In der nun schon über vierjährigen Geschichte habe ich nahezu allen Musikgrößen mindestens einen eigenen Songbeitrag gewidmet, manche blinde Flecken bleiben jedoch auch nach weit mehr als 200 Musiktexten. Heute wird ein weiterer Gigant der Musikgeschichte gewürdigt, das Electric Light Orchestra. Besonders in den ersten Jahren der Band galt diese britische Formation als legitimer Nachfolger der Beatles, welche sich im selben Jahr der Gründung von ELO getrennt hatten. Das hing auch damit zusammen, dass sich die Gründungsmitglieder mit dem Ziel verbanden den Ansatz der Beatles Rockmusik mit avangardistischen Elementen zu verbinden weiterzuführen. In der Frühphase der Formation kamen deswegen immer wieder eher typisch orchestrale Instrumente wie die Oboe oder die Geige mehr oder weniger prominent zum Einsatz.

Je länger die Band bestand, desto höher wurde der Einfluss von Jeff Lynne. Roy Wood verließ die Band schon 1972 und das dritte Gründungsmitglied Bev Bevan hielt sich eher im Hintergrund. Dabei wuchs die Live-Besetzung zwischenzeitlich auf mehr als zehn Musiker, die von Lynne, der die Songs produzierte, engagiert worden waren. Auf dem Höhepunkt der Discowelle schwenkte Lynne den musikalischen Kurs um. Das 1979er-Album „Discovery“ hielt was es versprach (Lynne sprach von „Disco Very“ (dt. viel Disco)) und lieferte mehrere Hits wie „Don´t bring me down“. Diese Entwicklung vorweg nahm „Mr. Blue Sky“ aus dem Vorgängeralbum „Out of the Blue“. Sicher, „Mr. Blue Sky“ scheppert auch noch in Rocktradition vor sich hin, die Melodieführung und der schnelle Rhythmus lassen jedoch schon eindeutig Discoeinflüsse erkennen. Passend für Lynne spielt der Song auch mit den Möglichkeiten der Technik, so wird eindeutig ein Stimmenverzerrer im Refrain und in der Bridge eingesetzt. Textlich wird über einen gewissen „Mr.Blue Sky“ gesungen, womit sowohl Gott, die Sonne oder eine weise Gestalt meinen könnte. Anhand der Entstehungsgeschichte lässt sich ein Zusammenhang zum Wetter deuten. So schrieb Lynne den Song in der Schweiz in einer kurzen Sonneperiode zwischen regnerischen Tagen. Obwohl auch gefragt wird, wo „Mr. Blue Sky“ sich so lange versteckt hat ist der Text insgesamt doch eher freudiger Natur und passt sich damit dem euphorischen Gefühl, den die Melodie und Instrumentisierung auslösen, an. Noch zu erwähnen ist noch ein wie angehängt erscheinendes Instrumental am Ende des eigentlich schon zu Ende erzählt scheinenden Songs, welches mit einem Vocodergetränkten „Mr. Blue Sky“ abschließt.

1978 eher ein mittelgroßer Erfolg (außerhalb des UKs waren Top Ten Platzierungen rar gesät) hat sich „Mr. Blue Sky“ zu einem der bekanntesten Songs der Formation gemausert. Bei Heimspielen des britischen Zweitligisten Birmingham City aus Lynnes Heimatstadt wird „Mr. Blue Sky“ vor jedem Heimspiel gespielt. Einen weiteren neuerlichen Popularitätsschub erhielt der Song als James Gunn ihn als Eröffnungssong seines Marvelblockbusters „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ auswählte und man in der zugehörigen Szene Fanliebling Babygroot zum Song tanzen sieht, während in seinem Umfeld die anderen Guardians kämpfen.

8 Kommentare zu „Song der Woche (14) – Electric Light Orchestra „Mr. Blue Sky“

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