1982 nahm Prince sein erstes Album mit der Begleitband „The Revolution“ auf, insgesamt war „1999“ jedoch schon sein fünftes Studioalbum, welches seinen Durchbruch bedeutete. Wem Michael Jackson zu langweilig war, der hatte von nun an Prince. „1999“ zeichnet sich durch einen Sound aus, der verschiedenste Genres anreißt und kombiniert. Prince verbindet hier die modern gewordenen Synthsounds mit R & B, Funk und Rockelementen derart bahnbrechend, dass dieser Sound später als Minneapolis Sound (nach Prince Heimatstadt bezeichnet) bekannt wurde. Die Leadsingle dieses Top-Ten Albums war das gleichnamige „1999“.

Anfang der 80er-Jahre war es im Trend den Durchbruch mit einer Clubnummer zu schaffen (u.a. die Eurythmics haben so ihren Erfolg bereitet), sodass auch Prince „1999“ als Nummer für die Tanzfläche aufnahm. Der Song wird getragen von der für den Minneapolis Sound getragenen Drummachine, wodurch die Ergänzung aus Funkbeat und Synthiesounds perfekt funktioniert. Ursprünglich als dreistimmiger Harmoniegesang angedacht, entscheidet sich Prince bei der Produktion (der Song ist von ihm selbst komponiert, geschrieben, produziert und abgemischt) den Song zugunsten der Tanzbarkeit zu simplifizieren. „1999“ hat auf der melodischen Ebene eine hohe Repetivität, was durch die Tatsache kaschiert wird, dass der Leadgesang auch auf Mitglieder von „The Revolution“ aufgeteilt wird. Die Strophen werden von Lisa Coleman und Jill Jones eröffnet, worauf Dez Dickerson und dann erst Prince selbst folgt. Der Refrain und Zwischenteile werden dann in der Regel von allen vieren gemeinsam gesungen. Während der Song eindeutig auf die Tanzfläche zielt, verbirgt sich jedoch eine andere Botschaft in den Lyrics.

Wer genauer hinhört wird schnell eine apokalyptische Grundhaltung hinter dem vorgetragenen Text entdecken. In „1999“ verarbeitet Prince seine Angst vor dem Atomkrieg. Die Milleniumwende wird im Text als Metapher für das Ende der Welt genommen. Nicht nur deswegen ist der Text hochspannend, so beginnt „1999“ mit den Worten:

„I was dreamin‘ when I wrote this

Forgive me if it goes astray“

„1999“ ist im Grunde das Verdeutlichen einer albtraumhaften Angst, die damals brandaktuell war. Immer wieder finden sich sehr klare Aussagen, was im Ende gipfelt (übersetzt: „Mama, warum hat jeder eine Bombe?). Diese Kritik an der Aufrüstung in einem scheinbar locker-leichten Sound zu verpacken ist typisch 80er. Der immer anwesenden, aber kaum greifbaren Gefahr des Kalten Krieges wurde eskapistisch die Popkultur bzw. Subkulturen entgegengesetzt. Aus dieser Perspektive ist es fast schon verwunderlich, dass „1999“ damals kein größerer Hit wurde, sondern erst mit der Zeit als einer der besten Princesongs gilt. Der Song wurde zweimal rereleaset (mit größeren Erfolg als 1982) und konnte auch nach Princes Tod noch einmal die Charts stürmen. Prince sollte mit „Purple Rain“ zwei Jahre endgültig zu einem weltweiten Superstar werden, bevor er in den Neunzigern sich versuchte neu zu erfinden und damit seine Karriere ruinierte.

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