Le Mans

6/10 Steve McQueen hat Kultstatus und der 1980 verstorbene Schauspieler war auch Rennfahrer. Daher hat er versucht einen Formel 1 Film zu drehen, der eingestampft wurde, als abzusehen war, dass John Frankenheimers Monumentalfilm „Grand Prix“ zuerst Premiere feiern würde. Ein paar Jahre später begab sich McQueen an einen Film über das legendäre 24 Stunden Rennen von Le Mans. Am Originalschauplatz gedreht und mit Szenen aus einem realen Rennen überzeugt „Le Mans“ technisch, bringt einem die Gefahr und die Leidenschaft für das Autorennen näher, doch das was hier die Handlung abseits des Rennens sein soll, ist nicht der Rede Wert. Wenn man nicht Autos in Action sieht, ist dieser knapp zwei Stunden lange Film nicht der Rede Wert, aber wenn man Autos sieht heißt es anschnallen.

Brazil

8/10 Nach den ersten zwanzig Minuten von Terry Gilliams schwarzhumoriger Dystopie „Brazil“ dachte ich, das wird ein neuer Lieblingsfilm von mir. So sehr hat Gilliam mit seiner an „1984“ angelehnten Dystopie ins Schwarze getroffen und Szenen deren Gag darauf aufbaut, dass jemand sagt, wir machen keine Fehler, um direkt danach einen Fehler zu machen, sind Gold wert. Danach hat dieser Film mich ein wenig jedoch verloren, auch wenn immer wieder Details (man achte nur einmal auf die Omnipräsenz von Bildschirmen) den einzelnen Szenen einen cleveren Spin geben. Die Handlung allerdings ist lange Zeit unspektakulär, ein Mitarbeiter der wachenden Behörde (Jonathan Pryce) wird zum Skeptiker als er sich verliebt. So schleppt sich „Brazil“ ein wenig durch den Mittelteil und wird von seinem Hauptdarsteller getragen, um am Ende wieder aufzudrehen. Die letzten zwanzig-dreißig Minuten haben dann wieder diesen Spin, der den Anfang so gut gemacht hat und die Conclusio ist vielleicht nicht revolutionär, aber sie wirkt wunderbar. Da es bei diesem Film verschiedene Schnittfassungen gibt hier die Anmerkung, dass ich den Film in der 142 minütigen Version, die sehr nah an Gilliams Vorstellung ist, gesehen habe.

Doktor Schiwago (Doctor Zhivago)

7/10 Ein Monumentalfilm, sowohl vom Aufwand, als auch von der Länge als auch von der Aufmachung. Allerdings ist „Doktor Schiwago“ basierend auf dem gleichnamigen Bestseller ein nicht nur langer, sondern auch manchmal langweiliger Film. Die gegenwärtige Zeit, in der der Film spielt, spielt leider nicht besonders auf, hätte man doch aus diesem Setting Russland in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts wesentlich mehr herausholen können, als das übliche Kommunismus-Bashing, was man von einem amerikanischen Film Mitte der Sechziger erwartet. Die Figur des Doktor Schiwago ist kaum zu greifen, kann man seine innere Zerrissenheit kaum nachvollziehen, ist sie doch faszinierend zu beobachten, was vor allem an Omar Sharif Schauspiel liegt. Daneben muss auch ich das Setdesign und vor allem die Kamera dieses Films loben und doch hätte ich bei diesem Film gedacht, dass ich ihn besser finden würde.

Robin Hood (1973)

8/10 Meine liebste Robin Hood Adaption ist jene mit Kevin Costner, die es schafft Ernsthaftigkeit und Leichtfüßigkeit zu verbinden. Die Disney-Zeichentrickvariante stand schon als Kind hoch in meiner Gunst und hat diesen Posten beim Rewatch verteidigt. Tage lang hing mir das Lied im Ohr, der Film flitzt nur so herum, macht von vorne bis hinten Spaß und fühlt sich noch nach einem kreativen Film an. „Robin Hood“ hat diese Seele, die vielen modernen Disneyfilmen fehlen und die auch nicht mehr so zurückkommen wird.

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2 Kommentare zu „Klassikerparade (15) – Le Mans, Brazil, Doktor Schiwago, Robin Hood

  1. Oh, ich liebe „Brazil“! Der ist so wunderbar überbordend in allem. Teils zum Schreien komisch, teils verstörend, teils einfach nur niederschmetternd. Und audiovisuell einfach eine Bombe. Ich kenne übrigens auch nur den europäischen Cut (also die Langfassung), den ich sogar vor etlichen Jahren mal im Kino bewundern durfte.

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