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Auf Befehl des Imperators wird das Haus Atreides zu den Herrschen des Wüstenplaneten Dune, dessen Bedeutung in der Gewinnung des Spice liegt. Das Gewürz macht interstellare Flüge möglich und wirkt bewusstseinserweiternd. Der Sohn des Herzogs (Oscar Isaac) Paul Atreides (Timothee Chalamet) wird als der Erlöser gefeiert. Er fremdelt jedoch mit dieser Rolle…

Meine Meinung zum Film

Zwei Wochen vor dem Kinostart des neuesten Bondabenteuers hat sich „Dune“ wie die Revitaliserung des großen Blockbusterkinos angefühlt. Über alle Zielgruppen hinweg wurden Zuschauer angesprochen und die Vorschusslorbeeren wurden immer größer. Der Filmbubblehype hat sich leicht überraschend auf die breite Zuschauerschaft ausgeweitet, während meine persönliche Hypekurve just zum Kinostart wieder absackte. Passend dazu hat mich „Dune“ auf hohem Niveau enttäuscht und je länger ich über diesen Film nachdenke, desto schwächer wird er in meiner Gesamtbetrachtung.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Regisseur Denis Villeneuve erzählt „Dune“ nah an der Romanvorlage und nimmt sich sehr viel Zeit für die Exposition. Im Eröffnungsmonolog, den Zendaya aus dem Off vortragen darf gelingt das noch hervorragend, hier werden zusätzliche Infos gegeben, die rein über die Bilder nicht transportiert werden können und die gezeigten Bilder ergänzen. Doch je mehr Villeneuve an Exposition in der ersten Stunde unterbringt, desto genervter wurde ich. Da half es nicht, dass viel der Exposition für diesen Film allein unnötig wirkt, während andere Aspekte (die Vorbereitung des Komplotts gegen den Herzog von Atreides beispielsweise) zu kurz kommen. Nach der ersten Stunde (die sich doppelt so lang anfühlte), befürchtete ich schon, dass dieser Film komplett an mir vorbeigehen würde.

Da hilft es nicht, dass dieser Film es versäumt eine Nähe für die Figuren oder für die uns fremde Welt aufzubauen. Hinzu kommt, dass die Starbesetzung in einigen Figuren deplatziert wirkt. Timothee Chalamet kann als Paul überhaupt nicht glänzen, wirkt blass und nicht wie ein echter Charakter. Jason Momoa wirkt wie aus einem komplett anderen Film, immerhin bringt er einen Hauch Leichtigkeit in diesen auf Biegen und Brechen auf Epos getrimmten Film. Josh Brolin, Javier Bardem und Zendaya wirken hier verschenkt in ihren Rollen. Einzig Rebecca Ferguson konnte aus dem Starensemble wahrlich in ihrer Rolle der Lady Jessica überzeugen, sie ist der einzige emotionale Ankerpunkt und wirkt wie die Figur, die am ehesten Licht ins Dunkel zu bringen weiß. Irgendwann im Film kommt dann eine Szene, in der eine Gruppe Fremen, die Spice abbauen, vor einem der gefährlichen Sandwürmer gerettet werden. Ab diesem Moment wird der Film für mich schlagartig besser. Es folgen starke Actionsequenzen und eine für unsere Hauptfiguren einschneidende Entwicklung, die den Rest des Films zu einem Überlebenskampf für Paul Atreides und Lady Jessica werden lässt. Hier funktioniert auch der Fokus auf diese Figuren, der vorher deutlich zu eng wirkte.

Technisch ist der Film, wie man von Villeneuve inzwischen erwartet, auf dem allerbesten Stand, auch wenn das Setting etwas monoton wirkt, was sich auch auf das Colourgrading auswirkt. Die Kameraarbeit von Craig Fraser lässt den Film wuchtig genug wirken, das Sounddesign ist superb, einzig der Score von Hans Zimmer nervt gehörig. Immer dann, wenn Zimmer verschiedene Klangwelten ausprobiert, ergeben sich gute Phasen, die vom Dauerdröhnen jedoch überrollt werden. Eine andere große Qualität bisheriger Villeneuvefilme: das ambivalente bearbeiten moralischer Fragen kommt hier jedoch nicht in der gewünschten Form auf. Villeneuve war in der Hinsicht noch nie so flach, so wirkt „Dune“ wie ein bombastischer Film, dem es aber an echter Substanz fehlt.

Fazit

Mit „Dune“ liefert Denis Villeneuve seinen schwächsten Film seitdem er in Hollywood arbeitet. Gewollt episch, inhaltlich jedoch enttäuschend, entsteht ein Film, der mehr wie ein Versprechen für eine bessere Fortsetzung wirkt, wie als eigenständiger Film. 6/10

Daten & Fakten

Regie: Denis Villeneuve

Drehbuch: Denis Villeneuve, Eric Roth, Ron Sparks

Länge: 155 Minuten

Genre: Science-Fiction, Literaturverfilmung

Darsteller: Timothee Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Zendaya, Josh Brolin, Stellan Skarsgaard, Javier Bardem uvm

Gesehen am 17.09.2021 im Apollo Aachen in der Originalfassung mit Untertiteln

2 Kommentare zu „Dune

  1. Schon lustig, wie unterschiedlich der Film (oder Filme generell) doch wirken kann. Für mich ist gerade die erste Stunde wie im Flug vergangen und ich konnte mich in alle Figuren gut reinversetzen. Speziell Timothee Chalamets Paul ist so, wie ich ihn mir beim Lesen vorgestellt hatte. Für mich nahe an der perfekten Adaption dran.

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