Inhalt

Hutch Mansell (Bob Odenkirk) lebt ein ziemlich langweiliges Leben, bis in sein Haus eingebrochen wird. Als das Hello Kitty Armband seiner Tochter gestohlen wird, sucht er Rache und landet über Umwege im Bus, wo er eine Gruppe übergriffiger junger Männer ausknockt. Dummerweise war einer der Sohn des Gangsterbosses Julian Kuznetsov (Alexey Serebyakov), der den Oblak der russischen Mafia verwaltet…

Meine Meinung zum Film

Manchmal reicht es ja auch, wenn ein Film unterhaltsam und spaßig ist, auch wenn einige struktruelle Problemchen (die oben beschriebene Hinführung in die Gewalt) oder einige Dinge, die man besser nicht hinterfragen sollte, auf der Leinwand zu sehen sind. „Nobody“ beginnt etwas überraschend und nimmt sich zumindest einige Minuten Zeit für die Charakterexposition, die man auch beschreiben könnte als „Wie hätte Edgar Wright sein „American Beauty“ begonnen?“. Rasante Schnitte auf sich immer wieder wiederholenden Bildern etablieren Hutch zügig als Gefangenen eines langweiligen Lebens. Wer vorher schon weiß, was für ein Film entstehen wird, wartet nur auf den Umschaltmoment, wer nichts weiß ist zunächst etwas irritiert.

Dabei zeigen sich eindeutig die Wurzeln von Autor Derek Kolstad (der alle drei „John Wick“-Teile geschrieben hat), der sein Erfolgskonzept geringfügig abwandelt und passend zu Odenkirk die Absurdität etwas mehr herausstellt, wodurch ein paar äußerst witzige Momente entstehen. Einer dieser Momente ist die Einführung Kuznetsovs, die wie ein Kuriositätenkabinett beginnt und endgültig den quatschigen Ton des Films etabliert. Dieser quatschige Ton beißt sich weniger als man zunächst denken könnte mit den rauen Actionszenen. Diese zeigen die Gewalt explizit, wenn auch nicht so virtuos, wie bei den besten Genrevertretern. Auch bezüglich der Quantität an Actionszenen packt „Nobody“ in die zügig vergehenden 90 Minuten vergleichsweise wenig Actionszenen, die aber alle aufgrund des Settings und der Bedingungen überzeugen können. Ein weiterer Pluspunkt des Films ist Bob Odenkirk als Hauptdarsteller, der Hutch Mitchell alias Nobody als stoisch-zynischen Actionhelden alter Schule anlegt und erstaunlich gut in diese Rolle hineinpasst. Daneben ist auch Christopher Lloyd als sein Vater und Veteran ein erstaunlicher Gewinn für den Film, andererseits geht Christopher Lloyd ja auch immer.

Für den Genuss von „Nobody“ ist jedoch die richtige Erwartungshaltung unabdingbar, sobald moralische Maßstäbe angelegt werden, fällt der Film komplett auseinander auch weil er tonal total uneben ist, als spaßiger Vertreter des übertriebenen Actionfilms jedoch funktioniert „Nobody“ dank der genannten Stärken, ebenso wie dank der soliden Regie-/Kameraleistung und dank des kreativen Schnitts, der sich durch den ganzen Film zieht.

Fazit

„Nobody“ ist die etwas weniger auf virtuose Action, sondern mehr auf Humor ausgerichtete, Variante von „John Wick“ mit Bob Odenkirk und Christopher Lloyd als Faustpfand. 7/10

Daten & Fakten

Regie: Ilya Naishuller

Drehbuch: Derek Kolstad

Darsteller: Bob Odenkirk, Connie Nielsen, Alexey Serebyakov, Christopher Lloyd ua

Genre: Actionfilm

Länge: 92 Minuten

Gesehen am 02.07.2021 im Cineplex Aachen

Ein Kommentar zu „Nobody

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