Citizen Kane

gesehen in der OV mit deutschen Untertiteln

10/10 In Vorbereitung auf „Mank“ habe ich nach knapp zwei Jahren endlich die DVD dieses Klassikers eingelegt. „Citizen Kane“ gilt unter amerikanischen Kritikern (neben „Vertigo“) als der beste amerikanische Film aller Zeiten und was soll ich sagen, ich kann nur zustimmen. Über die handwerkliche Klasse dieses Films, der unheimlich visionär ist, braucht man gar nicht erst zu reden. Allerdings kann ein handwerklich perfekter Film dennoch unwahrscheinlich öde sein, „Citizen Kane“ hingegen ist das genaue Gegenteil. Durch die Erzählweise, die sich aus Rückblenden aufbaut, wirkt der Film zum einen wie ein Puzzle, zum anderen hat er ein auch für heutige Verhältnisse noch ein hohes Tempo. Faszinierend ist auch, dass der eigentliche Protagonist (der Journalist) im Schatten des Toten Magnaten steht, da dessen Geschichte erzählt wird. Der vom Regisseur verkörperte Charles Foster Kane ist eine faszinierende Persönlichkeit, der die klassische amerikanische Geschichte erlebt. Man muss nicht die Geschichte rund um das reale Vorbild William Randolph Hearst kennen, um diesen Film zu genießen. Mein persönlicher Zugang war über die Erzählweise, die es möglich macht zu erleben, wie eine Person von unterschiedlichen Personen wahrgenommen wird. Dieser Ansatz hat auch die handwerkliche Faszination über weite Strecken der Sichtung überlagert, aber dieser Film bietet so viel, dass es sich lohnt ihn mehrmals anzusehen.

Ein Seltsames Paar (The Odd Couple)

gesehen in der deutschen Synchro

8/10 Jack Lemmon und Walther Matthau sind „Ein Seltsames Paar“ und dies ist ein herrlicher Film. Auch wenn der Film am ehesten eine Komödie ist, braucht der doch lange um in Fahrt zu kommen, besonders durch den melodramatischen Einstieg. Schließlich beginnt der Film damit, dass der von Lemmon gespielte hypochondrische Felix versuchen möchte sich umzubringen, nachdem seine Frau ihn rausgeschmissen hat. Er zieht bei seinem schnoddrigen Kumpel Oscar ein, dessen Haushalt er in Ordnung bringt, den er jedoch mit seiner gleichsam liebenswerten und anstrengenden Art immer mehr an dessen Grenzen bringt. Besonders gut wird der Film im letzten Drittel, in dem zwei Damen ins Spiel kommen und hier männliche Stereotypen gekonnt vorgeführt werden. Der einfühlsame Felix kann im Gegensatz zu Oscar deren Sympathie erwerben und auch jene des Zuschauers, zum großen Teil dank Jack Lemmon.

Harold und Maude

gesehen in der deutschen Synchro

7/10 Hal Ashby hat hiermit einen Kultfilm geschaffen, der mir bei der kürzlichen Sichtung zwar gefallen hat, aber irgendetwas hat mir dann doch gefehlt. Dabei ist die Story simpel, der vom Tod faszinierte Jüngling Harold und die lebensfrohe Rentnerin Maude treffen aufeinander und beginnen eine ungleiche Freundschaft. Der tiefschwarze Humor, wenn Harold Selbstmorde inszeniert ist großartig, die Chemie zwischen den Hauptcharakteren ist toll und der Soundtrack von Cat Stevens bleibt im Ohr. Es fällt mir schwer zu erklären, warum ich den Film nicht noch mehr mag, außer der Tatsache, dass hiervon nicht viel hängen bleibt, fällt mir nichts ein.

Erbarmungslos (Unforgiven)

gesehen in der deutschen Synchro

7/10 Clint Eastwood ist ein Filmschaffender, den ich mit jedem Jahr mehr zu schätzen lerne, jedoch bin ich persönlich der Meinung, dass seine Oscargewinner beide nicht zu seinen besten Filmen gehören, die ich bisher von ihm gesehen habe. „Unforgiven“ ist ein grimmiger Spätwestern, ein weiterer Film, der sich von der Heldenideologisierung des Genres verabschiedet. Eastwood hat den Mut eine Rolle zu spielen, die in einer Zeit als er auch noch zahlreiche Actionrollen („In The Line of Fire“ war sein nächster Film) hatte, einen alten eigentlich nicht mehr als Kopfgeldjäger fähigen Mann zu spielen. „Unforgiven“ ist wie der Name schon andeutet ein Rachefilm, ein Film der die Westerneskalation als noch unnötiger entlarvt als es ohnehin schon erscheint. Der Ausgangspunkt, die Entstellung einer Dirne wird ausgeschmückt um willige Kopfgeldjäger zu engagieren, die Handlung eskaliert und am Ende gibt es ein verregnetes Finale. Hochinteressant, jedoch ist die Inszenierung für mich nicht immer geglückt, besonders das Tempo lahmt mir etwas zu sehr und die Charaktere bleiben dann doch blasser als man erwarten würde.

Werbung

2 Kommentare zu „Klassikerparade (20) – Citizen Kane, Ein Seltsames Paar, Harold und Maude, Erbarmungslos

  1. Ich hatte nach Mank das große Verlangen „Citizen Kane“ nochmal zu sehen. Wirklich einer der großen Klassiker bei denen ich mich vorher gefragt hatte, warum den wohl alle so toll finden. Nach dem Anschauen wusste ich es 😀

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s