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Domenic Toretto (Vin Diesel) lässt sich von seiner Crew breitschlagen, Mr.Nobody zu helfen, doch im Flugzeugwrack ist nur ein Gerät, dessen nutzen niemand einschätzen kann. Währenddessen wurde Cipher von einem Diktatorsohn befreit, dessen Sicherheitschef Doms Bruder Jakob (John Cena) ist. Um die Welt zu retten, darf diese Gruppe nicht das Wrackteil erhalten. Hilfe erhalten sie dabei von einem todgeglaubten aus Japan, der schon länger darin verwickelt ist…

Meine Meinung zum Film

Zwei Wochen ist die Sichtung des neuesten „Fast & Furious“ Films bei mir inzwischen her und ich musste gerade die Plotlinien nachlesen, um den Schmu dahinter in Worte zu fassen. Von daher legen wir direkt mit dem Drehbuch los. Sicher war das noch nie die Stärke des oktangetränkten Franchises, aber ein so dämliches Drehbuch hatte diese Reihe noch nie. Nichts ergibt hier irgendwie Sinn. Ich betonte, nichts. Dieser Film will uns weiß machen, dass die Drift Crew von Han aus dem „Tokyo Drift“ Film inzwischen Raketenwissenschaftler (!!!) sind, deren Basis in Köln (!) liegt und sie in Eigenregie ein Raketenauto (!!!) bauen und am Ende das schaffen, damit zwe Charaktere ins All (!!!!!!) geschickt werden und das ist nicht einmal das dümmste, was uns dieser Film auftischt. Apropos Tisch, am Essenstisch sitzen Letty und Mia in einem Tokyoer Imbiss und unterhalten sich über was belangloses (wahrscheinlich, weil Michelle Rodriguez das als Bedingung erklärt hat weiter Teil des Franchise zu sein, nachdem die Frauenfiguren bisher sträflich vernachlässigt worden sind), als sie nebenan zufällig den Ort entdecken, den sie gesucht haben. Dort entpuppt sich der Tod geglaubte Fanliebling Han als quicklebendig, da er seinen Tod zusammen mit Mr. Nobody (!!) (der by the way erst im siebten Teil der Reihe und damit nach Hans angeblichem Tod auftaucht) vorgetäuscht hat, um ein Mädel zu beschützen, deren Eltern den Supermagneten schlechthin konzipiert haben und nur mit ihrer DNS kann der genutzt werden, womit die Reihe nochmal dasselbe macht wie im Teil 7 mit dem Auge des Todes nur in dümmer. Neben diesen groben Unfug kommen dann noch Anschlussfehler ohne Ende sowie fehlende Verbindungen (Wie kommen die alle eigentlich von A nach B und wann wissen sie wo sie hin müssen?) zwischen den Settings hinzu.

Das wäre alles halb so schlimm, wenn es das gäbe wofür „Fast & Furious“ seit Teil Fünf steht: Over The Top Action. Da gibt es nur eine nach fünfzehn Minuten zu bestaunen und die ist mit drei Gehirnzellen im Aktivierungsmodus auch kompletter Schwachsinn, aber immerhin spaßig anzuschauen. Zumindest bis zu dem Moment in dem Domenic Toretto einen suizidalen Move macht, den der Film uns als genialen Übermensch-Big Brain Move verkaufen will. Immerhin stellt Tyrese Gibson als Roman den ganzen Schmarrn in Frage und kommt zum Schluss, dass die ganze Bande unverwundbar sei. Wenn jetzt noch die brasilanische Polizistin auftaucht, die angeblich in Teil Acht von Cipher erschossen wurde (was wir nur hören, aber nicht sehen), glaube ich den Schmu auch schon. Anders ist auch nicht zu erklären, wie Han jetzt noch leben kann und wer sich fragt, ob das nicht ein gewaltiger Spoiler sei, dem sei gesagt, dass das natürlich so ist und die Fans des Franchises feiern diesen PR-Stunt auch schon und passend dazu gibt es eine Post-Credit Szene, die jene Justice for Han verspricht, die sich „Fans“ wünschen. Immerhin war die schon interessanter als der ganze Film davor. Man merkt auch an jeder Stelle, dass Dwanye Johnson und Jason Statham in Ihren Rollen den Film fehlen. Den zweitbesten Moment im Film hat auch Helen Mirren, die hier wieder einmal ein Cameo hat, diesmal sogar am Steuer(!) eine Supersportwagens. Auch noch ohne Sarkasmus ganz ansehnlich waren de Rückblenden, die vom Bruch der Torettobrüder erzählen. Zeigen die Jungdarsteller (einer davon Vin Diesels Sohn) immerhin so etwas wie Schauspielleistungen, während der ganze restliche Cast (abgesehen von Mirren im irren Spaßcameo) im maximalen Autopilot spielt. Oscar-Preisträgerin Charlize Theron steht dabei die meisten Zeit in einer Glasbox und sagt Sprüche wie „Wenn das hier ein Film wäre, wäre das der Wendepunkt, von dem an der Held dir in den Arsch tritt“, was für ein Abstieg im Vergleich zur Bad Ass Rolle im Vorgänger. Ansonsten besteht der Cast inzwischen aus schauspielerisch größtenteils talentfreien Leuten, die nirgendwo anders mehr Rollen bekommen, aber dankbarweise hiermit Millionen scheffeln und die Stars, die die Reihe wiederbelebt haben, verstoßen. Vielleicht auch deswegen labert Vin Diesel als Domenic Toretto diesmal weniger von der berühmten Familie, vielleicht aber auch, weil Corona weniger Geld für das Product Placement bezahlt.

Wie schlecht dieser Film geworden ist, ist kaum erklärbar, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass hier Justin Lin auf den Regiestuhl zurückkehrt (der die Teile 3-6 verantwortet). Lin bringt der Reihe den grobkörnigen Analogkameralook zurück, der sich aber mit dem immer größeren (und schlechter eingebrachten CGI-Bombast) deart unangenehm beißt, dass „F9“ eine der grässlichsten Bildersuppen jüngerer Vergangenheit ist. Wenn man all diese Grausamkeiten jedoch hinnimmt, entsteht ein auf dem niedersten Niveau unterhaltsamer Film, der gegen Ende dann auch wieder mehr Over The Top Action hat und natürlich muss das verlorene Familienmitglied nicht komplett verloren gegeben werden und am Ende trinken sie alle gemeinsam wieder Corona.

Fazit

Dümmer als je zuvor, auf niederstem Niveau unterhaltsam. „F9“ zeigt, dass die eigenen Macher Ihr Franchise nicht mehr verstehen. 4/10

Daten & Fakten

Orginaltitel: F9

Regie: Justin Lin

Drehbuch: Daniel Cassey, Justin Lin

Genre: Action

Länge: 143 Minuten

Darsteller: Vin Diesel, John Cena, Michelle Rodriguez, Nathalie Emmanuel, Tyrese Gibson, Charlize Theron, Sung Kang, Helen Mirren uvm

Gesehen am 05.09.2021 im Cineplex Aachen

3 Kommentare zu „Fast & Furious 9

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