Big Trouble in Little China

Trucker Jack Burton (ultracool im Unterhemd: Kurt Russell) hilft seinem Kumpel, dem Resturantbesitzer Wang Chi (James Hang) dabei seine Verlobte von einer Schergenbande eines Großindustriellen zu retten. Irgendwie stößt noch eine attraktive, gewiefte Anwältin (gespielt von Kim Cattrall) hinzu.

Ganz ehrlich, dieser Film ergibt bei näherer Betrachtung überhaupt keinen Sinn. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Drehbuchautoren einfach alles hineinpacken wollten, Martial Arts, Screwball Comedy, Fantasy, Monster, wirklich alles wird hier in knapp 100 Minuten gepresst. Es gibt genau EINEN Grund warum dieser Film nicht völlig auseinanderfliegt, er macht sau viel Spaß. Das liegt am wenigsten am Star des Films, denn Kurt Russells Jack Burton kann eigentlich nur Sprüche klopfen und ist funktional nur dort, um westliche Zuschauer hiervon zu überzeugen (die Achtziger eben). Wobei der Gegensatz der Akademikerin und des Haudrauftypen für interessante Momente sorgt. Andererseits ist dies kein Film, auf den man zu lange rumdenken sollte. 7/10

Stand by Me

Sommer 1959: Vier Jungen machen sich auf eine Leiche zu finden und erleben besondere Tage.

Eigentlich ist „Stand By Me“ ein überzeugender Film, keine Frage. Der Coming Of Age Aspekt wird hier vorzüglich ausgespielt, das Ende ist herzzerreißend und lebensnah, aber der Film lebt von seiner literarischen Vorlage. Selbst wenn man nicht wüsste, dass es sich hierbei um eine Literaturverfilmung handelt, man würde es schnell merken. Negativ ist daran, dass auffällt, dass eben doch noch mehr drinnen war. „Stand by Me“ kratzt wunderbar an der Oberfläche, muss dabei jedoch zu viel über den Off-Text und kann nicht so in die Tiefe gehen, wie es für einen Film, der von seinen Charakteren und deren Interaktion lebt, wünschenswert wäre. Die melancholische Stimmung wird jedoch einprägsam transportiert, auch wenn Film in Film Geschichten das ganze auflockern (man denke nur an die „Kotzszene“) 7/10

Ghost in the Shell

2029: Viele Menschen haben Körperteile durch künstlich Bestandteile ersetzen lassen, bis hin zum Gehirn. Ein Hacker droht auf die künstlichen Gehirne zugreifen zu können. Eine geheime Einheit soll ihn stoppen.

„Ghost in the Shell“ ist ein tiefst philosophischer Film im Gewand eines animierten Actionthrillers. In der Verbindung der beiden Komponenten glückt der Film nicht absolut, aber dennoch ist „Ghost in the Shell“ zum einen brutal spannend und zum anderen ein intelligenter Beitrag aus dem man eine Vortragsreihe zum Thema „Was ist Identität? stricken könnte. Die Figur der Motoko Kusanagi ist eine der faszinierendsten, die mir seit langer Zeit untergekommen sind. Ihre Entwicklung gegen Ende ist sinnvoll, jedoch hätte gerade deswegen der Film noch ein wenig mehr Fleisch in Form von Laufzeit vertragen können. Hinzu kommen großartig inszenierte Actionsequenzen. 8/10

Akira

30 Jahre nach dem atomaren Endschlag erscheint Tokio wieder normalisiert, jedoch rückt eine Jugendgang in die Nähe der zerstörerischen Quelle namens „Akira“.

„Akira“ hat auch nach über 30 Jahren nahezu gar nichts von der damals fiebrigen Faszination eingebüßt. Auch wenn heutzutage etwas bewusster scheint, wozu Animationsfilme in Stande sind, ist „Akira“ immer noch die Benchmark, was erwachsene Animes angeht. Das liegt nicht nur am Prolog, der sofort zeigt, dass es sich hierbei um einen düsteren, erwachsenen Film zeigt, sondern auch die Action, die virtuos inszeniert ist. „Akira“ ist im Kern eine nihilistische Endzeitgeschichte, verwebt mit einer Coming Of Age Geschichte, auch hier nimmt Identitätsfindung einen großen Raum ein sowie einer Politabrechnung. So kommt es, dass „Akira“ über die kompletten zwei Stunden Laufzeit fesselt. 9/10

Es geschah in einer Nacht (It happened in one Night)

Ellen „Ellie“ Andrews (Clauette Colbert) flieht vom Boot ihres Vaters, da dieser ihre geplante Ehe verhindern will. Ellie flüchtet und trifft auf den windigen Journalisten Peter (Clark Gable). Er hilft ihr, um endlich wieder eine Story schreiben zu können.

„Es geschah in einer Nacht“ ist der erste von insgesamt nur drei Filmen, der alle fünf großen Oscars abräumen konnte. Auch nach 87 Jahren funktioniert diese Screwballcomedy stellenweise hervorragend. Das Schauspiel ist vergnüglich, die Chemie des Protagonistenduos ist herrlich und das Pacing ist besser als bei den meisten romantischen Komödien, die heute erscheinen. Regisseur Frank Capra schafft es punktuell auch die Wirkungen der „Great Depression“ aufzuzeigen, was durch die „Fish Out of Water“ Situation um Ellie effektiver wirkt. Nicht nur diese Tropen, sondern auch das nahezu gesamte Genre der romantische Komödie wird hier vorweg genommen und so gut wie selten danach gezeigt. Der einzige Punkt an dem dieser Streifen den Zahn der Zeit zeigt, ist die Comedy, den laut auflachen musste ich hier selten. 8/10

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5 Kommentare zu „Klassikerparade (22) – Big Trouble in Little China, Stand by Me, Ghost in the Shell, Akira, Es geschah in einer Nacht

  1. Akira ist natürlich der Wahnsinn und seh ich ähnlich wie du etwas vor Ghost in the Shell (der aber auch gut ist, keine Frage)

    Stand by Me hab ich ja auch im letzten Jahr zum ersten Mal gesehen und werte ihn etwas besser. Ich fand das richtige Ende eher nicht so gelungen und die Off-Texte nerven, aber mangelnde Tiefe beim Thema kann ich wirklich nicht erkennen.

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    1. Für mich endet der Film in dem Moment, wo die vier in die Stadt zurückkehren. Das Ende ist nur da, um die Erzählklammer zu haben. Ein Beispiel warum der zu literarisch ist, genauso wie bei der Vorstellung der Freunde, wo erzählt aber nicht gezeigt wird.

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      1. Ja, das hätte es nicht so gebraucht, wobei ich es nicht schlecht finde, dass die Geschichte als Rückblick erzählt wird, immerhin muss sich ja jemand dran erinnern, dass es sozusagen die letzten Momente der Kindheit waren

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