Ein wenig Mittelmaß und viel Schrott gibt es heute in dieser Kategorie:

Beckett

Beckett (John David Washington) hat im Griechenlandurlaub bei einem Autounfall seine Frau verloren. Nach seiner Krankenhausentlassung wird er jedoch Ziel von Verbrechern und korrupten Politikern…

Irgendwo zwischen einem klassischen Hitchcock, Paranoiathriller der 70er Jahre und 90er Jahre Actionthriller mit Harrison Ford bewegt sich „Beckett“. Dabei schafft die Grobkörnung ein angenehmes Retroflair, die Action wirkt manchmal zu forciert, ist aber solide gefilmt. John David Washington als Actionheld funktioniert hier jedoch weniger gut als noch letztes Jahr in „Tenet“. In den knapp zwei Stunden lässt sich der Film für meinen Geschmack ein wenig zu viel Zeit, um den Verschwörungsplot auszubreiten. Dieser wirkt wie eine Reminesszenz an klassische Vertreter des Genres angepasst an die aktuelle Zeit, kann jedoch seine Wucht nicht komplett entfalten. Deswegen ist „Beckett“ zwar ein solider Genrevertreter, der jedoch schnell in Vergessenheit gerät. 6/10

Cruella

Estella (Emma Stone) verliert früh ihre Mutter, schafft es sich mithilfe ihrer Freunde mit Heists über Wasser zu halten und heuert bei der Baroness von Hellman (Emma Thompson) als Lehrling in der Modeabteilung an. Bald schon wird Estella zu Cruella de Vil.

In den letzten Wochen stehe ich vermehrt auf Kriegsfuß mit Zuschauerbewertungsplattformen. Dieser Film ist ein Grund dafür. Auf Letterboxd hat „Cruella“ eine 3,6, auf IMDb eine 7,4 und bei aller Liebe, das kann doch nicht wahr sein. „Cruella“ ist das schlimmste Blockbusterclusterfuck seit dem 2016er „Suicide Squad“. Erzählerisch hat dieser Streifen keinerlei Substanz, die Charakterentwicklung Cruellas ist in einer furchtbaren Art und Weise willkürlich, der Ton des Films wechselt nach etwa einer Stunde plötzlich von punkig zu dramatisch und am Ende wieder zurück und am allerschlimmsten ist der Musikeinsatz. In der ersten Stunde werden ca. 20 Songs von ein paar der größten Bands aller Zeiten als Hintergrundgedudel eingesetzt und dabei auf einen klassischen Score verzichtet. Dabei ist nie klar, wie die Songs eingesetzt werden sollen. Noch schlimmer ist da nur die endgültige Erklärung, wie Cruella de Vil zu Cruella de Vil wurde, wo psychische Krankheiten noch mehr mit Füßen getreten werden als noch im da vollkommen verkorksten „Joker“. 3/10

Schwarze Insel

Eine junge Lehrerin (Alice Dwyer) kommt nach Amrum, während einer ihrer Schüler namens Jonas (Philip Froissant) einen Schicksalsschlag nach dem anderen zu verdauen hat.

Netflix schickt sich an Til Schweiger als schlimmste Imagebremse des deutschen Films abzulösen. Regisseur Miguel Alexandre darf hier einen Film machen, den niemand, der auch nur das Drehbuch gelesen hätte, freigegeben hätte. Eine Aneinanderreihung von dummen Szenen und willkürlichen Establishing Shots der Insel kennzeichnet den Film ebenso wie ein Casting, das wie eine Parodie wirkt. Philip Froissant sieht aus wie Eddie Redmayne (und damit zehn Jahre zu alt für diese Rolle) und spielt noch schlimmer als dieser in seinen schlimmsten Rollen, ähnlich schlecht spielt fast der gesamte Cast abgesehen von Dwyer und Nicole Müller, die die beste Freundin Jonas spielt. Beide sind in der absurdesten Szene, die ich seit langer Zeit gesehen habe, involviert. Wer sich diesen Mist antut, wird es in einer Szene merken, wenn beide in der Schulbibliothek sitzen und die Szene sich entwickelt. Auch das gesamte Ende ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. 2/10

Prey

Eine Gruppe, die sich zum Junggesellenabschied auf einen Waldtrip treffen werden von einer mysteriösen Person beschossen. Sie versuchen zu überleben.

Etwas besser ist dieser Film von Thomas Sieben. David Kross zeigt zwar erneut, dass er en mittelmäßiger Schauspieler ist, weswegen Hanno Koffler mehr zum emotionalen Ankerpunkt des Films wird. Schauspielerisch ist das hier alles ok, lange funktioniert die Plotentwicklung, vor allem, weil man nie weiß, wann jemand das zeitliche segnet (was dann auch expizit gezeigt wird). Maria Ehrich als Killerin funktioniert, wenn sie nur böse Schauen muss, besser als gedacht, ihre Figur bekommt jedoch zu wenig Fleisch, um ihre Motivation (klischeebehaftet und dünn) nachvollziehen zu können. Daneben bleibt bei diesem angenehmen kurzen Film ausgesprochen wenig hängen, da er lange mittelmäßig vor sich hin dösert mit ein paar gut dosierten Momenten, gegen Ende sich jedoch trotz der kurzen Laufzeit unangehm zieht. 4/10

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