Anlässlich der 30.Folge des FilmBlogCasts widme ich mich auch zwei Filmen, die durch simple Änderungen deutlich verbessert werden könnten. Ursprünglich wollte ich „Die Truman Show“ nehmen, jedoch ist es zu einfach, wir lassen einfach Andrew Niccol sein gesamtes Drehbuch verfilmen, wo die Entwicklung des Entdeckungsdranges von Truman Burbank und Christofs Reaktion darauf besser aufgezeigt werden. Stattdessen ein Film, den ich sehr gut finde, aber die drei Filmpodcaster höchstens mittelmäßig und einen Film, den mein bester Freund und Podcastpartner liebt und ich höchst mittelmäßig finde.

1. Yesterday

Änderung: Drehbuch

„Yesterday“ hat sich am Punkt, als der Protagonist entdeckt, dass keiner mehr die Beatlessongs kennt, dafür entschieden, dass der Protagonist Jack überwältigen Erfolg mit den Songs hat. An dieser Stelle würde das Drehbuch in meiner Fassung radikal abgeändert werden. Die Handlung würde sich dann folgendermaßen entwickeln:

  • Die Managerin sieht potenziell in den Songs, will sie aber an den zeitgenössischen Sound anpassen, dafür wird Ed Sheeran engagiert
  • Jack ist absolut dagegen die Songs anzupassen.
  • Es entwickeln sich Diskussionen über den Sinn und Wirkung der Songs.
  • Ed Sheeran nimmt die Songs daraufhin eigenständig im modernsten Sound, der die Songs aber völlig entstellt, auf
  • Jack wendet sich von der Musikbranche ab, erkennt dass Ellie wichtiger als der Musikertraum ist
  • Ellie zweifelt an Jacks Absichten, da Jack immer noch im Zusammenhang mit den Ed Sheeran Songs steht, sie wirft ihm vor für den kommerziellen Erfolg seine Ideale verraten zu haben
  • Jack schreibt einen Song auf Basis eines Beatlessongs um, widmet ihm Ellie
  • Ellie lässt sich von dieser romantischen Geste gerührt auf Jack ein
  • Szenenwechsel man sieht aus einer Augenperspektive ein Krankenhauszimmer. Jack lag im Koma
  • Jack erkennt, was wichtig für ihn ist und schreibt ein Lied für Ellie und gewinnt sie endlich für sich

Der Film würde damit mehr zur Parabel und Liebesgeschichte werden. Die Beatlessongs würden weniger oft, aber gezielter eingesetzt. Wahrscheinlich werde ich aber für den „Dallas“- Twist verrissen.

2. Peter Hase

Änderung: „Kriegsfilm“

Peter Hase muss weniger kindlich sein, stattdessen wird aus dem Film ein „Kriegsfilm“ zwischen den frechen Helden Peter Hase und den pedantischen Schurken McGregor. Die beiden kämpfen um die Zuneigung von Rose Byrnes Charakter und um die Vorherrschaft im Garten. Das wird dann mit Filmzitaten und flotten Sprüchen aufgebessert. Die aufgezwängte Moral wird aufgegeben, stattdessen wird über McGregor triumphiert.

9 Kommentare zu „Zwei Filme werden verbessert: Yesterday & Peter Hase

  1. Danke fürs Mitmachen.

    „Szenenwechsel man sieht aus einer Augenperspektive ein Krankenhauszimmer. Jack lag im Koma“

    Oh, bitte nicht. Mich hat am ursprünglichen Skript schon gestört, dass sie eine übersinnliche Erklärung geboten haben, die man heranziehen kann, warum das alles passiert. Den Das-war-alles-nur-ein-Traum-Twist kann glaub heutzutage keiner mehr sehen. Also ja, dafür wirst du verrissen.
    Ansonsten gefällt mir die Liebesgeschichte zwar immer noch nicht – wenn auch besser als im ursprünglichen Drehbuch – dafür mag ich allerdings die Auseinandersetzung mit Beatles-Musik und heutiger Musik sehr gerne. Das hätte dem Film aus meiner Perspektive heraus wahrlich gut getan!
    Da aber die männliche Hauptfigur denselben Schauspieler behält, würde das für mich glaub trotzdem nix werden

    Peter Hase ist doch in seinen besten Szenen bereits wie ein Kriegsfilm inszeniert. Also heißt das, du willst den ganzen Film als eine riesige Schlacht umsetzten? Quasi die zweite Hälfte von Full Metal Jacket aber mit Hasen statt mit Menschen… das erinnert mich an eine andere Idee mit Tieren 😛

    Da gefällt mir die Idee mit der Truman Show am besten, muss ich gestehen.

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    1. Ich weiß nicht, was alle gegen den Hauptdarsteller haben und wenn ich aus meinem Umfeld Kritik gehört habe betraff es immer die fehlende Erklärung oder den zu unkonventionellen Regiestil.

      Eben, weil das die besten Szenen sind, liegt es nahe den Film so zu inszenieren. Den Anfang könnte man fast so lassen und dann stellt sich der junge McGregor auch als Pendant raus und dann Feuer frei.

      Die Truman Show Idee ist ja nicht meine, sondern die von Andrew Niccol.

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      1. Der Hauptdarsteller hat kein Charisma und wirkt unsympathisch – selbst dann noch, wenn er laut Drehbuch sympathisch wirken soll.

        Bezüglich Erklärungen gibt es wohl zwei Lager: die einen, die alles vorgekaut brauchen, da sie sich sonst nicht reinversetzen können und überall Logiklöcher sehen; und die anderen, die getreu dem Motto „accept the mystery“ lieber keine Erklärung haben, da man damit im Prinzip eh nur alles kaputt machen wird.
        Ich gehöre zu der zweiten Gruppe.

        Und zum Schluss wird McGregor zum Osterfest der Hasen verspeist. Könnte man schon machen. Wenn dafür die unstimmige und unpassende Liebesgeschichte wegfällt, bin ich dabei.

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  2. Den Hasenfilm habe ich nicht gesehen, aber klingt nach einer spaßigen Idee. Ähnlich was „Rango“ im Western-Genre gemacht hat.

    Zu Yesterday: Immerhin, du schraubst an den zwei größten Schwächen.
    Dass Jack seine „Fähigkeit“ für die Liebe anstatt für den Erfolg nutzt, finde ich auch eine gute Idee. Allerdings finde ich halt den Charakter vom Protagonisten schon so falsch und abgehoben, dass ich es einfach viel besser fände, wenn er das Mädchen am Ende einfach nicht bekommt.
    Bei der Musik würde ich noch einen Schritt weiter gehen: Jack hat gar keinen Erfolg mit den Beatles Songs, aber ein Songwriter wie Ed Sheeran merkt das Potenzial und macht die Songs dann „modern“. Er muss natürlich noch geläutert werden. Vielleicht wird er wirklich von den vier Beatles verklagt, weil diese die Songs aufgenommen haben, aber vor 50 Jahren kein Erfolg hatten. Dann hätten wir auch die Gänsehaut-Szene mit John Lennon drin 😉
    Das Ende ist deppert, weißt du selbst 😀

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    1. Ja so ist ja meine Idee, das Potenzial der Songs wird gesehen, sie seien aber altbacken und dann kommt Ed um die Ecke. Den muss man aber nicht läutern, den kannst du einfach mit nem Flop des Albums rausschreiben.
      Die John Lennon Szene hat mit gar nicht so viel gegeben, die macht den Film noch unlogischer (weswegen ich ja auf Traumlogik) setzen würde. Der Fabel bzw Parabelcharakter würde durch den Traum Twist herausgestellt wird.

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      1. Dass schlimme ist ja, dass eine Remix-Version der Beatles durch Ed Sheeran wahrscheinlich auch noch Erfolg hätte…
        Die Szene hat mich kalt erwischt, weil ich mit einem Cameo-Auftritt von Paul oder Ringo gerechnet habe.
        Ich verstehe warum du den Twist einbaust, aber da muss sich ein guter Drehbuchautor einfach was besseres einfallen lassen 😉

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