Ich habe die letzten Tage einige Filme gesehen, von daher ist auch diese Klassikerparade etwas voller als sonst. Vorausgestellt die Info, dass ich dieses Mal alle hier besprochenen Filme in der deutschen Synchronfassung gesehen habe.

The Fog – Nebel des Grauens (The Fog)

6/10 In einer Stadt geschehen außergewöhnliche Dinge, der Titel spoilert den Zusammenhang zum Nebel, braucht aber dann ewig lange, um den Horror aufzubauen und wenn der Film dann sehr gute Schockmomente inszeniert, ist er fast schon vorbei. John Carpenter beweist wieder sein Gespür für Atmosphäre, allerdings bleibt „The Fog“ zu schläfrig um vollends zu überzeugen. Schauspielerisch ist der Film auch gut, aber auch hier ohne herauszuragen. Letztendlich brennt sich bei mir hier im Gegensatz zu Carpenters Großwerk „Halloween“ nichts ein.

Gladiator

6/10 Grundsätzlich mag ich ja Monumentalfilme, die sich Zeit nehmen und eine epische Geschichte erzählen. „Gladiator“ jedoch fand ich ab dem zweiten Akt langweilig. Sicher, grundsätzlich ist das kein schlecht inszenierter Film, auch wenn einige Spielerein, die 2000 cool waren, nicht besonders gut gealtert sind. Grandios an „Gladiator“ sind die Schauspielleistungen, nicht nur Russell Crowe und Joaquin Phoenix ziehen in den Bann, sondern der gesamte Cast ist hervorragend. Erzählerisch holpert dieses Sandalenepos jedoch gewaltig, auch wenn der Film in einem bekannten Finale mündet, welches dann doch nochmal mitreißt, konnte mich dieser Film, der die Geschichte des Feldherren und dann Gladiator Maximus erzählt dann doch nicht.

Die Drei Tage des Condor (The Three Days of the Condor)

8/10 Robert Redford spielt einen CIA-Mitarbeiter, der fremdsprachige Literatur sichtet und dann als er aus einer Mittagspause zurückkehrt seine Kollegen ermordet auffindet. „Die Drei Tage des Condor“ der dritte große Paranoiathriller der 70er neben Francis Ford Coppolas „Der Dialog“ und Alan J. Pekulas „Die Unbestechlichen“ beginnt zunächst fast schon wie eine Komödie, bevor zügig die Paranoiahandlung mit den Morden einsetzt. Sydney Pollacks Film funktioniert ähnlich wie die beiden eben genannten Filme, ist jedoch etwas zugänglicher und dadurch auch einen Tick schwächer. Trotz des eher langsamen Erzähltempos zieht der Streifen in den Bann, was vor allem an der Charakterisierung des Joseph Turner liegt, der wie ein leicht padeliger junger Mann wirkt, der eher durch Zufall sich vor den Geheimdienstkräften retten kann. Auch wenn die Liebesgeschichte zu Kathy Hale (Faye Dunaway) etwas seltsam anmutet, entsteht so eine sehr gute Mischung aus Unterhaltung und Anspruch.

Unternehmen Petticoat (Operation Petticoat)

8/10 Je mehr Komödien der 50er & 60er Jahre ich sehe, desto heimischer fühle ich mich bei ihnen, da macht auch „Unternehmen Petticoat“ keine Ausnahme. Dieser vom Komödienspezialisten Blake Edwards inszenierte Streifen hat eine denkbar einfache Handlung. Ein U-Boot muss auf Vordermann gebracht werden und dann zu einem anderen Hafen gebracht werden. Chefoffizier Matt Sherman (Cary Grant) erhält dabei Unterstützung durch den Neuling Nicholas Holden (Tony Curtis). Alleine die Chemie zwischen Grant und Curtis macht diesen Film sehenswert, manchmal reichen die Blicke und Gesichtsausdrücke, die die beiden grundverschiedenen Herren sich zuwerfen um einen zum Gelächter zu bringen. Hinzu kommt viel Platz für Humor verschiedenster Couleur sowie immer dann, wenn dieser Film ein neues Element braucht die Platzierung neuer Figuren (so kommen unter anderem fünf Hebammen an Bord). Einige Szenen sind zum totlachen, die allermeisten jedoch mindestens zum Schmunzeln, sodass dieser Film auch nach sechzig Jahren noch funktioniert.

Hass (La Haine)

8/10 „La Haine“ ist ein französischer Schwarz-Weiß Film, der einen Tag im Leben dreier befreundeter junger Männer abbildet. Besonders alle drei gehören zu einer Minderheit, einer ist Jude, einer Schwarzafrikaner, einer aus den ehemaligen nordafrikanischen Kolonien. Sie kommen aus einem Krisenbanlieue, in dem es zu Ausschreitungen gekommen ist, die den Auftakt dieses Films darstellen. Besonders stark ist dieser Film als Milieustudie, auch wenn sich „La Haine“ oft klassischer dramaturgischer Mittel entzieht, erzielt der Film einen Dranbleibeffekt beim Zuschauer. Verwunderlicherweise ist der Film an einigen Stellen überraschend witzig, um dann doch in einem wirkungsvollen Finale zu enden. Nicht nur deshalb ist „La Haine“ einer der Filme, die auch im Nachgang noch wachsen.

Das Apartment (The Apartment)

9/10 Sechs Oscars hat Billy Wilder insgesamt erhalten, drei alleine für diesen Film. Neben den Preisen für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch erhielt dieser Film auch für das beste Szenenbild und den besten Schnitt. „The Apartment“ ist ein großartiger Film und jetzt drei Tage nach der Sichtung des Films frage ich mich, warum ich dem Film nicht die Höchstwertung gegeben habe. Billy Wilder spielt hier wunderbar mit den Genres. „Das Apartment“ beginnt als Satire, entpuppt sich dann als Drama und ganz am Ende entwickelt der Film sich zu einem barmherzigen Film. Jack Lemmon ist Mal wieder großartig, hier als Duckmäuser, der opportunistisch sein Apartment als Liebesnest für seine Vorgesetzten zur Verführung stellt. Charmant kann auch Shirley MacLaine als Fran punkten, deren Rolle eigentlich am wichtigsten für den Handlungsverlauf und die Charakterwandlung von Lemmons C.C. Baxtor ist.

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