To All The Boys I´ve loved before: Always & Forever

gesehen auf Netflix in der deutschen Synchro

Laura Jean sammelt im Koreaurlaub neue Kraft und schmiedet Pläne, die über die High School hinausgehen. Wo studiert sie? Inwiefern nimmt sie Rücksicht auf ihren Freund Peter.

5/10 Obwohl ich den zweiten Teil nicht wirklich mochte, habe ich mir auch diesen dritten Teil der Reihe angesehen, der es besser schafft ein Slize of Life zu sein ohne eine flache Dramaturgie zu haben. Hin und wieder reißt der Film Themen an, die wenn sie richtig ausgespielt werden, einen Film auf ein höheres Level heben können, doch „To All The Boys I´ve Loved Before: Always & Forever“ entscheidet sich für den einfachen Weg. Kleinere Streitereien lösen sich angenehm schnell auf, größere Probleme werden jedoch ähnlich wegrationalisiert. Immer wieder wird hier der Geist der Authenzität geatmet, um ihn mit unangenehm kitschigen Entscheidungen zu zerstören. Wenn Laura Jean sich entscheiden muss, ob sie die New York University oder zugunsten ihres Freundes die Berkley University für ihr Studium wählt, reißt der Film eine reale richtungsweisende Entscheidung (amerikanischer) Teenager an, um sie dann eindeutig zu beantworten, mit einem Endmonolog, der die Entscheidung relativiert. Ein Beispiel für die Inkonsequenz dieses Streifens, der auch die Nebenfiguren (wie die kleine Schwester, den Vater und die beste Freundin und ihre Cousine) zu sehr vernachlässigt. Dennoch schafft es dieser Film mich mit seiner Mittelmäßigkeit zu versöhnen, was aber auch an meiner Vorliebe für das Coming of Age Genre liegt.

Zu Weit Weg

gesehen auf Prime Video

Der elfjährige Ben muss mit seiner Familie aus seinem Heimatort Niederkirchbach aufgrund des Braunkohletagebaus wegziehen. Anstatt nach Niederkirchbach-Neu zieht die Familie in die Kreisstadt Düren. Dort tut sich Ben zunächst sowohl in der Schule als auch im neuen Fußballverein schwer, bis er sich mit dem Flüchtlingsjungen Tarek anfreundet.

Manchmal guckt man Filme aus ungewöhnlichen Beweggründen. Im Fall von „Zu Weit Weg“ ist der Beweggrund, dass der Film in meinem Geburtsort spielt (und zumindest teilweise dort gedreht worden ist). Der Film hat nicht nur deswegen bei mir stark getriggert. Ich habe mich an meine kurze Zeit im Fußballverein erinnert gefühlt, an meine zahlreichen Umzüge im Kindesalter, durch Tarik auch an meine Zeit im Jugendheim. Ich wollte diesen Film deswegen auch mehr mögen als ohnehin schon, denn hier gelingt gut aufzuzeigen, wie schwierig es ist für Kinder ist ihre Heimat aufgeben zu müssen. Die Analogie zwischen Ben und Tarik hätte leicht missverständlich sein können, sie funktioniert jedoch wunderbar. Konsequent verzichtet „Zu weit Weg“ auf dramatische Überspitzungen, zumindest bis ins Finale, das leider sowohl die Leichtigkeit als auch die angenehme Ruhe der ersten zwei Drittel verliert. Sicher ist das Ende im Endeffekt konsequent, jedoch ist es unnötig forciert und mit unnötigen dramatischen Spitzen garniert. Die Fußballszenen sind auch eher schwach, was ich aber mehr verzeihen konnte. 6/10

I Care A Lot

gesehen auf Netflix in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Marla Grayson (Rosamunde Pike) ist staatlich bestellte Betreuerin, mithilfe ihrer Lebensgefährtin Fran (Eiza Gonzalez) nimmt sie die Pflegebedürftigen aus, bis sie über Jennifer Peterson (Dianne Wiest) an einen Gangsterboss (Peter Dinklage) gerät.

„I Care A Lot“ der neueste eingekaufte Titel der großen Netflixoffensive hat immerhin Rosamunde Pike zu bieten. Pike ist selbst in schwachen Filmen sehenswert, hier brilliert sie in einer komisch angelegten Variation ihrer Paraderolle in „Gone Girl“. Hinzu kommt, dass „I Care A Lot“ mit dem Blick auf das Geschäft mit den Alten ein frisches Thema auf unterhaltsame Weise anpackt. Die Basis für den bisher besten Film 2021 (nach deutschen Releasedates) war durch den schwungvollen Auftakt gelegt, jedoch fokussiert sich der Film nicht auf Marla Graysons Geschäftsmodell, sondern auf einen vergleichsweise gewöhnlichen Gangsterfilmplot durch das hinzukommen von Peter Dinklage. Dabei gelingt „I Care A Lot“ das inszenatorische Kunststück, den Zuschauer die zunächst verhasste Marla Grayson als Figur mit der man mitfühlt zu präsentieren, zumindest für eine gewisse Dauer des Films, was unter anderem an Pike liegt. Neben der brillanten Pike bieten aber auch Dinklage, Wiest und Gonzalez mehr als sehenswerte Leistungen. Im Gangsterplot wird manche Szene zu dick aufgetragen, bis hin zu Szenen, wo die „Suspencion of Disbelieve“ nicht mehr funktioniert (Die Verfolgung des Fahrers). Glücklicherweise schafft es Autor und Regisseur J Blaketon den Film mit einer bissigen Schlusspointe enden zu lassen. 7/10

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