mich wahrscheinlich ewig aufregen. Wenn man „Deadpool“ dafür mochte, dass er infantil ist und „Transformers“ weil so viel im Bild zu sehen ist und ganz viel Zeitlupe dabei ist, dann wird man „6 Underground“ mögen. In Hinblick auf Filme ernst nehmen, kann ich die Person dann nicht mehr. Der Film ist wirklich in allen Belangen schlecht. Aber leider gibt es viel zu viele Menschen, die den gut finden.

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      1. Na gucke Dir mal „Bowfinger“ an, ist auch ein Film über das Filmemachen. Ich fand den klasse und brüllend komisch teilweise, insbesondere in der OV.
        Was die Oscars angeht, steht Eddie auf der Kippe. Die Schauspieler-Gewerkschaft hat ihn übergangen und dafür lieber Taron Egerton reingenommen. In meinen Augen auch berechtigt.

        Naja, „6 Underground“ liegt in den 30er bei Rotten Tomatoes, so viele mögen den film nicht.

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        1. „Bowfinger“ hab ich gesehen, fand den in Ordnung, wurde mir aber immer wieder empfohlen. Vielleicht schau ich nochmal rein. Das der gute Taron nominiert gehört, da sind wir uns einig. Ist für mich neben Adam Driver in „Marriage Story“ und Joaquim Phoenix in „Joker“ die beste Male Leading Role Performance des Jahres.

          Selbst 30% sind dafür noch zu viel, gerade in deutschsprachigen Raum kommt der mir bisher viel zu gut weg. Ala typisch Michael Bay, kann man sich angucken. „The Rock“, „Armageddon“, „Pain & Gain“ oder „Bad Boys“ kann man sich angucken, aber der hier ist halt so absurd schlecht. Das ist auch einer der ganz wenigen Filme (vielleicht zehn Stück), bei denen ich keinerlei Verständnis für positive Reviews und Ansichten entwickeln kann.

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