Hexenkessel (Mean Streets)

7/10 Martin Scorsese hat einige Filmklassiker geschaffen, „Mean Streets“ ist sein frühester, wenn auch ein Insidertipp. Robert DeNiro und Harvey Keitel spielen in einem fiebrigen Gangsterdrama, das viele Scorsesemittel vorwegnimmt, dabei aber rau erscheint. Wo es in „Casino“ oder „The Wolf of Wall Street“ glänzt, ist „Hexenkessel“ mit einfachen Mitteln gedreht, vermittelt dadurch eine andere Atmosphäre, zeigt aber schon das unglaubliche Talent Scorseses. Dramaturgisch ist der Film ungelenker, dafür wirken die Schauspielleistungen mindestens genauso intensiv. Wer mit Scorseses Werken etwas anfangen kann, sollte sich diesen Film auf jeden Fall ansehen.

Susi und Strolch (The Lady and the Tramp)

8/10 „Susi und Strolch“ ist der erste Disney-Zeichentrickklassiker, den ich mir auf Disney+ angesehen habe und es war eine gute Entscheidung. „Susi und Strolch“ beginnt verspielt, gewitzt, so dauert es eine Viertelstunde, bis der erste Hund spricht. Bis dahin hat man aber schon eine Menge Spaß, bevor der Film einen Schwenk macht und sich auf das Hundeleben fokussiert und dann zu einer rührenden Liebesgeschichte wird. Die Spaghettiszene ist wohl einer der bekanntesten Szenen der Filmgeschichte und der Höhepunkt dieses wunderbaren, kurzweiligen Films.

Lebe lieber ungewöhnlich (A Life Less Ordinary)

6/10 Nachdem er mit „Trainspotting“ einen Kultfilm geschaffen hat, hat Danny Boyle das Stockholm-Syndrom verfilmt, wobei hier zwei Engel eine aus äußerst wohlhabenden Verhältnissen stammende Dame (Cameron Diaz) und einen Tagelöhner (Ewan McGregor) verkuppeln müssen. Gerade das Protagonistenduo macht Spaß in einem Film, der erstaunlich wenig nach Danny Boyle aussieht. So ist „A Life Less Ordinary“ ganz unterhaltsam, aber auch einer der schwächeren Filme des britischen Regisseurs.

Kramer gegen Kramer (Kramer vs Kramer)

8/10 Der Scheidungsfilm schlechthin, welcher sich aus der Retrospektive betrachtet leicht überraschend gegen Apocalypse Now bei den Oscars durchsetzen konnte. Dabei lebt dieser technisch konventionelle Film vom Spiel seiner Darsteller. Die Oscars für Dustin Hoffman, als karrierefixierter Mann, der überfordert in die Rolle des alleinerziehenden Vaters fällt sowie für Meryl Streep, die hier ihr typisches Rollenspektrum wohl definiert hat sind jedenfalls redlich verdient. Ähnlich wie „Marriage Story“ schafft es auch dieser Film alltägliche Situationen nuanciert einzufangen, so bleibt einem ein missglücktes Frühstück nach der überraschenden Trennung zum Beispiel in Erinnerung. Wie traurig und schwierig eine Scheidung ist, zeigt auch „Kramer vs Kramer“ auf beeindruckende Weise.

Casablanca

10/10 Einer dieser Filme, die man einmal gesehen haben sollte und ich kann nichts gegen diesen Film sagen. Pacing? Grandios. Geschichte? Genau perfekte Mischung aus Abenteuerfilm, Zeitrelikt und Melodram. Schauspielleistungen? Überragend. Drehbuch? Die geflügelten Worte zeigen die Brillanz der Dialoge. Handwerk? Überragend gefilmt, trotz erschwerter Umstände. „Casablanca“ ist einer der ganz großen Filme, gleichsam zeitlos in seinem Motiv (Die Liebe, die nur im bestimmten Rahmen funktioniert) wie zeitdokumentarisch in seiner Darstellung vom Casablanca in der Nazizeit. „Casablanca“ ist nicht einfach eine schwarz-weiß Schmonzette, es ist einer der wichtigsten und besten Filme aller Zeiten.

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