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Miami 2060: Die Küstenstadt ist dem Klimawandel sei dank teilweise überschwemmt. Die Armen sind Ärmer geworden und diejenigen, die es sich leisten können, flüchten in ihre Erinnerungen, die mithilfe einer Apparatur lebensecht wiederbelebt werden können. Nicholas Bannister (Hugh Jackman) führt trostlos ein Kleinunternehmen, das dazu dient, bis er sich in Mae (Rebecca Ferguson) verliebt, die allerdings einige Geheimnisse hat und bald verschwindet…

Meine Meinung zum Film

Alleine die Tatsache, dass Regisseurin Lisa Joy die Schwester von Mindfuck-Blockbuster-Meisterregisseur Christopher Nolan ist, hat die zeitgenössische schon zu vergleichen mit dessen Werk hinreißen lassen. Genau einen offensichtlichen Angriffspunkt hat Joy in Ihrem Film hinterlassen, ähnlich wie der heißgeliebte (und von einigen genauso verhasste) „Inception“ nimmt Joys Langfilmdebüt eine Prämisse (hier: Die Möglichkeit Erinnerungen real zu fühlen) und nutzt sie lediglich als Vehikel, um einem anderen Genre einen neuen Spin zu geben. „Reminiscence“ ist ein ziemlich klassischer Film Noir in einem interessanten Zukunftssetting.

Das wäre nicht problematisch, wenn dieser Film nicht so ungeheuer bräsig geraten wäre. Manche Shots zeugen von einem tiefgreifenden inszenatorischen Verständnis, blöd nur, dass knapp 90% des Streifens filmisch wie der Filmstudiumautopilot wirken. Viel zu wenig wird cinematographisch aus dem Setting geholt, angedeutete Farbspielereien bleiben in der Minderheit in einem Film, der oft ungewöhnlich bleich wirkt und das nicht nur, weil die meisten Szenen bei Nacht spielen. Die fehlende Inszenationskraft wirkt sich auch auf das Pacing des Films aus, obwohl man am Drehbuch kaum etwas rausschneiden sollte, wirkt der Film mit seinen Zwei Stunden Laufzeit viel zu lang. Das Drehbuch ist sicherlich die größte Stärke des Films, so wird effektiv gezeigt, wie die Möglichkeit der Remineszenzerfahrung die Polizeiarbeit beeinflusst (was als Aufhänger für die Suche Bannisters nach Mae fungiert) und auch der Plot hat ein paar interessante Ideen, auch wenn nicht alle zu hundert Prozent aufgehen. So greift „Reminiscence“ einige Film Noir Klischees auf, man weiß jedoch nicht, ob sie ausgepielt oder umgekehrt werden, wie sich am Beispiel der Femme Fatale zeigt. Warum aber ausgerechnet am Off-Erzähler festegehalten wird, der dann auch abgesehen vom Beginn keinerlei benötigte Informationen, die man nicht auch effektiver hätte einbetten können, hat sich mir dann auch nicht erschlossen.

Der erzählte Krimiplot, der sich nach und nach entfaltet ist zwar interessant, aber auch nichts, was man nicht schon gesehen hätte. Ein weiterer Schwachpunkt in diesem Film sind die Darsteller. Hugh Jackman wirkt die ganze Zeit schläfrig und spielt bestenfalls mittelmäßig, Thandiwe Newton versucht noch das beste, ihr Charakter ist jedoch nicht gut genug ausgearbeitet und Rebecca Ferguson singt zwar ganz nett, macht aber ansonsten auch keine besonders gute Figur. All dies führt dazu, dass man die zweite Ebene, die dieser Streifen sicher hat, gar nicht erst erschließen möchte und man sich im Kinosessel über den Film qüalt. Wahrscheinlich haben das auch schon Testscreenings ergeben, weswegen dieser rund 80 Millionen Dollar teure Film nahezu ohne PR versenkt worden ist.

Fazit

„Remininiscence“ leidet an einer größtenteils uninspirierten Regie, Darstellern, die unter ihren Möglichkeiten bleiben und der damit fehlenden Ausarbeitung eines interessanten Drehbuchs. 5/10

Daten & Fakten

Regie & Drehbuch: Lisa Joy

Genre: Thriller, Film Noir, Science-Fiction

Darsteller: Hugh Jackman, Rebecca Ferguson, Thandiwe Newton, Cliff Curtis um

Länge: 126 Minuten

Gesehen am 26.8.2021 im Cineplex Aachen

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