Die längste Tradition dieses Blogs wird auch 2020 (und auch darüber hinaus) fortgeführt, weswegen hier mein musikalischer Jahresrückblick (dieses Mal am 1.Weihnachtsfeiertag) folgt. Dieses Jahr wird dieser ähnlich aussehen wie letztes Jahr. Allerdings wird sich meine Spotifystatistik auf Songs aus 2020 beschränken. Dann werde ich mich den für mich nervigsten Songs des Jahres widmen und meine Topliste, die dieses Mal 30 Songs umfasst, darlegen.

Die Songs aus 2020, die ich am häufigsten auf Spotify gehört habe:

  1. The Roop – On Fire
  2. Go_A – Solovey
  3. The Weeknd – Blinding Lights
  4. Aiste Pivelyte – Unbreakable
  5. Mike Candys & Cappella – Move On Baby
  6. BEN & TAN – Yes
  7. Topic, A7S – Breaking Me
  8. Robin Bengtsson – Take A Chance
  9. Ben Dolic – Violent Thing
  10. Malou Prytz – Ballerina
  11. Jasmin Rose feat. RoxerLoops – Human
  12. Regard – Ride it
  13. Erika Vikman – Cicciolina
  14. Dua Lipa – Don´t Start Now
  15. Uku Suviste – What Love Is
  16. Doja Cat – Say So
  17. Dadi Freyr – Think About Things
  18. Robin Schulz feat. Alida – In Your Eyes
  19. Anna Bergendahl – Kingdom Come
  20. Ruta Loop – We Came From The Sun

Der ESC-Dunstkreis dominiert die Auflistung, aber ich kann hier schon einmal ankündigen, die Bestenliste wird anders aussehen. Das hat verschiedene Gründe, der erste ist offensichtlich, Songs die früh im Jahr erscheinen (wie die ESC-Songs und die der jeweiligen Vorentscheide) profitieren in der Jahresauswertung des Streams natürlich.

Die nervigsten Songs 2020

Nachdem es letztes Jahr hier nur einen Song gab, gibt es hier gleich acht. Hierbei handelt es sich nicht um die schlechtesten Songs des Jahres, sondern diejenigen die mich am meisten genervt haben. Songs, denen ich nicht aus dem Weg kam, so sehr ich es mir auch gewünscht habe, wie ihr an der zunehmenden Bissigkeit der Begründungen merken werdet.

8. Kygo & Tina Turner – What´s Love (Got To Do With It)

Kygos Stil empfand ich schon immer als maximal bräsig, selten funktioniert er. Der Gipfel der Unverschämtheit ist jedoch dieser Remix des Tina Turner Klassikers „What´s Love“, aber halt Kygo hatte noch einen Song…

7. Mark Forster x VIZE – Bist du Okay

Alles an der Musik ist gut, doch dann kommt dieser erschreckend infantile Text und Mark Forsters von Jahr zu Jahr schlimmer werdende Klagegesang, den ich immer weniger im Formatradio ertragen kann. Daher ein verdienter Platz Sieben.

6. Nea – Some Say

Die Tatsache, dass dieses einlullende Stückchen ein Sample des Eiffel 65 Megahits „Blue (Da Ba Dee)“ enthält, erschüttert mich komplett. Ist dieses Stück doch so ziemlich das genaue Gegenteil des cleveren Italo-Dance Tracks.

5. Kygo & Donna Summer – Hot Stuff

Im Gegensatz zum „What´s Love“ Remix hat Kygo hier einen passenden Ansatz zur Neuinterpretation gefunden. Dummerweise hat Kygo dann vergessen, jemanden die Nummer einsingen zu lassen, denn sein Arrangement beißt sich unfassbar mit Donna Summers energetischem Gesang aus dem Jahr 1979.

4. Jawash 65 X Jason Derulo – Savage Love

Sommerhits wandeln auf den schmalen Grat zwischen gefälligem Gedudel und nervtötender Nichtmusik. Scheinbar empfanden genug Leute, dass „Savage Love“ zur ersten Gruppe gehöre und ich frage mich „Was zur Hölle?“

3. Robin Schulz & Wes – Alane

Robin Schulz liebt laut eigener Aussage Wes 1998er-Hit „Alane“. Stellt sich die Frage, warum er den Song dann derart verunstalten musste und ihn jegliche Einzigartigkeit geraubt hat, zugunsten einer exponentiellen Steigerung des Nervfaktors (den das liebenswerte Original auch haben konnte).

2. Surf Mesa feat. Emilee – ILY (I Love You Baby)

Coverversionen können gut sein, „Can´t Take My eyes Off of You“ waren einige sehr gute Versionen vergönnt, bevor sich Surf Mesa daran vergriff, um die ultimative Hymne für die Genration TikTok daraus zu zimmern. Die einzige Qualität (hier eindeutig von Qual kommend) dieses schmierigen Werkes ist, die inflationäre Verwendung in Instagramstorys von Leuten, die damit lauthals rausschreien, „Ich hasse Musik“ und dennoch nur Platz Zwei, muss man auch erst einmal schaffen.

1. Mark Forster – Übermorgen

Immer wieder musste ich diesen Song auf der Arbeit im Formatradio ertragen, von Mal zu Mal wurde meine Entrüstung stärker. Mark Forsters „Übermorgen“ ist das Ergebnis, wenn ein von sich selbst benebelter Pseudosongpoet „Blinding Lights“ von The Weeknd hört und denkt, sowas kann ich auch auf Deutsch. „Übermorgen“ soll mit seinen wahllos in den Song reingeworfenen Synthflächen den New Wave Sound der 80er imitieren, klingt dabei jedoch wie ein quakendes Kinderspielzeug. Dazu passend der schrecklich aufgeblasene Songtext, der die Inhaltslosigkeit des Deutschpops der letzten zehn Jahre zusammenfasst. Ich hasse diesen Song, jede Sekunde davon, für den Rest meines Lebens.

Meine 30 liebsten Songs aus 2020

Der erstaunlichste Fakt zunächst, kein deutschspachiger Song findet sich in der Topliste, dafür gibt es aber jeweils einen Song auf Ukrainisch, Finnisch und Französisch, der Rest ist auf Englisch. Vier Songs stammen vom abgesagten Eurovision Song Contest, drei aus nationalen Vorentscheiden. Eindeutig lässt sich feststellen, dass die Genrevielvalt eher gering ist, die meisten Songs sind synthesizergetränkt und lassen sich irgendwo zwischen Pop und elektronischer Tanzmusik einsortieren. Nur eine Künstlerin (Dua Lipa) hat es dieses Jahr mit zwei Songs auf die Liste geschafft. Mit VIZE und Robin Schulz haben es dafür zwei Interpreten geschafft, die auch schon auf der Flopliste zu finden waren.

Platz 30: LUM!X feat. MOKABY – The Passenger

Letztes Jahr hat es LUM!X mit Unterstützung von Gabriel Ponte noch in die Top Ten geschafft, dieses Jahr reicht es nur für Platz 30, wobei für das Sakrileg einen Iggy Pop Klassiker in ein Elektrogewand zu stecken inklusive Pitchstimmen, ist das eine bemerkenswerte Leistung.

Platz 29: Dua Lipa – Hallucinate

Das Popalbum des Jahres kam überraschenderweise von Dua Lipa und so kommt es, dass sie auch einen Albumtrack hier platzieren konnte. „Hallucinate“ ist getrieben von einem hypnotischen Bass und ist perfekt für den Dancefloor.

Platz 28: Harry Styles – Watermelon Sugar

Mich hat ja das neue Album von Harry Styles etwas enttäuscht, nach dem grandiosen selbst benannten Erstling ist „Fine Line“ zu seicht und zu poppig. Bei „Watermelon Sugar“ kann man sich dem Sommerhitfeeling nicht entziehen.

Platz 27: Robin Schulz feat. Alida – In Your Eyes

Bei Robin Schulz kann ich mir immer sicher sein, er liefert mir pro Jahr einen Song, der auf der Flopliste landen könnte und einen der in der Topliste landet (wenn auch nie weit vorne). So ist „In Your Eyes“ der diesjährige gute Song des Osnabrückers, lebt er von ekstatischen Synthies und Alidas Stimme.

Platz 26: Travis Scott – The Plan

Da muss Travis Scott den Abspannsong zu „Tenet“ liefern, damit ich auf ihn aufmerksam werde. Eigentlich ist Rap & Hip-Hop auch nicht mein Stammmetier, aber „The Plan“ ist ein wagemutiges Klangwerk, elektronisch aber rau und passend zum wahnsinnigen Soundtrack von Ludwig Göransson.

Platz 25: BENEE & Gus Dapperton – Supalonely

Aus der Kategorie TikTok-Musik kommt dieses kompetente Gedudel, das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass der Song nach Sommergedudel klingt, uns aber einen depressiven Songtext anbietet. Kaum zu glauben, dass ich den mag, aber ich kann mich nicht entziehen.

Platz 24: Malou Prytz – Ballerina

Mit einer fröhlichen Dancepopnummer hat es Malou Prytz letztes Jahr in die Topliste geschafft. Dieses Jahr schafft sie es mit „Ballerina“, einem Lied, das klingt, wie Nummern, die ich nicht leiden kann. Voll darauf gebürstet die Sängerin glänzen zu lassen, ist „Ballerina“ eine Siaeske Midtempoballade und dass ich den Song mag, ist mehr als außergewöhnlich.

Platz 23: Scarlet Pleasure – What A Life

In ihrer Heimat Dänemark kam dieser Song des Fusiontrio Scarlet Pleasure diesen Song schon 2019 veröffentlicht, durch die Verwendung im Film „Another Round“ wird er jetzt auch international bekannt und er fängt das Gefühl des Films perfekt ein, weswegen er auch auf dieser Liste gelandet ist.

Platz 22: Mike Candys feat. Cappella – Move On Baby

Der Schweizer DJ Mike Candys ist ähnlich wie Robin Schulz wohl seine 90er Playlist durchgegangen und wohl bei dem Cappella-Track „Move On Baby“ hängen geblieben. Diesen eher in Vergessenheit geratenen Eurodancesong konnte Candys mit seiner Anpassung an 2020 (die wenig nach Dancemusik anno 2020 klingt) tatsächlich deutlich verbessern.

Platz 21: Dennis Lloyd – Alien

Nach „Nevermind“ war Dennis Lloyd auf dem besten Wege zum One-Hit-Wonder, dann kam der eigenwillige Popsong „Alien“, der etwas mehr am Deep House orientiert ist. Dennoch finden sich auf der Aufnahme einige Instrumente, die alle von Lloyd selbst eingespielt worden sind. Textlich beschreibt „Alien“ Lloyds Gefühl auf seiner Welttournee immer unterwegs zu sein.

Platz 20: Aiste Pilvelyte – Unbreakable

Ein Schwedenschlager aus Litauen, das kann nur aus einem ESC Vorentscheid stammen, aber dieser ausgesprochen auf den ESC abgestimmte Titel (Key Change darf nicht fehlen) unterlag einem noch besseren Titel. Geschrieben von Thomas Gison ist das wahrscheinlich einer dieser Titel, die viele als Guilty Pleasure bezeichnen würde, ich empfinde ihn einfach als Pleasure.

Platz 19: Ava Max – Who´s Laughing Now

Schon bei ihrem Durchbruch „Sweet But Psycho“ habe ich darüber spekuliert, ob Ava Max von Ace Of Base beeinflusst wurde. Diese Single liefert den endgültigen Beweis, bedient sich „Who´s Laughing Now“ genau dem Sound, der Ace Of Base groß gemacht hat. Dazu kommt ein einprägsamer Refrain (inklusive den „Ha Has“) und fertig ist der beste Song seit dem ersten Hit.

Platz 18: Purple Disco Maschine feat. Sophie & The Giants – Hypnotised

Purple Disco Maschine alias Tino Piontek mausert sich zum regelmäßigen Gast auf der Jahresabschlussliste. „Hypnotised“ klingt genauso wie es der Titel im Zusammenhang mit den Interpreten vermuten lässt. Der Sound Pionteks vermischt sich zusammen mit jenem der britischen Indiepopband Sophie & The Giants zu einer hypnotischen Mischung und zu einem der besten Popsongs des Jahres.

Platz 17: Bruce Springsteen – Letter To You

Wenn der Boss ein neues Album rausbringt, muss da natürlich reingehört werden und der gleichnamige Titel ist auch wenn Springsteen schon wesentlich stärker war ist diese melancholische Nummer Balsam für die Seele von Rockfans.

Platz 16: Robin Bengtsson – Take A Chance

Auch wenn Robin Bengtsson (ESC-Teilnehmer 2017) auch aus Schweden stammt hat der Song außer dem Titel nichts mit dem Abbasong gemein, wenn man davon absieht, dass beide auf ihre Art sehr gute Popsongs sind. Bengtssons Song baut vor allem auf die Rhythmusgruppe und eine Dynamik, die im Refrain aufgeht, nicht besonders kreativ, aber effektiv.

Platz 15: Erika Vikman – Cicciolina

Finnisch ist einfach eine grandiose Sprache und wenn dann eine Dame einen Eurodancesong macht, bei dem sie mit einem Bären performt muss ich das einfach gut finden. „Cicciolina“ war der Künstlername der ungarisch-italienischen Pornodarstellerin Ilona Staller und ja um diese Dame, die später für eine radikal-liberale Partei im italienischen Parlament saß geht es in dieser Spaßnummer. Schade, dass Erika Vikman damit nicht den finnischen ESC-Vorentscheid gewonnen hat.

Platz 14: Gjon´s Tears – Repondez-Moi

Schweiz wollte hiermit beim ESC teilnehmen und „Repondez-Moi“ ist wahrlich ein Brett. Sicher kein Song, den man besonders oft hört, aber einer der einen sofort gefangen nimmt. Gjon singt hervorragend, das Arrangement ist zurückgenommen, aber perfekt und die Thematik rund um das Gefühl Fremd zu sein in den Lyrics fügt sich organisch in das Klangwerk ein.

Platz 13: VIZE feat. Tom Gregory – Never Let Me Down

Wahrscheinlich ist dieser Song einer der Top Ten Radiohits des Jahres, ist das aber auch verdient, denn dieser Track des deutschen Duos VIZE schlägt die Brücke zwischen Pop und Klub. Dabei ist der Aufbau typisch für 2020, jedoch halten Struktur und Melodieführung ein paar Überraschungen bereit, wie die abrupten Tempowechsel, die hier erstaunlich gut funktionieren. Eingebettet in das Ganze ist Tom Gregorys einprägsame Stimme.

Platz 12: Will Ferrell & My Marianne – Jaja Ding Dong

Dieses Stück Musik ist so verdammt simpel, aber auch ein Lehrstück darüber, warum simple Musik beliebt ist. „Jaja Ding Dong“ ist eine eskapistische Drei Akkord Nummer, die ehrlich sagt, ich bin simpel, was im titelgebenden Ausruf mündet. Passend dazu werden Fire Saga im Netflix Film „Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga“ immer wieder aufgefordert den Song zu spielen und immer wieder gröhlt die Menge mit.

Platz 11: Dua Lipa – Don´t Start Now

Ganz knapp verpasst Dua Lipa mit ihrer bisher besten Single die diesjährigen Top Ten, auch wenn „Don´t Start Now“ ein Groover ist. Die Bassline pumpt einen förmlich durch den Song, der alleine deswegen schon hörenswert ist. Dua Lipas cooler Gesang veredelt das Ganze, wodurch dies ein sicherer Hit wurde.

Platz 10: Greta Van Fleet – My Way, Soon

Bevor hier die Synthesizer nahezu die kompletten Top Ten kapern werden, muss dieser Song der US-Amerikanischen Classic Rock Band hier auftauchen. Die rauchige Stimme von Josh Kiszka (der 1 zu 1 wie David Plant klingt) kommt wunderbar zur Geltung. Ansonsten ist das herrlich straighter Classic Rock, der ins Ohr geht, wie man in zuletzt viel zu selten zu hören bekommt.

Platz 9: La Vision & Gigi D´Agostino – Hollywood

Die Quartenfixierung hat Gigi D´Agostino aus der Discomusik der Siebziger. Seitdem hat aber kaum jemand darauf gesetzt, auch wenn D´Agostino damit große Erfolge feiern konnte, dieser Song ist noch mehr Lento Violento wie die Hits rund um die Jahrtausendwende und fällt in die Kategorie, musste ich dreimal hören, aber dann mochte ich den richtig. Die Quarten sind einfach zu gut.

Platz 8: BEN & TAN – Yes

In diesem bescheidenen Jahr 2020 braucht es Gute Laune Musik und einen solchen bietet dieses dänische Folk-Pop Duo. Damit wollte Dänemark beim ESC antreten und hätte meiner Meinung nach für eine große Überraschung sorgen können, denn dieser Song hat die genialste simple Idee, die ich seit langem in der Popmusik gehört habe: Einen Refrain dessen Höhepunkt „Say Yes, Say Yes, Say Yes“ lautet. Dazu ein schmissiges Arrangement und der Duettgesang und fertig ist der Song.

Platz 7: Doja Cat – Say So

Midtempo R & B Pop ist nun wahrlich nicht mein Favorit, aber Doja Cats Beitrag zum ausgelutschten Genre hat mich dann doch gecatcht. Das könnte daran liegen, dass die Bassline wie aus einem Discosong der 70er klingt oder daran, dass Doja Cat auch Mal was zu sagen hat, es liegt eher am letzteren. Wobei die Vielfältigkeit von Doja Cat sowohl in ihrer musikalischen Varianz als auch in ihren stimmlichen Fähigkeiten (inklusive einwandfreiem Rap) ist beeindruckend, weswegen der Song sich von der Masse abhebt.

Platz 6: David Guetta & Sia – Let´s Love

Als ich diesen Song das erste Mal gehört habe, habe ich mir gedacht, dass der eher auf der Flopliste landen würde, zu sehr klang das Ganze nach einer Kopie von The Weeknds „Blinding Lights“. Letztendlich ist das aber das einzige, das ich dieser Retrochic Synthie-Pop Nummer anlasten kann. „Let´s Love“ ist mit Abstand der beste Song seit Jahren vom französischen DJ, dr seine Wurzeln in der Housemusik hat. Sias Vocals veredeln den Song und wenn er nicht so spät im Jahr erschienen wäre, hätte er sich vielleicht noch weiter nach oben gegroovt.

Platz 5: Topic feat. A7S – Breaking Me

Topic, der deutsche DJ, der in der Wahrnehmung deutlich hinter Felix Jaehn und Robin Schulz zurücksteht, aber die eindeutig besseren Clubnummern auf den Markt bringt. „Breaking Me“ mit der Unterstützung des schwedischen Sängers A7S ist sein bisheriges Meisterstück: Eindeutig als Popnummer funktionierend und doch im Herzen eine Clubnummer mit dem dominant dröhnenden Bass, der den Rhythmus vorgibt. Abgerundet wird das ganze durch die Haltung in as-Moll sowie A7S Stimme, die sich perfekt mit dem Sound ergänzt.

Platz 4: GO_A – Solovey

Der ausgefallene ESC-Jahrgang 2020 war eindeutig schwächer als jene der direkten Vorjahre, am auffälligsten waren die ausbleibenden Nummern, die sich was wagen. Die große Ausnahme kam aus der Ukraine: „Solovey“ von GO_A. Geschickt vermischt dieser Song osteuropäische Klänge (wie jener einer Soplika & dem des weißen Gesangs) mit modernem Electropop. Oft werden GO-A als Folktronica bezeichnet und das trifft es am ehesten, für mich ist „Solovey“ die überraschendste Nummer des Jahres.

Platz 3: Future Islands – For Sure

Die synthetische Klangerzeugung in der Popmusik ist eine durch und durch europäische Geschichte. Vertreter des Genres aus den USA sind überproportional selten. Die 2006 in Maryland gegründete Band Future Islands ist ein solcher Fall. Durch einen Zufall bin ich auf „For Sure“ gestoßen, dessen Stimmung sich kaum beschreiben lässt. Irgendwie fröhlich eskapistisch und doch zutiefst melancholisch und dabei angenehmen zurückgenommen arrangiert, um gleichzeitig im Klang satt zu klingen.

Platz 2: The Roop – On Fire

„Solovey“ war die mutigste Nummer im ESC-Kosmos 2020, einen Tick besser war jedoch „On Fire“ von der litauischen Formation The Roop. Getragen von einem charismatischen Frontmann, der selbst Rollkragenpullis anziehend erscheinen lässt, einen herrlich behämmerten Tanz entspinnt sich eine Synthie-Pop Nummer, die zu gleichen Maßen ins Ohr geht, aber klangtechnisch überrascht anstatt Monoton zu sein. Dazu kommt noch ein Text, dass man nicht zu alt ist, um noch Feuer in sich zu haben, fertig ist einer der besten Songs des Jahres.

Platz 1: The Weeknd – Blinding Lights

Sicher, so mainstreamig war meine Nummer Eins noch nie, selbst letztes Jahr nicht, aber „Blinding Lights“ ist einfach ein perfekter Popsong, endlich mal wieder was, was man immer wieder hören kann und wo man verzeihen kann, das das Ganze massentauglich ist. Alle paar Jahre macht die schwedische Hitmaschinerie namens Max Martin nicht nur einen Hit, sondern einen Hit der bleibt: „Blinding Lights“ ist sicher einer seiner Top Five Songs, getragen vom charismatischen Interpreten und der Retroatmosphäre, sowohl wenn das Intro sich in den markanten Klang des Songs auflöst als auch im vergleichsweise reduzierten Refrain.

Wie schon angekündigt folgt noch die zugehörige Podcastfolge Anfang des neuen Jahres, gerne könnt ihr eure Meinung aber auch schon hier in den Kommentaren da lassen

13 Kommentare zu „Die besten Songs 2020

  1. Mit The Roop und Go_A kann ich wenig anfangen, das weißt du ja, aber dafür freue ich mich sehr über Gjon in der Liste und dich als weiteres Mitglied der „Unbreakable“-Fankurve dabei zu haben 😎😂 Aus dem ESC-Kosmos ist natürlich noch Malou Prytz bei unseren Gemeinsamkeiten dabei.
    Dann Queen Dua Lipa. Ich hab „No Rules“ schon sehr abgefeiert, aber „Don’t Start Now“ ist auch richtig stark. Ob ich es als ihren besten Song bezeichnen würde, ich denke nein, dafür ist „New Rules“ zu ikonisch 😂 Auch Ava wieder in der Liste, da kommt für mich nichts an „Torn“ ran, aber sie ist toll.
    Mark Forsters „Übermorgen“ finde ich auch nicht so stark. Die Giants Rooks werden ja gerne für den ESC gehandelt…

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    1. Als ob nicht klar war, dass ich im „Unbreakable“ Fanclub bin…

      „New Rules“ fand ich auch ikonisch, ikonisch schlecht.

      Wer findet denn dann diese Mistnummer so gut, dass sie immer und immer wieder gespielt wird??

      Wie kommst du jetzt auf die Giant Rooks?

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      1. Ups, ich dachte, du hättest die Giant Rooks mit „Watershed“ auch in deiner Liste und die waren ja so große Newcomer und in Kommentarspalten oft für den ESC vorgeschlagen. Das kommt davon, wenn man erst den kompletten Artikel in der App liest und dann den Kommentar am Stück tippt 🙈😂

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      1. Auf jeden Fall Run the Jewels 4, das ich ne Zeitlang in Dauerschleife gehört habe und von dem ich ähnlich begeistert bin, wie von den 3 Vorgängeralben. Das Neue von Zugezogen Maskulin sowie das neue K.I.Z.-Album – beide ebenfalls gut. Und das posthume Mac-Miller-Album Circles war grossartig.

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