Der heutige Anlass genau diesen Song auszuwählen ist ein nerviger, ist die Originalversion von 1979 des Songs „A Walk In The Park“, der Superhit des britischen One-Hit-Wonders Nick Straker und seiner Band, seit einigen Tagen nicht mehr auf Spotify zu finden. Stattdessen findet man nur noch den missglückten 87er-Remix des britischen Produzentenkollektivs Stock Aitken Waterman (kurz SAW), der jeglichen Esprit und die Leichtigkeit des Songs mit mechanischen Beats ruiniert.

Dabei ist es überraschend, dass ein Song wie „A Walk In The Park“ damals noch funktioniert hat. 1979 ist die Discowelle in Europa irgendwo an der Grenze zwischen Siedepunkt und Abstieg. In Großbritannien hat Punk nicht nur Rockbands, sondern auch den Sound der Clubs in die Bredouille gebracht. Obwohl die Disco Sucks Welle immer mehr Auftrieb erhält, gibt es vereinzelte Hits und immer mehr Rocker, die ihrer Musik eine Disconote mitgeben. Zugleich zeigt sich schon die Auswirkung synthetisch erzeugter Musik, wie von Kraftwerk oder von Donna Summers „I feel Love“. Wurden E-Orgeln und Synthesizer schon vorher zur Klangverstärkung auch bei Progressive Rock Bands eingesetzt, konnten sie immer stärker im Vordergrund eingesetzt werden. Auch wenn Nick Straker eine Band versammelt hat, um seinen Song „A Walk In The Park“ zu performen, lag auch bei „A Walk In The Park“ der Fokus auf der synthetischen Klangerzeugung. Während die Gitarre nur ein Soli gegen Ende des Songs bekommt, welches aber hervorragend funktioniert, steht die melodische Leistung des Songs voll auf Basis des Synthesizers, welcher in den Strophen nur dezente Melodien zeigt, um dann im Refrain passend zum Gesang voll aufzudrehen. Straker nimmt hier das Modern Talking Konzept des Falsettgesangrefrains um ein paar Jahre vorweg, garniert das aber mit einer schönen melodischen Dynamik, während der Rhythmus vor allem groovt.

„A Walk In The Park“ wird Ende 1979 zu einem europaweiten Hit und die Nick Straker Band schnell zu einem weiteren Paradebeispiel für ein One-Hit-Wonder. Die Folgesongs waren einfach zu schwach und zu weit vom Sound vom Hit entfernt, um an den Erfolg anknüpfen zu können. Dennoch konnte „A Walk In The Park“ trotz zahlreicher bestenfalls mittelmäßiger Coverversionen zu einem typischen Evergreen werden, weswegen Spotify ihn auch in der Ursprugsversion wieder streamen sollte…

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