22:00, es ist schon spät, sehr spät, von daher bin ich nicht einmal sicher, ob ich es schaffe, diesen Text noch am heiligen Abend fertig zu stellen. Gut, ich könnte es mir einfach machen, euch, lieben Lesern einfach ein frohes Weihnachtsfest wünschen und das ganze als Dreizeiler enden lassen. Dafür geht aber gerade zu viel in mir vor, viel zu viel. Es hat nichts mit unserer Corona-Situation (auch wenn ich mich daran abarbeiten könnte) zu tun, denn wenn ich eines schon sehr früh in dieser Pandemie akzeptiert habe, dann die Tatsache, dass sie viele Tote fordern wird. Der Tod ist allgegenwärtig, jeden Tag könnten wir sterben aus den aberwitzigsten Gründen, jeden Tag sterben weltweit ca. 150 Tausend Menschen und jeder Tod ist eine Tragödie, eine allgegenwärtige Tragödie, die dieses Jahr vielen noch einmal deutlich bewusster geworden ist. Jeder einzelne von uns ist ein mikroskopisch kleiner Teil des weltweiten Organismus und dennoch nehmen wir uns wichtig, sehr wichtig.

Weihnachten ist für mich in erster Linie eine Zeit zum innehalten, zum reflektieren und auch wenn dieses Jahr überhaupt keine Weihnachtsstimmung aufgekommen ist hat sich diese Zeit wieder für mich zu einer Zeit des Reflektierens entwickelt. Nun, wo fange ich an, meine Gedanken ein wenig zu ordnen, was mir zugegebenermaßen schwer fällt. Dieser Heiligabend ist in nahezu allen Belangen schief gelaufen (abgesehen von der Tatsache, dass ich wieder „Ein Fisch Namens Wanda“ sehen konnte). Meine Fahrt zu meinem Vater geriet zu einer halben Odyssee, dank des öffentlichen Nahverkehrs. Auf der Hinfahrt musste ich die letzten zwei Kilometer laufen, weil der Bus nicht mehr fahrtüchtig gewesen ist. Der Heiligabend war auch eher mau und auf der Rückfahrt musste ich vom Bahnhof nach Hause laufen und da konnte ich ein wenig nachdenken bzw. viel nachdenken. Jedes Jahr denke ich gegen Ende des Jahres darüber nach, ob ich den Blog beende und zumindest vor einigen Wochen war ich kurz davor mich dem Gedanken hinzugeben. Ehrlicherweise habe ich noch viel mehr hinterfragt, bis hin zu meinem Studium. Ich könnte es mir einfach machen und meinen aktuellen Studiendurchhänger auf die Covid-Situation und das erneute Online-Semester schieben, aber das wäre zu einfach. Wenn am Ende des Studiums kein klares Ziel (das Arbeiten als Lehrkraft) stehen würde, ich hätte mich intensiv mit einem Studienabbruch beschäftigt, wobei wahrscheinlich dann das Studium so von mir aufgenommen worden wäre. Wie ihr vielleicht merkt, verheddern sich meine Gedanken und so war es auch schon auf meinem Heimweg. Immer wieder stelle ich mir die Frage, woran es denn liegt, dass mein Studium mir Probleme bereitet. Denn so schwer ist das ganze, was ich da fabrizieren soll, sicher nicht. Nun, ich bin von Natur aus faul, wenn mich das Thema nicht interessiert, eine meiner schwächsten Eigenschaften und in diesem Studium sind die meisten Themen nicht besonders interessant und oft auch nix, was wirklich langfristig wichtig erscheint. Das ist eine ehrliche Begründung, die vor allem zeigt, das Problem bin ich (wenn ich dazu bedenke, dass ein wahrscheinlich noch faulerer Kumpel durch sein signifikant schwereres Studium durchmarschiert, sogar noch mehr). 2021 muss also das Jahr des Durchbruchs sein, dann funktioniert mein Studium auch wieder besser. Ob das noch in diesem Wintersemester Wirkung zeigt, bleibt fraglich.

Weniger fraglich ist, wie ich mit diesem Blog weitermachen werde, denn spätestens mit der Aktion zum 1000. Artikel hat sich gezeigt, dass ich das ganze hier weiterführen möchte. Der Grund ist einfach, es macht mir Freude zu schreiben, es macht mir Freude mich mit euch auszutauschen und es bringt mich weiter, auch wenn ich dieses Jahr langsam zu sehr den Pfad der Verführung folge, das zu machen, was ihr lesen wollt und nicht was ich euch zu lesen geben will. Manchmal fehlt mir auch der Fokus, um gewisse Beiträge zu verfassen oder zu vollenden. Für nächstes Jahr soll sich das wieder verbessern, denn mir ist immer eines wichtig, Qualität vor Quantität. Deswegen streiche ich auch erstmal „Die glorreichen Sieben“ (auch wenn das rein nach Statistik die beliebteste Kategorie ist). Fortführen werde ich den Media Monday, die Musikartikel (dann hoffentlich wieder mit mindestens einem Song pro Woche) und die regelmäßigen Filmkritiken (auch in Kurzform wie beispielsweise in der Klassikerparade). Gleichzeitig hoffe ich auf mehr Raum für weitere Artikel, denn eines fehlt mir nicht: Zeit. Neben meiner (physischen) Gesundheit sicherlich das Gut, dass ich am meisten schätze, von daher ist auch das Ziel den Podcast endlich regelmäßig ans Laufen zu bringen (was jedoch nicht nur an mir liegt).

Bis zum Jahresende dürft ihr noch auf ein paar weitere Beiträge hoffen. In erster Linie auf den morgen erscheinenden zweiten Teil meines musikalischen Jahresrückblicks, der sich den besten und schlechtesten Songs des Jahres widmet (und Jahr für Jahr einer meiner Lieblingsartikel ist). Die zugehörige Podcastfolge folgt dann in der ersten Woche im neuen Jahr. Ebenso gibt es den filmischen Jahresrückblick (bei dem ihr nicht den Fehler machen dürft, anhand der Letterboxdliste den vorhersehen zu können). Wann der kommt, hängt auch davon ab, wie viele 2020er Filme ich noch gucke (so viele stehen nicht mehr auf meiner Liste, die legal verfügbar sind bzw. in manchen Fällen will ich keine 5€ Leihgebühr ausgeben).

Zum Abschluss gibt es noch einmal den Wunsch nach einer Frohen Weihnachtszeit, mit euren lieben und der Hoffnung, dass ihr euch nicht nur dem Kapitalismus und der Völlerei widmet, sondern auch einmal inne haltet.

Werbung

13 Kommentare zu „Frohes Weihnachtsfest

  1. Hachja das Lehramtsstudium… was du da beschreibst könnte eins zu eins von mir stammen 😄 faul sein, machbarer Stoff, bei dem man ohne große Sorgen wahrscheinlich auch das Studium komplettieren könnte, aber man würde sich viel lieber mit Dingen beschäftigen die einen persönlich interessieren… vor der gleichen Problematik stand ich auch, ich führe aber mal lieber nicht aus was ich draus gemacht habe 😂 muss ohnehin jeder für sich selbst entscheiden
    Dann noch frohes Fest 🎄 ich erwarte dann mal gespannt ne Mail mit weiteren Instruktionen zur 1000. Folge 😊

    Gefällt 1 Person

      1. Damit wollt ich bloß sagen, dass du mit so Gedanken und Zweifeln (beim gleichen Studium) nicht der erste und auch nicht damit alleine bist 😊
        Ich hab in der Situation das Studium abgebrochen, was aber sicher auch nicht die Lösung für alles ist. Ich kann empfehlen auch die Option in Betracht zu beziehen, den Bachelor durchzuziehen und danach immer nochmal was anderes anfangen(/ausprobieren) zu können. 😊

        Gefällt mir

  2. Frohe Weihnachten auch von mir und mach bitte weiter mit deinem tollen Blog ^^ Das Studium wird sich schon fügen, wenn du am Ball bleibst. Ansonsten kuschelst du dich mal schön zuhause ein und guckst Filme ^^
    Auf den musikalischen Jahresrückblick freue ich mich auch immer sehr, besonders wenn Songs dabei sind, die völlig an mir vorbeigingen oder wenn wir denselben Geschmack teilen, wie bei Ava Max 😃
    Dann empfehle ich dir noch den aktuellen Siegersong von The Voice, Paulas „Someone Better“ 🙃

    Gefällt 1 Person

  3. Jeder hat mal einen Hänger oder eine Krise, das wichtige ist, was man daraus macht und das man am Ende mit seinen Entscheidungen im Leben glücklich oder wenigstens zufrieden ist. 🙂 Aber ich kenne das auch, wenn mich ein Thema nicht interessiert, ist es für mich sehr mühsam, mich damit zu beschäftigen. Alles Gute für Dein Studium.

    Für Qualität vor Quantität kann ich mich sehr begeistern. Ich habe manchmal den Eindruck, um so mehr jemand postet, um so weniger ist derjenige selber fokussiert (und authentisch) in seinen einzelnen Beiträgen (Hauptsache Leser und Interaktion auf seiner Seite). Mir geht es so, dass ich bei zu vielen Beiträgen einer Person, auch immer weniger daran interessiert bin, überhaupt etwas von der/demjenigen zu lesen. Einfach weil ich glaube, dass der/diejenige sich nicht genug Mühe für einen einzelnen Artikel nimmt. Aber gut, man wird auch zugeknallt an Informationen, sobald man ins Internet geht. Da muss man zwangsläufig selektieren. 😏

    Dir auch eine schöne und weiterhin besinnliche Weihnachtszeit mit vielleicht ein paar schönen Filmen. 👍🎄🤔

    Gefällt 2 Personen

    1. Vielen Dank.
      Genau die Einstellung, die du beschreibst habe ich auch. Ich versuche immer die Qualität hochzuhalten und nicht jeden möglichen Beitrag, der mir als möglich in den Sinn kommt, zu verfassen. Selektieren muss man sowieso, die Information wird ja auch nicht weniger, sondern immer mehr.
      Ein schöner Filme war schon dabei.

      Gefällt mir

    2. Wenn das so ist, dann wird mein nächster Post (wenn er denn mal kommt) der absolute Kracher 😂
      Muss aber auch sagen, dass ich gar nicht mehr so oft den Reader durchforste und nur mal vereinzelt wieder auf Seiten stoße 😊

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s