Manches Mal bin ich überrascht, wenn gewisse Songs gut ankommen, so wie der diesjährige finnische ESC-Beitrag von Blind Channel, einer Band, die gerne wie Linkin Park klingen möchte. Daher habe ich gedacht, präsentiere doch Alternativ einen guten Rocksong aus Finnland und ja ich habe die naheliegendste Wahl genommen und würde die Überschrift nicht verraten um welchen Song es sich handelt, könnte ich noch gambeln mit der Annahme, dass es sich hierbei um Sunrise Avenue handeln würde, deren Rockanteile jedoch mit zunehmender Kommerzialität exponentiell abnahmen.

Stattdessen also The Rasmus mit „In The Shadows“, einem im neuen Jahrtausend rarem Beispiel eines in Deutschland kommerziell erfolgreichen Rocksongs, der es sogar auf Platz Eins der Singlecharts im Jahr 2003 geschafft hat und das noch von einer in Deutschland bis dato unbekannten Band. Gegründet hat sich die Band noch als Rasmus (später dann The Rasmus, um Verwechslungen mit einem schwedischen DJ zu vermeiden) im Jahr 1994 und konnte 1999 in ihrer finnischen Heimat zum ersten Mal Platz Eins der Albumcharts erzielen. Mit der Empfehlung eines weiteren Nummer Eins Albums wurde das 2003er Album „Dead Letters“ international von Universal Music vermarktet. „Dead Letters“ als Konzeptalbum zu bezeichnen wäre zu hoch gegriffen, jedoch steht der Titel Pate für die Idee jeden Song als einen Brief zu konzipieren, welcher seinen Empfänger nicht finden konnte. Als Vorabsingle wurde „In The Shadows“ ausgewählt, dessen Video das meistgespielte auf MTV Europe im Jahr 2003 war. Es ist aber auch eine ausgezeichnete Idee, eine Band, die nicht unbedingt Starappeal hat, in ein Video zu packen mit einer ungewöhnlichen Umsetzung (ein Raum, die Kräheneffekte), um die Schwächen zu überspielen. Des weiteren wirkte das Video in Kombination mit dem Song ideal. So konnte übertüncht werden, dass der Song auch keinen Innovationspreis gewinnt. Beginnend mit einem sirenenartigen Klang entwickelt sich ein straighter Rocksong im klassischen Strophe-Refrain Schema, der zwar auf die Laut-Leise Dynamik der Pixies zurückgreift, aber die war dank Grunge und Nu Metal Anfang der Zweitausender Common Sense der Rockmusik und damit einen starken Fokus auf den Refrain hat. Die Strophen sind da zurückhaltend, gehässig könnte man sagen, dass diese Instrumentisierung so auch in einem Schlager stattfinden könnte, jedoch schafft diese Wahl die Spannung zum Refrain hochzuhalten.

So entsteht ein straighter, aber extrem gut gemachter Rocksong, der den internationalen Durchbruch der Band bedeutete, jedoch gleichzeitig auch den kommerziellen Höhepunkt der bis heute existentierenden Rockgruppe darstellte.

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