Media Monday #533

Neue Woche und wieder muss ich den Media Monday am Montagvormittag schreiben und nicht wie eigentlich üblich am Sonntagabend vorbereiten. So ist das halt, wenn man bei einem Freund versackt. Dadurch habe ich mir auch nicht das zweite Triell zwischen den Kanzlerkandidaten/-innen angesehen. Dank der Nachlese in der Presse weiß ich allerdings, dass ich wieder nichts verpasst habe, ziemlich ernüchternd. Ebenso wie meine Kinobilanz der Woche, war da diese Woche nur ein Film, den ich aber hervorragend fand, diese Woche wird sich das aber sicher schon wieder ändern und das nicht nur dank des Starts von Denis Villeneuves „Dune“.

1. Der mehr oder minder schwelende Konflikt zwischen Jung und Alt zeigt sich aktuell wieder stärker als noch vor ein paar Jahren und es ist davon auszugehen, dass sich dieser Konflikt weiter verschärfen wird .

2. Mich überrascht bei aller fehlenden Kompetenz Armin Laschets allein die Tatsache, dass man es nicht als notwendig ansah, ihm ein anständiges Redecoaching zu geben. Auf die fehlende Aussprachekompetenz ist auch der neueste Shitstorm gegen Laschet zuruckzuführen. Inhaltlich ist der gemeinte Satz, dass die Sozialdemokraten immer auf der falschen Seite standen, wenn es um Wirtschafts- & Finanzpolitik ginge, natürlich ebenso Nonsens, aber das die Agenda 2010 jetzt schon von dem Spitzenkandidaten der Union als falsch angesehen wird, ist schon als besonders zu werten .

3. Es ist schon laut Umfragen so , dass es die Möglichkeit gibt, dass wir nach der Wahl wieder eine Große Koalition bekommen, aber das kann doch wirklich niemand wollen, außer vielleicht Armin Laschet um seine politische Karriere weiter zu verlängern .

4. Ich verstehe ja nicht so ganz, wieso sich die FDP als liberale Partei so sehr an die Union klammert. Wobei halt, solange Christian Lindner Parteichef ist, wird sich das ja nicht ändern, der steht ja für Liberalismus für die besser situierten und zieht damit auch in meiner Altersklasse überproportional viele Wähler an .

5. Wahlkampfsgetöse ist merklich überbewertet, aber dennoch gibt es dieses Jahr mehr als je zuvor und über dringende Fragen wird nicht gestritten, wie denn auch, wenn die Kanzlerpartei der letzten vierzig Jahren gar keine Lösungen (nicht einmal mehr zu kritisierende) mehr anzubieten weiß, dann muss man es halt wieder mit Angst probieren. Bisher konnte ich ja immer noch Verständnis aufbringen, die die Union aus ihrer Perspektive für die Partei hielten, die die Bundesregierung anführen sollte, aber dieses Jahr fällt mir kein Grund ein, diese Perspektive zu verstehen.

6. Wäre schon toll, wenn es bald mal wieder, um die dringenden Fragen gehen wird, aber hier schon Mal das Worst Case Szenario. Es wird nach der Wahl sein in einer Regierungskoalition von Rot-Grün (wahrscheinlich mit einer dritten Partei), die wieder einmal dringende Reformen in Deutschland anstößt, dafür dann abgestraft wird und dann wird wieder jemand mit Sitzfleisch und Ruhe aus dem Kanzlerwahlverein (wahrscheinlich der Söder) gewählt, denen die Reformen erst nicht weit genug gehen und dann den Status Quo wieder genießen darf, weil die Reformen funktionieren, bis sie das Land wieder in den Reformbedarf verwalten mit ihrer nichtssagenden Politik, die nur die besser verdienenden bevorteilt. Hoffentlich liege ich mit allem ab der Abstrafung für die nächste Bundesregierung falsch .

7. Zuletzt habe ich Mailanfragen beantwortet und das war notwendig , weil es um Sponsoringmaterialien für die diesjährige Erstibeutel ging .

6 Kommentare zu „Media Monday #533 (65)

  1. Nach dem Triell ist es mir unbegreiflich, wie man Baerbock nur so viel Kompetenz wie Laschet attestiert. Und deutlich weniger als Scholz. Sie ist die einzige, die an der Sache und zukunftsgewandt argumentiert hat. Mein Worst Case: Es wird doch wieder in einer GroKo enden und NICHTS wird sich ändern.

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    1. Wie gesagt, ich hab es nicht gesehen, bin mir aber sicher, dass es daran liegt, dass die anderen jahrelang Ministerämter bekleiden durften und Baerbock eben nicht. Ich halte sie für sehr kompetent, aber für zu dogmatisch, ideologisch fürs Kanzleramt.
      Das mit der GroKo lässt sich ziemlich leicht verhindern (auch wenn Laschet da sicher schon drauf spekuliert), Rot-Grün möglich machen, dafür müsste die Grüne wieder einen Ticken stärker werden und die CDU noch ein bisschen schwächer.

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  2. Abgesehen von dem „Konflikt zwischen den Generationen“, den ich eher durch die Medien forciert sehe und nicht wie andere Konflikte bis in die Familien hineingehend wahrnehme, gebe ich Dir in den übrigen Punkten Recht. Hoffen wir, dass die CDU erstmal einen Dämpfer erhält und sich wirklich etwas in der Politik ändern kann.

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    1. Die Medien forcieren ihn nicht, zumindest nicht die klassischen, aber in den Sozialen Medien wird der gerade hoch und runter gespielt in einer Art und Weise, die nicht mehr förderlich ist.
      In den letzten vierzig Jahren hat sich nur was geändert, wenn die CDU in der Opposition war, blöd für Rot-Grün, dass die Agenda 2010 traumatisch in den Parteien verhaftet und bei ebenso großen Teilen der Stammwählerschaft verhaftet ist, sonst könnte man das als Totschlagargument nennen

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      1. Tendenziell hast Du recht, allerdings nehme ich auch in den klassischen Medien diese Forcierung wahr. Das zeigt sich manchmal auch nur in Formulierungen und ist nicht so offensichtlich wie in den sozialen Medien, fällt mir jedoch dennoch seit einiger Zeit auf.
        Mit der Agenda 2010 gebe ich dir ebenfalls recht, jedoch hat auch die CDU einiges auf dem Buckel, versteht es allerdings irgendwie besser, dass es ihnen nicht ständig aufs Brot geschmiert wird. Warum spricht man im Wahlkampf überhaupt nicht mehr von den Maskendeals mancher CDU-Leutchen…achja, das sind ja nur „Ausnahmen“ einzelner Mitglieder. 😉 Die Angstmacherei der CDU vor einem „Linksruck“ finde ich auch nur lächerlich und ich hoffe, darauf fällt wirklich niemand mehr rein.

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  3. Bei den momentanen Umfragewerten läuft alles auf eine GroKo hinaus. Und dann ist die Gefahr groß, dass egal ob Laschet oder Scholz alles genau so festgefahren weiter geht wie bisher.

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