Seit Ewigkeiten habe ich keinen Artikel mehr geschrieben, der über meine Affinität für Filme und Popmusik hinausgeht (abgesehen von der Kurzprognose zur Bundesliga), oder wie ich es auch nenne, die „persönlichen Artikel“, die einen kleinen Einblick zu meinem Leben geben. Vielleicht auch, weil es immer eine Überwindung ist, etwas über sich preiszugeben. Kann es sogar sein, dass mein letzter solcher Artikel noch über Malibusprite, den Wendler und Schuhe ging? Das wären jetzt knapp drei Monate und das ist nun ewig her. Ein schnelllebiger Stillstand, so würde ich mein Studentenleben beschreiben, nicht gerade die beste Beschreibung, zumindest für ein zufriedenstellendes Privatleben. Vielleicht auch deswegen hab ich mich zwischenzeitlich mehr in den Blog und sonstiges gesteckt, um einer kritischen Reflexion zu entgehen.

Weihnachten, normalerweise immer meine Reflexionszeit, habe ich das weggedrückt, der beeindruckendste Beleg dafür ist mein Letterboxdddiary über die Weihnachtstage gewesen. Man kann vielleicht hieraus ablesen, wie mein Weihnachten war, voller guter Filme, aber sonst wenig zufriedenstellend. „Highlight“ war mein Heimatbesuch, nach dem ich dachte, ne Zahnwurzelbehandlung wäre ne gute Sache. Weihnachten war also semi und ein paar Tage später antwortete ich auf die Frage einer Person Wie es mir denn ginge dementsprechend mit semi. Zur Einordnung, die Person befand sich im Urlaub und es war meiner Zeit kurz vor drei nachts. Das semi war also eine Untertreibung, die die Person auch sofort verstand. Also mit dieser Semistimmung war der Jahreswechsel vor allem von Alkohol geprägt, by the Way „Der mit dem Wolf tanzt“ ist ein super Entkaterungsfilm. Bald danach deutete sich die Klausurphase an und nun ja, meine Motivation im Semester war in den ersten Monaten euphemisierend mit semi beschrieben. Dementsprechend mogelte ich mich bis dato durch das Semester, allerdings klopfte der Drittversuch in der NDL (Neue Deutsche Literatur) an mein Gewissen. Eine Klausur, die früher wohl eine geschenkte Leistung war, hat sich zur Herausforderung entwickelt, zumindest für mich. Nachdem die erste Klausur ohne Probleme bestanden war und mein Geburtstag auch vorbeizog, ging der Großteil meiner Leistungskraft für das Lernen der Klausur drauf, die ich gestern, also an einem Samstag (den ersten der Vorlesungsfreien Zeit) schrieb. In der letzten halben Stunde war ich mit einem Kommilitonen nur noch damit beschäftigt sich selbst mut zuzusprechen und in eine positive Stimmung zu kommen. Das endete mit „Kumbaya my Lord“ und der exzessiven Nutzung des Wortes „Supergeil“. Die Klausur an sich fühlte sich auch gut an, ich würde meine Bestehenswahrscheinlichkeit auf über 90% schätzen. Jetzt darf ich mich in den folgenden Wochen mit Hausarbeiten beschäftigen, werde aber auch wieder regelmäßiger Blogbeiträge verfassen. Der Februar wird also ein schreibintensiver Monat und das im Monat des Karnevals, das kann heiter werden, oder semi. Semi war auch mein Geburtstag, wie jedes Jahr sage ich kurz vor der Feier, ich feier nicht mehr, ich habe keine Lust mehr. Keine Lust auf kurzfristige Absagen, keine Lust auf ewige Vorbereitung und meinen inneren Perfektionismus und dann kamen auch ein paar Leute, die mir besonders wichtig sind, nicht. Dementsprechend semi war auch mein Geburtstag, weniger Gäste als gedacht (Vorteil: Getränkeausgaben waren geringer als kalkuliert), kaum Tanz, mein perfektionistischer Anspruch war nicht befriedigt. immerhin konnte ich mir sagen, dass es nicht an mir und meiner Vorbereitung lag.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Vieles, wie immer, aber auch vieles, über das ich gerade nicht schreiben will, zumindest nicht hier. So endet der Seelenstriptease vielleicht weniger befriedigend als erhofft und für euch weniger informativ und unterhaltsam als erhofft, aber so oft wie ich das Wort heute angewandt habe, passt auch hier das Wort semi gut, um den Text zu beschreiben.

Werbung

5 Kommentare zu „Über einen Drittversuch und die inflationäre Nutzung des Wortes „semi“

  1. Das hört sich alles nur so semi an. (Ja, der Gag musste kommen)
    Da du ja andeutest, dass das hier noch nicht die Spitze des Eisbergs war, hoffe ich mal, dass in der Karnevals-Zeit auch mal ein guter, großartiger oder gar fantastischer Tag dabei ist 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Sagen wir mal so, unitechnisch war der Drittversuch mein Schreckgespenst, die Hausarbeiten schreiben sich mit entsprechenden Einsatz ganz gut.
      Stand jetzt habe ich zwei Karnevalstage kalkuliert. Es ist ja nicht alles schlecht, aber eine gewisse Wehmut, kann man mir in letzter Zeit nicht absprechen.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s