Die große Karriere hatte Robin Beck schon abgehackt, sie war eigentlich halbwegs zufrieden mit ihrem Leben. Als Backgroundsängerin konnte sie von der Musik leben und mit Musikern wie David Bowie und Chaka Khan zusammenarbeiten. Ihre rockige Stimme war trotz eines gefloppten Debütalbums gefragt, mit fünfunddreißig kam dann aber der unvermittelte Durchbruch, angestoßen durch eine Anfrage von Coca Cola. Davor war Beck in der Werbebranche schon bekannt als universell einsetzbare Sängerin. Der neueste Jingle, der sowohl im Radio als auch im Fernsehen eingesetzt wurde, war so einprägsam, dass die BBC anfragen bekam, wie der Song denn heiße und ob man den auch so spielen wollte. Eine britische Plattenfirma ließ Beck einfliegen und einen veränderten Text, der aus dem Werbejingle eine Liebesballade machte, einsingen.

Vollprofi Beck legte eine gefühlvolle Performance passend zum rockorinetierten Keyboardsound und der aufbauenden Dynamik zum Refrain hin, der Song war in kürzester Zeit im Kasten. Der Song ist eine gefällige Rockballade, die sofort ins Ohr geht und einen passenden Aufbau hin zum kraftvollen und eingängigen Refrain hat. Beck legt ordentlich Pathos in die Vocals, was durch die Produktion und Abmischung verstärkt wurde. Nach Veröffentlichung des Songs stürmte der Song in Großbritannien im Oktober 1988 Platz Eins der britischen Charts und entwickelte sich im Winter 1988/1989 zu einem europaweiten Tophit. Beck jedoch profitierte hiervon nicht, wurde das Lied veröffentlicht, bevor sie einen Plattenvertrag unterschrieb. Der dann vorgelegte Plattenvertrag war mit lächerlich schlechten Konditionen ausgestattet, sodass Beck nicht ausgesorgt hatte. In Großbritannien konnte Beck nie den Status des One-Hit Wonders ablegen, in den USA ist sie gänzlich unbekannt und auch im deutschsprachigen Raum sind die folgenden Hits wie „Save all your tears“ und „Tears in the Rain“ inzwischen in Vergessenheit geraten.

Ein kleines Comeback gelang 1995 gelang mit der an „First Time“ erinnernden Single „Close to You“, die Beck für McDonalds auf Deutsch mit dem Text „Bei McDonalds schmeckt es einfach gut“ aufnahm. Trotz einiger Comebackversuche konnten mehr schlechte als rechte Neuabmischungen von „First Time“ seitdem internationale Chartplatzierungen erreichen. Mit Auftritten ist Robin Beck immer noch gesegnet und irgendwie ist „First Time“ auch ein Klassiker geworden.

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