Ausnahmsweise erst am Sonntag gibt es hiermit den dritten Song der Woche. Heute geht es um jenen Song, der dem schwedischen Pop-Rock Duo Roxette den internationalen Durchbruch beschert hat. Nun habe ich die Geschichte rund um den us-amerikanischen Austauschstudenten Dean Cushman, der sein Exemplar des Roxette Albums „Look Sharp“ schon einmal erzählt. Diese Geschichte hat jedoch noch zwei weitere Perspektiven zu bieten.

Da wäre zum einen die Perspektive jenes amerikanischen Radiosenders an dem das Albumexemplar von „Look Sharp“ zugesendet bekam. Dieses versauerte zunächst, bis sich Cushman meldete und seine CD (die außerhalb von Schweden nicht erhältlich war) zurückhaben wollte. Mehr aus Scham hörte der Chef der Musikredaktion ins Album hinein und war von „The Look“ begeistert. Dies lag weniger am Text, der aus muttersprachlicher Sicht nah am Nonsens war. So besteht die erste Strophe nur aus auf die Melodie abgestimmten Phrasen, einzig „She´s got The Look“ klang nach literarischen Potenzial. Dafür war jedoch das musikalische Arrangement derart stimmig, dass sofort das Top 40 Potenzial des Songs erkannt wurde. Auf den letzten Drücker machte sich der Radiosender eine Kopie und über Mund zu Mund Propaganda eroberte „The Look“ auch größere Radiostationen, sodass „The Look“ nach wenigen Wochen als erster von insgesamt vier Roxette Songs auf Platz Eins der US-Billboardcharts stand. Auch wenn seitens Roxette keine Öffentlichkeitsarbeit dafür nötig war, ist es doch bemerkenswert, dass über diesen Weg der internationale Durchbruch doch realisiert worden ist. Denn genau für jenen, über die USA verbreitete sich „The Look“ auch in Kontinentaleuropa und dann weltweit, war das Album „Look Sharp“ konzipiert. Während das erste Album „Pearls of Passion“ etablieren sollte, dass Gessle und Fredriksson Musik auf Englisch machen, sollte „Look Sharp“ das Duo dann auch international bekannt machen. Die Plattenfirma EMI sah das anno 1988 jedoch anders, Roxette seien ungeeignet „speziell für eine Vermarktung auf dem amerikanischen Markt“, obschon sich Gessle beim Sound des Albums an jenem Sound orientierte, den amerikanische Hard Rock Bands verwendeten. Speziell ZZ Tops „Eliminator“, in dem die Band erstmals Synthesizer verwendeten standen Pate für die Konzeption der Platte. Dieser Einfluss machte sich auch bei der Auswahl des Albumtitels (der 1979 auch schon von Joe Jackson verwendet worden war) bemerkbar. „Look Sharp“ referenzierte auf ZZ Tops „Sharp Dressed Man„, dessen Einfluss besonders bei „The Look“ zu spüren war. So benutzte Gessle auf ähnliche Weise einen Synthesizer, der sowohl als Gerüst für Melodie und Rhythmus taugte. Aus Gessles Sicht taugte „The Look“ jedoch nicht besonders, er passt nicht wirklich zur Stimme von Marie Fredriksson. Die war jedoch von der Qualität des Songs derart überzeugt, dass sie Gessle dazu brachte die Strophen alleine zu singen, dafür übernahm sie den einfachen, einprägsamen „Nanenanena“ Teil, der gegen Ende des Songs prägnant war. Auch wenn Fredriksson in der Folge die meisten Songs singen würde, kamen immer wieder Songs, in denen auch Gessle Soloparts übernahm (so auch eine weitere Auskopplung aus „Look Sharp“, die klassischere Gitarrennummer „Dangerous“).

Wenn man bedenkt wie viele Zufälle dabei waren, die dazu führten, dass Roxette eine der prägendsten Bands der frühen Neunziger wurden, dann fragt man sich unweigerlich wie viele Bands genau um jene glückliche Fügung gebracht worden sind. „The Look“ jedenfalls ist bis heute ein Klassiker und wurde kürzlich in der Pro7 Show „Wer stiehlt mir die Show“ bezüglich der „Nanenanenas“ abgefragt (Respekt an Elyas M`Barek dies so schnell erkannt zu haben.)

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